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Prozess um totgeschütteltes Baby

UPDATE: Totes Baby: Vater darf auf Freispruch hoffen

LINDHORST/BÜCKEBURG. Im Prozess gegen einen Lindhorster, der seinen drei Monate alten Sohn zu Tode geschüttelt haben soll, zeichnet sich ein Freispruch ab. Das Urteil fällt voraussichtlich am Freitag, 25. Mai.

veröffentlicht am 24.05.2018 um 11:50 Uhr
aktualisiert am 24.05.2018 um 14:58 Uhr

Der Angeklagte ist aus der U-Haft entlassen worden. Foto dpa
LINDHORST/BÜCKEBURG. Im Prozess gegen einen Lindhorster, der seinen drei Monate alten Sohn zu Tode geschüttelt haben soll, zeichnet sich ein Freispruch ab. Der 23 Jahre alte Mann, angeklagt wegen Totschlags, sitzt nicht mehr in Untersuchungshaft. Das Schwurgericht in Bückeburg hat den Haftbefehl am zweiten Verhandlungstag aufgehoben. Zu Begründung hieß es, dass kein dringender Tatverdacht mehr bestehe. Es sei nicht wahrscheinlich, dass dem Angeklagten das Schütteln nachgewiesen werden könne. Das Urteil könnte bereits am Freitag verkündet werden. 
Zuvor hatte ein Rechtsmediziner der Universität Münster sinngemäß erklärt, dass sich der Zeitpunkt, zu dem das Baby geschüttelt worden ist, nicht genau eingrenzen lässt. Am fraglichen 27. November war der Vater von 15 bis 17 Uhr mit seinem Sohn allein. Nach Erkenntnissen des Sachverständigen kann der Säugling jedoch auch vor 15 Uhr geschüttelt worden sein. Damit könnte die Mutter ebenfalls als Täterin infrage kommen.

In einem anderen Punkt legte sich der Gutachter fest: Zum Tode geführt hat das Schütteltrauma, das der Säugling an jenem 27. November erlitten hat. An diesem Tag war der kleine Junge nach einem Atemstillstand mit Hirnblutungen ins Mindener Klinikum gekommen, wo er trotz einer Notoperation zwei Tage später starb. Dies war das Ende eines Leidensweges. Insgesamt ist der Säugling dem Gutachten zufolge in einem Zeitraum von zwei bis drei Wochen an verschiedenen Tagen dreimal so heftig geschüttelt worden, dass es zu Blutungen kam.

Ein Ermittlungsverfahren wegen Totschlags gegen die Mutter war im Vorfeld des Prozesses zunächst eingestellt worden. „Wir können das Verfahren jederzeit wieder aufnehmen, wenn wir neue Anhaltspunkte haben“, so Nils-Holger Dreißig, Sprecher der Staatsanwaltschaft in Bückeburg, auf Anfrage unserer Zeitung. Nach dem Urteil werde „die Sachlage neu bewertet“. ly 

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