weather-image
×

Bahai werden im Iran massiv verfolgt: Amnesty lädt zu Vortrag über die nachislamische Offenbarungsreligion ein

Enteignung, Vertreibung, Folter und Hinrichtungen

Bückeburg (mig). Die „grüne Revolution“ ist verwelkt, andere Religionen haben es derzeit schwer im Iran. Noch schwerer als Christen oder Juden werden dort die Bahai verfolgt – ein Vortrag in der Begegnungsstätte soll über deren Schicksal aufklären.

veröffentlicht am 11.03.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 20:41 Uhr

Sie gelten im Iran als „Unreine“ und „perverse politische Sekte“ und werden nicht als „schützenswerte religiöse Minderheit“ angesehen. Der Grund: der Bahaismus ist eine nachislamische Offenbarungsreligion – die über 300 000 Religionsangehörigen werden deshalb immer wieder zum Übertritt gedrängt.

War bereits ihr Stifter Baha’u’llah (19. Jahrhundert) schärfsten Verfolgungen ausgesetzt, gibt es diese Übergriffe bis heute. Erst vor einigen Monaten wurde ein Bahai-Friedhof von Bulldozern zerstört, und auch ganz aktuell sind viele Bahai inhaftiert, teilweise bedroht von der Todesstrafe. Die Mitglieder des provisorischen, von der Regierung zugelassenen Leitungsgremiums wurden in Haft genommen und im letzten Jahr trotz haltloser Vorwürfe verurteilt.

Inhaftiert wurden die fünf Männer und zwei Frauen wegen „Spionage für Israel“, „Verletzung religiöser Gefühle“ und „Propaganda gegen das System“. Sämtliche Vorwürfe werden von Fariba Kamalabadi, Jamalodddin Khanjani, Afif Naeimi, Saeid Rezaie, Mahvash Sabet, Behrouz Tavakkoli und Vahid Tizfahm bestritten. Amnesty International missbilligt die Verurteilung – ihre Verteidiger wollen in Berufung gehen. Daneben werfen die Behörden den Bahai – und anderen Gruppierungen – vor, maßgeblich an den Unruhen beteiligt zu sein, die am religiösen Ashouratag im Dezember 2009 stattfand. Das war die letzte Massendemonstration in Folge der umstrittenen Präsidentenwahl. Eine solche Beteiligung wird von den Bahai bestritten.

Auf das Schicksal der Bahai soll jetzt ein Vortrag in der Begegnungsstätte aufmerksam machen. „Warum werden die Bahai im Iran verfolgt. Geschichte, aktuelle Lage und Selbstverständnis einer jungen Weltreligion“, lautet der Titel – die Veranstaltung von „Amnesty International – Gruppe Schaumburg“, „Alle unter einem Dach“ und „Bahai – Gruppe Bückeburg“ wird am 15. März um 19 Uhr stattfinden. Mit dabei ist die seit einem Jahr in Bückeburg ansässige Familie Bahai Hala Bahrinipour.




Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige