weather-image
18°
Muriel van Eeuwen singt Chansons im Sumpfblumen-Café

„Überall blühen Rosen“

HAMELN. Für knapp zwei Stunden lang verwandelt sich die träge dahin fließende Weser in die Seine. Die gut 40 Besucher des Chansonabends mit der Salzhemmendorfer Sängerin Muriel „Madeleine“ Eeuwen träumten sich weg in die Stadt der Liebe. Vor drei Jahren habe sie ein Klavier bekommen, doch das lief nicht so gut und irgendwie habe sie dann die Chansons für sich entdeckt, erzählt die Künstlerin.

veröffentlicht am 17.07.2017 um 15:18 Uhr

In Muriel van Eeuwens Liedern dreht sich alles um die Liebe. Foto: eaw
Avatar2

Autor

Ernst August Wolf Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Die präsentierte sie im Café der Sumpfblume überaus gekonnt. Es ist erstaunlich wie genau Madeleine mit ihrer geheimnisvollen, leicht rauchigen Stimme sowohl den Ton von „La vie en rose“, vor allem aber von Aznavours „Formidable“ trifft. Dabei parodiert oder covert sie die Titel nicht einfach, sondern verleiht ihnen einen ganz eigenen Ausdruck. Auch wenn die Mikrophonanlage zum Halbplayback mitunter herumzickt, springt der Funke des leicht melancholischen Gesangs über. Das schwatzhafte Damenquartett am Tisch gegenüber wird still und hört zu, auch einige ältere Damen und einsame Herren hängen gedankenverloren den Texten nach. Die Auswahl der Stücke ist freilich eher auf populäre Hörgewohnheiten ausgerichtet. Alles dreht sic natürlich um die Liebe, mal ernst, mal traurig. Nach „la mer“ gibt´s die ersten Bravorufe, und auch Piaf-Klassiker wie „Je ne regrette rien“ geraten der Salzhemmendorferin, deren Mutter Französin und deren Vater Holländer war, ausgesprochen gut. Ob Gilbert Bécaud oder andere französischen Chansonheroen, Madeleines Interpretationen lassen an diesem Abend einsame Herzen dahin schmelzen.

„Ich will Älteren Mut machen, sich was zu trauen, was Neues zu entdecken“, fasst sie ihre Motivation zusammen. „Überall blühen Rosen“.Vor allem gehe es ihr um die französische Sprache, die sie ihrem Publikum wieder etwas näherbringen wolle. Das ist ganz nach dem Geschmack von Uwe-Michael Fanio, dem ersten Vorsitzenden der Hamelner Deutsch-Französischen Gesellschaft. Leider sind deren Mitglieder seinem Aufruf nur spärlich gefolgt. „Ob´s am überholten Image der Sumpfblume liegt, ich weiß es nicht“, rätselt er.

Dass Muriel Madeleine Eeuwen an diesem Abend ein Stück französische Kultur par excellence vermittelt hat, davon hätten sich die frankophilen Hamelner allerbestens überzeugen können.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare