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SPD-Ortsratsfraktion und „WIR für Schaumburg“: Umbenennung des Heinrich-Sohnrey-Wegs soll erörtert werden

„Braune Socken auch in Straßennamen nicht tolerierbar“

Rinteln (pk). Ein Artikel in dem aktuellen Magazin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat einmal mehr die Rintelner SPD-Ortsratsfraktion, sowie „WIR für Schaumburg“ zum Thema Heinrich-Sohnrey-Weg auf den Plan gerufen. Jüngste Erkenntnisse bekräftigten abermals, dass es sich bei dem Heimatdichter Heinrich Sohnrey um einen ideologischen Vordenker der Nationalsozialisten handele (wir berichteten).

veröffentlicht am 17.01.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 05:21 Uhr

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Sowohl Helma Hartmann-Grolm, Mitglied der SPD-Ortsratsfraktion, als auch Richard Wilmers, Vorsitzender von WIR, haben sich im Abstand von wenigen Tagen mit Briefen an Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz gerichtet, in denen dieser mehr oder weniger direkt aufgefordert wurde, sich des Themas anzunehmen. Buchholz verweist auf Anfrage unserer Zeitung jedoch auf die vorläufige Zuständigkeit des Rintelner Ortsrats. Erst wenn dieser wünsche, das Thema zu erörtern, werde er sich damit befassen. Bis dahin sei seinerseits nur so viel gesagt: „Man muss vor allem mit den Anwohnern sprechen. Sonst verursacht man bloß Kollateralschäden.“

Die SPD-Ortsratsfraktion will laut Hartmann-Grolm zunächst genau das: die Bürger „über die neuen Forschungsergebnisse“ des Göttinger Professors Frank Möbus bezüglich Sohnrey zu informieren. „Viele Schriftstücke von Sohnrey enthalten deutlich antisemitische und rassistische Elemente und stehen damit im Widerspruch zu unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung“, schreibt Wilmers, der eine Umbenennung der Rintelner Straße eindeutig fordert, während Hartmann-Grolm lediglich anregt, „Überlegungen zu einer eventuellen Umbenennung anzustellen“.

Beide begründen ihre Anträge nicht zuletzt damit, dass gerade der Jugend in Schaumburg vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung mit Rechtsradikalen in Bückeburg und den Neonazi-Aufmärschen in Bad Nenndorf kein falsches Signal gesendet werden dürfe.

Ortsbürgermeister Friedrich-Wilhelm Rauch (CDU) will das Thema in der nächsten – wahrscheinlich im Februar stattfindenden – Ortsratssitzung erörtern, ist persönlich aber bereits der Meinung die Straße umbenennen zu müssen, nicht zuletzt „um die Außendarstellung der Stadt zu wahren“. Antisemiten und „braune Socken“ seien auch in Straßennamen in Rinteln „nicht tolerierbar“, so Rauch.

Sendet die Straße, die nach dem umstrittenen Heimatdichter Heinrich Sohnrey benannt ist, ein falsches Signal an die Jugend?

Foto: jaj




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