weather-image
18°
Muskulatur stärken ist wichtig

Was tun bei Rückenschmerzen?

Viele Menschen haben tagtäglich mit Beschwerden im Rücken, den Schultern oder Nacken zu kämpfen. Anlässlich dieses Problems fand zum sechzehnten Mal der Tag der Rückengesundheit unter dem Motto: „Balance halten – Rücken stärken!“ statt. Die Aktion soll aufklären: Wodurch entsteht eines der größten Volksleiden Deutschlands und was kann man dagegen tun?

veröffentlicht am 17.03.2017 um 16:27 Uhr
aktualisiert am 18.03.2017 um 15:29 Uhr

270_0900_37062_Ruecken_Physio_Rueckenschmerzen.jpg
image1

Autor

Maibritt Bartling Reporterin
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Von Rückenschmerzen kann Katerina Niesten aus Bad Pyrmont ein Lied singen. Seit ihrer Jugend leidet sie unter Skoliose, also einer Verkrümmung in der Wirbelsäule. Dadurch hat sie mit Verspannungen in Schultern und Nacken sowie einem Hohlkreuz und später auch mit Migräne und Kopfschmerzen zu tun. Besonders schlimm war es nach der Geburt ihres Sohnes, denn da hatte sie nicht viel Zeit für Sport. Irgendwann hat es gereicht und Niesten wollte nicht mehr mit den Schmerzen leben: „2015 war ich zur Kur. Das war sehr hilfreich für mich, denn dort wurde ich aufgeklärt und konnte viel für Zuhause mitnehmen.“ In der Kur bekam Niesten Übungen für den Alltag gezeigt, ihr wurden wichtige Muskelgruppen erklärt und sie machte viel Sport, darunter spezielle Wirbelsäulen-Gymnastik, Nordic Walking und Schwimmen.

In der Zeit habe sie keine Schmerzen gehabt und auch die Migräne habe nachgelassen. Seitdem mache sie viermal die Woche Sport. Wenn sie lange laufen oder stehen muss, kehren die Schmerzen wieder zurück, doch durch den Sport sei der Alltag deutlich angenehmer geworden.

Nicht jeder, der Probleme mit dem Rücken hat, hat so einen langen Leidensweg wie Katerina Niesten hinter sich. „Die meisten Rückenprobleme sind harmlos“, erklärt Julia Esser, Physiotherapeutin in der Praxis Dase aus Coppenbrügge. Der Körper mache krumme Sitzpositionen, wenig oder falsche Bewegung eine Zeit lang mit, ohne sich bemerkbar zu machen. Doch irgendwann ist der Tag gekommen: Die Schmerzen setzen ein. Das bedeute jedoch nicht gleich, dass eine OP notwendig sei. „Wichtig ist, konsequent Sport zu machen und nicht aufzuhören, wenn der Schmerz nachlässt“. Denn der Mensch sei „von Natur aus faul“ und kehre in seine ursprünglichen Alltag zurück, sobald der Rücken wieder weniger Probleme macht. Dabei beuge der Sport zukünftige Probleme vor.

49 Millionen Euro Krankengeld hat die AOK Niedersachsen im Jahr 2015 alleine für Patienten mit Rückenbeschwerden bezahlt.

Im Fitnessstudio kann bei Betroffenen gezielt die Rückenmuskulatur gestärkt werden, um die Wirbelsäule zu unterstützen. Fitnesstrainer Lee Baker leitet im Lifesports die Rücken-Fit-Kurse für alle, die im Alltag Schmerzen haben oder denen aus dem Weg gehen möchten. Dabei wird nicht nur der Rücken trainiert, sondern auch die Beine, der Bauch, die Schultern und die Brust. „Die Wirbelsäule wird von allen Seiten gestützt. Deswegen muss der ganze Körper gestärkt werden“, erklärt Baker. Dabei ist er der Meinung, dass Rückenbeschwerden in jedem Alter auftreten können. Das fange schon im Kindesalter an: Junge Schüler tragen oft Schulranzen mit sich, die fast größer sind, als sie selbst. „Die Schüler müssen viel zu schwer tragen. Das ist nicht gut für den Rücken“. Hinzu kommt, dass laut Baker einmal die Woche Sport in der Schule „nicht ausreicht“. Wenn sich dann auch noch in der Freizeit lieber mit Handy & Co. beschäftigt werde, sei das zu wenig Bewegung für die Kinder.

Die Ursachen bleiben im Alter gleich: Wenig Bewegung führe zu Schmerzen im Rücken. Baker bestätigt, dass vorbeugend „jede Art von Sport gut ist“. Um den gesunden Rücken zu erhalten, muss es nicht unbedingt ein Vertrag im Fitnessstudio sein. Dafür reichen auch „Übungen zuhause auf dem Teppich“. Ist das Rückenproblem jedoch erstmal da, bleibt es auch. Mit dem richtigen Training kann gegen die Schmerzen angegangen werden. Wichtig ist aber: Dranbleiben! Für alle, denen das schwerfällt, hat Lee Baker auch einen Tipp: „Wenn du dir vornimmst, zweimal in zehn Tagen zu trainieren, dann ist das gut zu schaffen. Trainierst du dann vielleicht sogar noch öfter, gibst du dir ein gutes Gefühl und bist noch motivierter. Das ist eine Kopfsache!“. Es ist also ratsam, seine Ziele nicht zu hoch, sondern realistisch zu setzen, um sich nicht selber zu viel Druck zu machen. Ihr Rücken wird es Ihnen danken!

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare