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Einigung mit Sandton - neuer Kaufvertrag mit Blue Cap-Tochter

Im zweiten Anlauf geklappt

BÜCKEBURG. Im zweiten Anlauf hat es geklappt. Wie Neschen und die Blue Cap AG München in Ad-hoc-Meldungen mitteilten, konnte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz und eine Tochter-GmbH der Blue Cap erneut einen Kaufvertrag zum Kauf der wesentlichen Vermögensgegenstände der Neschen AG sowie von Tochtergesellschaften abschließen.

veröffentlicht am 20.07.2016 um 12:22 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:42 Uhr

20. Juli 2016 12:22 Uhr

BÜCKEBURG. Im zweiten Anlauf hat es geklappt. Wie Neschen und die Blue Cap AG München in Ad-hoc-Meldungen mitteilten, konnte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz und eine Tochter-GmbH der Blue Cap erneut einen Kaufvertrag zum Kauf der wesentlichen Vermögensgegenstände der Neschen AG sowie von Tochtergesellschaften abschließen.

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„Der Bestand der Firma Neschen und ihrer Tochtergesellschaften ist damit gesichert“, hieß es wörtlich in der Meldung.

Eine Meldung, die von der Neschen-Belegschaft mit Erleichterung, aber auch einer gewissen Skepsis aufgenommen wurde. Denn kurz vor der Zielgeraden war am 1. Juli der Verkauf des operativen Geschäfts von Neschen gescheitert, weil eine Einigung mit dem Hedgefonds Sandton Financing III (Luxemburg) S.a.r.l über entsprechenden Freigabeerklärungen einer im Grundbuch eingetragenen Sicherungsgläubigerin der Neschen AG nicht termingerecht sichergestellt werden konnte (wir berichteten).

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Die verbliebene Belegschaft – noch 185 Mitarbeiter – wurden am Mittwochnachmittag um 13.30 Uhr in einer Betriebsversammlung über das Gelingen des zweiten Verkaufs informiert. „Wir sind erleichtert, wir finden die Entwicklung gut“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Heinrich Heuer auf Anfrage unserer Zeitung: „Eine Riesenerleichterung.“ Das müsste schon „sehr seltsam laufen“, wenn auch dieser Vertrag platzt. Aber, so Heuer mit einer gewissen Portion Skepsis: „Wir haben in den vergangenen Jahren so viel erlebt bei Neschen.“ Was sich allein daran ablesen lässt, dass der Konzern 2010 noch rund 440 Mitarbeiter hatte. Von allen anderen Auseinandersetzungen einmal ganz abgesehen.

Am 1. Juli 2016 waren Blue Cap und der Insolvenzverwalter einvernehmlich von einem zuvor geschlossenen Kaufvertrag zurückgetreten, weil die entsprechenden Freigabeerklärungen einer im Grundbuch eingetragenen Sicherungsgläubigerin der Neschen AG nicht termingerecht sichergestellt werden konnten. Zwischenzeitlich konnte der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz eine Einigung mit der Sicherungsgläubigerin zur Ablösung der Verbindlichkeiten und zur Freistellung der Sicherheiten erreichen. Aufgrund dieses Vergleichs konnte ein neuer Kaufvertrag finalisiert werden. Bis die entsprechenden Bedingungen des neuen Kaufvertrags vorliegen, wird der Geschäftsbetrieb der Neschen AG durch den Insolvenzverwalter fortgeführt. Arndt Geiwitz war am 20. Juni vom Amtsgericht Bückeburg zum Insolvenzverwalter bestellt worden, als die Neschen AG die Aufhebung der Anordnung der Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt hatte. Henrik Felbier war damals Vorstand der Neschen AG und Geschäftsführer der Neschen Benelux B.V. geblieben.

Was er nun nicht mehr ist. Denn mit der Übernahme des Geschäftsbetriebs durch den Insolvenzverwalter und den Verkauf ist die fast fünfjährige Sanierungsarbeit der Unternehmenssanierer Felbier Mall beendet. Der Vorstandsvorsitzende Henrik Felbier sei komplett aus dem operativen Geschäft herausgenommen worden und werde als Vertreter Neschens nicht mehr in Erscheinung treten. Er werde aber im Restrukturierungsprozess noch zugegen sein, wie es auf Nachfrage bei der Neschen AG hieß.

Felbier Mall waren Ende 2012 ins Unternehmen geholt worden, um Neschen zu retten. In der Folgezeit wurde mit dem Programm „cut & grow“ quasi eine Runderneuerung der Produktpalette eingeleitet und in der Folgezeit zahlreiche neue, margenstarke Produkte auf den Markt gebracht. Der Verlustbringer, die US-Tochter Seal, wurde verkauft und der Standort in Großbritannien geschlossen sowie eine neue Vertriebstochter gegründet. Im operativen Geschäft schrieb Neschen 2014 schwarze Zahlen, erreichte ein Ergebnis von 3,3 Millionen Euro. Neschen ächzte aber unter der Schuldenlast, die das Unternehmen unter den damaligen Mehrheitsaktionären und deren Vorständen aufgetürmt hatte. Sandton III hatte diese Schulden in Höhe von rund 24 Millionen Euro plus eines Besserungsscheins 2014 von der US-Bank J.P. Morgan übernommen.

Obwohl nach dem Verkauf des operativen Geschäfts quasi nur noch eine leere Firmenhülle übrig bleibt, sprang der Kurs der Neschen-Aktie gestern um rund 150 Prozent auf knapp zehn Cent.BÜCKEBURG. Im zweiten Anlauf hat es geklappt. Wie die Neschen AG und die Blue Cap AG München am Mittwochmorgen in beinahe übereinstimmenden Ad-hoc-Meldungen mitteilten, konnte der Neschen-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz und die Neschen GmbH, eine Tochtergesellschaft der Blue Cap AG, München, erneut einen Kaufvertrag zum Erwerb der wesentlichen Vermögensgegenstände der Neschen AG sowie der operativ tätigen Filmolux Tochtergesellschaften der Neschen B. V. abschließen. „Der Bestand der Firma Neschen und ihrer Tochtergesellschaften ist damit gesichert“, hieß es wörtlich in der Meldung.

Eine Meldung, die von der Neschen-Belegschaft mit Erleichterung, aber auch einer gewissen Skepsis aufgenommen wurde, denn kurz vor der Zielgeraden war am 1. Juli der Verkauf des operativen Geschäfts von Neschen gescheitert, weil eine Einigung mit dem Hedgefonds Sandton Financing III (Luxemburg) S.a.r.l über entsprechenden Freigabeerklärungen einer im Grundbuch eingetragenen Sicherungsgläubigerin der Neschen AG nicht termingerecht sichergestellt werden konnte (wir berichteten).

Die verbliebene Belegschaft – noch 185 Mitarbeiter – wurden am Mittwochnachmittag um 13.30 Uhr in einer Betriebsversammlung über das Gelingen des zweiten Verkaufs informiert. „Wir sind erleichtert, wir finden die Entwicklung gut“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Heinrich Heuer auf Anfrage unserer Zeitung: „Eine Riesenerleichterung.“ Das müsste schon „sehr seltsam laufen“, wenn auch dieser Vertrag platzt. Aber, so Heuer mit einer gewissen Portion Skepsis: „Wir haben in den vergangenen Jahren so viel erlebt bei Neschen.“ Was sich allein daran ablesen lässt, dass der Konzern 2010 noch rund 440 Mitarbeiter hatte – von allen anderen Auseinandersetzungen einmal ganz abgesehen.

Am 1. Juli 2016 waren Blue Cap und der Insolvenzverwalter einvernehmlich von einem zuvor geschlossenen Kaufvertrag zurückgetreten, weil die entsprechenden Freigabeerklärungen einer im Grundbuch eingetragenen Sicherungsgläubigerin der Neschen AG nicht termingerecht sichergestellt werden konnten. Zwischenzeitlich konnte der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz eine Einigung mit der Sicherungsgläubigerin zur Ablösung der Verbindlichkeiten und zur Freistellung der Sicherheiten erreichen. Aufgrund dieses Vergleichs konnte ein neuer Kaufvertrag finalisiert werden. Bis die entsprechenden Bedingungen des neuen Kaufvertrags vorliegen, wird der Geschäftsbetrieb der Neschen AG durch den Insolvenzverwalter fortgeführt. Arndt Geiwitz war am 20. Juni vom Amtsgericht Bückeburg zum Insolvenzverwalter bestellt worden, als die Neschen AG die Aufhebung der Anordnung der Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt hatte. Henrik Felbier war damals Vorstand der Neschen AG und Geschäftsführer der Neschen Benelux B.V. geblieben.

Was er nun nicht mehr ist, denn mit der Übernahme des Geschäftsbetriebs durch den Insolvenzverwalter und den Verkauf ist die fast fünfjährige Sanierungsarbeit der Unternehmenssanierer Felbier Mall beendet. Der Vorstandsvorsitzende Henrik Felbier sei komplett aus dem operativen Geschäft herausgenommen worden und werde als Vertreter Neschens nicht mehr in Erscheinung treten. Er werde aber im Restrukturierungsprozess noch zugegen sein, wie es auf Nachfrage bei der Neschen AG hieß.

Felbier Mall waren Ende 2012 ins Unternehmen geholt worden, um Neschen zu retten. In der Folgezeit wurde mit dem Programm „cut & grow“ quasi eine Runderneuerung der Produktpalette eingeleitet und in der Folgezeit zahlreiche neue, margenstarke Produkte auf den Markt gebracht. Der Verlustbringer, die US-Tochter Seal, wurde verkauft und der Standort in Großbritannien geschlossen sowie eine neue Vertriebstochter gegründet. Im operativen Geschäft schrieb Neschen 2014 schwarze Zahlen, erreichte ein Ergebnis von 3,3 Millionen Euro. Neschen ächzte aber unter der Schuldenlast, die das Unternehmen unter den damaligen Mehrheitsaktionären und deren Vorständen aufgetürmt hatte. Sandton III hatte diese Schulden in Höhe von rund 24 Millionen Euro plus eines Besserungsscheins 2014 von der US-Bank J.P. Morgan übernommen.

Obwohl nach dem Verkauf des operativen Geschäfts quasi nur noch eine leere Firmenhülle übrig bleibt, sprang der Kurs der Neschen-Aktie gestern um rund 150 Prozent auf knapp zehn Cent.