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Totgeschütteltes Baby

Update: Staatsanwaltschaft will weitere Ermittlung gegen Mutter prüfen

LINDHORST/BÜCKEBURG. Das Schwurgericht hat den angeklagten Vater aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Die Bückeburger Staatsanwaltschaft will nun prüfen, ob das eingestellte Ermittlungsverfahren wegen Totschlags gegen die Mutter wieder aufgenommen wird.

veröffentlicht am 25.05.2018 um 11:11 Uhr
aktualisiert am 25.05.2018 um 12:30 Uhr

Der Vater ist vom Schwurgericht des Landgerichts Bückeburg freigesprochen worden. Foto: dpa
LINDHORST/BÜCKEBURG. Der gewaltsame Tod eines drei Monate alten Babys bleibt zunächst ungesühnt. Das Schwurgericht in Bückeburg hat den Vater, einen 23-Jährigen aus Lindhorst, vom Vorwurf des Totschlags freigesprochen.
Ihm war vorgeworfen worden, sein Sohn so heftig geschüttelt zu haben, dass der Säugling Hirnblutungen erlitt.

Der Freispruch hatte sich bereits abgezeichnet. Am Tag der Tat, dem 27. November 2017, war der Mann mit dem Baby von 15 bis 17 Uhr allein in der Wohnung gewesen. Nach einem rechtsmedizinischen Gutachten kann die Tat jedoch auch vorher passiert sein. „Bei dieser Sachlage verbietet es sich, einen möglicherweise Unschuldigen zu bestrafen“, erklärte Richter Norbert Kütemeyer, der Vorsitzende des Schwurgerichts.
In der offiziellen Mitteilung des Schwurgerichts heißt es, das Gericht könne "nicht mit der notwendigen Sicherheit feststellen, dass es der Angeklagte war, der dem Säugling die letztlich tödlichen Schüttelverletzungen zugefügt hat." Der 23-Jährige war zunächst wegen Totschlags angeklagt worden. Er war am Mittwoch aus der Untersuchungshaft freigelassen worden. Das Schwurgericht in Bückeburg hat den Haftbefehl am zweiten Verhandlungstag aufgehoben. Zu Begründung hatte es geheißen, dass kein dringender Tatverdacht mehr bestehe.

Als Täter kämen der Angeklagte und die Kindsmutter infrage, stellte Kütemeyer fest. Beide waren vor 15 Uhr mit dem Kind in der Wohnung. Die Bückeburger Staatsanwaltschaft will nun prüfen, ob das eingestellte Ermittlungsverfahren wegen Totschlags gegen die Mutter (21) wieder aufgenommen wird. „Wir möchten, dass die Tat auf jeden Fall aufgeklärt wird“, betonte Nils-Holger Dreißig, Sprecher der Anklagebehörde, nach der Urteilsverkündung.

Der kleine Junge war so heftig geschüttelt worden, dass er einen Atemstillstand erlitt, der zum Hirntod führte. Trotz einer Notoperation im Mindener Klinikum starb das schwer verletzte Kind dort zwei Tage später. ly/red

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