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VfR wartet auf Sportgerichtsverhandlung

VfR Evesen: Aufklärung verschoben

EVESEN. Der Gewaltexzess nach dem Fußball-Bezirksligaspiel VfR Evesen gegen den SV Iraklis Hellas Hannover soll seitens des VfR Konsequenzen haben. Welche das sein sollen, ließen der Vereinsvorsitzende Wilfried Krömker und Manager Peter Moese während der Pressekonferenz weitgehend offen.

veröffentlicht am 16.05.2018 um 10:40 Uhr
aktualisiert am 16.05.2018 um 12:37 Uhr

Wilfried Krömker verliest als Vorsitzender des VfR Evesen die Presseerklärung. Foto: uk
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Uwe Kläfker Redakteur Sport zur Autorenseite

EVESEN. Der Gewaltexzess nach dem Fußball-Bezirksligaspiel VfR Evesen gegen den SV Iraklis Hellas Hannover soll seitens des VfR Konsequenzen haben. Welche das sein sollen, ließen der Vereinsvorsitzende Wilfried Krömker und Manager Peter Moese gestern während einer einberufenen Pressekonferenz verlesenen Erklärung weitgehend offen. Einzige Maßnahme des Vereins bisher: Der Spieler Deniz Durmus sei bislang als einziger Auslöser der Tumulte ausgemacht worden und bereits suspendiert worden (wir berichteten). Ansonsten ist bei der Veranstaltung in der VfR-Geschäftsstelle nicht viel herumgekommen.

Auszüge aus der Presseerklärung: Der VfR Evesen entschuldigt sich ausdrücklich für die Vorkommnisse. Es tut uns unendlich leid. Der gesamte Vorstand ist erschüttert und fassungslos. Wir tragen die volle Verantwortung für die Gewalttätigkeiten, die mutmaßlich von wenigen unserer Spieler und einigen vermeintlichen Fans ausgegangen sind. Wir wollen und werden mit an der Aufklärung arbeiten. Die verantwortlichen Täter auf allen Seiten müssen zur Rechenschaft gezogen werden.

Sportgericht: Der Spieler Durmus sowie die Spieler Burak Buruk und Jannik Willers sind vom Bezirkssportgericht bis zum 30. Juni 2018 vorgesperrt. Zum letzten Auswärtsspiel in Davenstedt durfte der VfR keine eigenen Zuschauer mitbringen. In den noch ausstehenden Auswärtsspielen müssen die Eveser vier Ordner stellen. Im letzten Heimspiel, ebenfalls gegen den TuS Davenstedt dürfen keine Fans des VfR zuschauen. Spieler des SV Iraklis sollen bislang nicht gesperrt worden sein. Darüber wurden die beteiligten Vereine vorab von der beim Spiel anwesenden Vorsitzenden Denise Thaddey informiert. Für Manager Peter Moese war die Anwesenheit der Augenzeugin Thaddey kein Nachteil: „Wir haben kein Problem damit. Im Gegenteil: „So kann sie objektiv entscheiden.“

Manager Peter Moese schaut zu, während die Presseerklärung verlesen wird. Foto: uk
  • Manager Peter Moese schaut zu, während die Presseerklärung verlesen wird. Foto: uk

Konsequenzen: Auf die Frage, warum nicht auch andere bei den Vorfällen auffällig gewordene Spieler suspendiert wurden, weicht Krömker aus: „Wir können es noch nicht bewerten. Das hat das Sportgericht zu entscheiden. Durmus als Bauernopfer? Laut des VfR-Vorstandes sei das nicht so, es lägen keine Beweise vor: „Wir können Spieler nicht suspendieren, wenn wir keinen Beweis haben. Das Sportgericht wird entscheiden, daraus werden wir klipp und klar unsere Konsequenzen ziehen.“

Zuschauer: Einige „Fans“ des VfR waren an den Tumulten beteiligt. Einer von ihnen hat unter anderem einem Journalisten unserer Zeitung die Kamera aus der Hand geschlagen. Folgt eine Platzsperre? „Wir müssen das erst bewerten und Beweise haben“, sagt Krömker. Man sei dran und werde es je nach Beweislage mit aller Konsequenz verfolgen. „Härter als zuvor“, fügt Moese an.

Ordner: Fünf ehrenamtliche Ordner des VfR waren beim Spiel für die Sicherheit zuständig und während der Tumulte überfordert. Hätte der VfR angesichts der Brisanz einen Sicherheitsdienst beauftragen und nicht die Verantwortung auf die eigenen Ordner abwälzen sollen? „Wer hat damit gerechnet?“, sagt Krömker. Ein Sicherheitsdienst mit sechs Mann hätte die Situation auch nicht in den Griff bekommen, legt Moese nach. Das Spiel selbst sei fair verlaufen, so Krömker, dann seien die Emotionen hochgekocht.

Die Mannschaft: Bei der Zusammenstellung der Mannschaft, auch aus charakterlichen Gesichtspunkten, seien keine Fehler gemacht worden, erklärt Krömker auf Nachfrage. Vielleicht hätte man aus heutiger Sicht das eine oder andere anders gemacht, so der Vorsitzende: „Aber grundsätzlich hat die Mannschaft Erfolg gehabt.“ Auch auf die Frage, ob der VfR in der nächsten Serie mit der aktuellen Mannschaft weiter macht, weicht Krömker aus: „Das können wir jetzt noch nicht sagen.“ Manager Moese soll ein Konzept aus dem Verein vorliegen, das vermehrt auf Spielern aus den eigenen Reihen setzen soll.

Der Vorsitzende: Auf die Frage, ob er angesichts der Vorkommnisse auch an einen Rücktritt gedacht habe, geht Krömker in die Offensive. „Soll ich meine Jungs im Stich lassen? Der Kapitän geht immer als Letzter von Bord.“

Der Trainer: „Wenn ich Trainer gewesen wäre, hätte ich die Saison zu Ende gespielt. (Steffen Mitschker war am Tag nach dem Spiel zurückgetreten, Anm. d. Red.). Vielleicht schadet er sich so mehr.“ Der Trainer habe die Mannschaft im Sommer mit zusammengestellt, so Moese. „Für die Führung der Mannschaft ist auch der Trainer verantwortlich. Es ist nichts ohne Herrn Mitschker gelaufen, alles hatte sein Einverständnis“, sagt der Manager. Einen neuen Coach gibt es jedenfalls noch nicht. Alles sei offen, so Moese.

Die komplette Presseerklärung des VfR Evesen finden Sie im Internet auf sn-sportbuzzer.de.

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