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Konzert in der Sumpfe

Feuerschwanz rocken auch ohne Met

HAMELN. Die Sumpfblume hätte es wissen können - zu einem Mittelalter-Rock-Konzert von Feuerschwanz gehört Met. Dieser altertümliche Launemacher fehlte am Freitag im Hamelner Kulturzentrum.

veröffentlicht am 18.03.2017 um 16:28 Uhr
aktualisiert am 20.03.2017 um 13:44 Uhr

Foto: gla

Autor:

Gabriele Laube
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Das einzige Manko des Abends, denn die „metvernichtenden“ Musiker spielten nach neun Jahre Abstinenz in Hameln sagenhaft auf. Bestens gelaunt beglückte die Band mit neuen ironisch-augenzwinkernden Texten, treibenden Rhythmen und amüsanten Showelementen ihre neuen und alten Freunde gleichermaßen.

Zu den packenden Rhythmen wand sich die Fangemeinde einem Lindwurm gleich durch den nicht ganz ausverkauften Saal und feierte die Erlanger mit den klangvollen Namen Hauptmann Feuerschwanz (Peter Henrici), Johanna von der Vögelweide (Stephanie Pracht), Prinz Hodenherz III (Ben Metzner), Felix Taugenix (Felix Fischer), Hans, der Aufrechte (Hans Platt), Sir Lanzeflott und Mieze. Seit 2003 präsentiert die Mannschaft um das Oberhaupt Henrici ihre leicht verrückte Folk-Comedy dem geneigten Publikum. Mit Dudelsack, Drehleier, Flöten und Geige gelingen die eingängigen Melodien, die sich schräg-schön ins Ohr pressen, während Gitarre, Bass und Schlagzeug die Beine des Publikums für den elementaren Tanzrhythmus zappeln lassen. Dazu erklingt der animierende Gesang der Feuerschwanz-Chefsänger Henrici und Metzner. Die „Mieze“, eine Animateurin, schwingt ein Schild mit dem eindeutig-zweideutigen Begriff „Sex is muss“, in Großbuchstaben. So lautet das Motto der Tour, der Titel der neuen CD und ja, darum geht es hauptsächlich auf den Konzerten der Spielleute. Um Spaß haben und Spaß machen – und so singen die Feuerschwänze seicht-schlüpfrig vom Lieben und von Trieben. Angefangen bei Bienchen und Blümchen, entpuppt sich „Sex is muss“ als „Ode an den Liebestrieb“, so bleiben auch Maja und Willi nicht alleine.

Die „Mieze“ am Pranger, gekleidet in unschuldigem Weiß, lächelt sich in Ketten windend zu „Ketzerei“. Im Song umgarnt ein rotschöpfiges Weib einen gestandenen Christen. Deren und/oder dessen Körper schreit nach Sünde, er aber fleht, gib mir mein Herz zurück. Mit „Hexenjagd“ kommt auch der seltsame Sinn für Humor wieder voll zur Geltung, denn wer sieht darin nicht einen „Spaß für Jung und Alt, der den Zusammenhalt stärkt“ und dann dazu auffordert: „Komm, wir gehen auf Hexenjagd?“

Foto: gla
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Da kommt „Ringelpiez“ mit Anfassen braver rüber – wäre da nicht das Ende mit den Vampiren im Keller und den riechenden Leichen. Egal, die wankende Publikums-Polonaise schlängelt sich dazu gut gelaunt durch den abgedunkelten Saal. Wer eine Botschaft in den unterhaltsamen Liedern sucht, Genuss und Begierde in allen Lebenslagen umschreiben sie recht gut. Mit ihrem märchenhaften Klassiker „Wunsch ist Wunsch“ binden die Spielleute wie üblich eine blonde „Fee“ aus dem Publikum in ihre pikante Show ein.

Den Fans fehlt es nicht am Met im übertragenen Sinne; allein vom Hören der Songs „Met im Märchenland“, „Met und Miezen“, „Krieger des Mets“ und der acht Jahre alten Zugabe „Metvernichter“ ist auch der unbedarfte Zuschauer mittlerweile leicht angesäuselt. Und ganz sachte trägt das „Ruderboot“ der Feuerschwänze das sich wiegende Publikum in die Frühlingsnacht hinaus.

Katastrophe! #Metnotstand bei #Feuerschwanz. #Sumpfblume

Ein Beitrag geteilt von Gabi JA (@gela_aerzen) am

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