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Forderung nach „Eskalation“ hier, nach „friedlichem Protest“ da: Uneinigkeit über Wahl der Mittel

Bruch unter den „Trauermarsch“-Gegnern

Bad Nenndorf (tes). Der Verein „Bad Nenndorf ist bunt“ (BNib) lässt sich nicht abbringen von der bewährten Strategie, friedlich gegen den alljährlichen Trauermarsch der Neonazis zu protestieren und bunte Zeichen gegen Rechts zu setzen. Das haben die Mitglieder bei einer Versammlung auch der Vertreterin des „Bündnisses gegen NS-Verherrlichung“ klargemacht, die über den aktuellen Stand der Blockade-Vorhaben informieren wollte und nach heftiger Diskussion kurzerhand des Saales verwiesen wurde.

veröffentlicht am 30.06.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 04:42 Uhr

30. Juni 2012 00:00 Uhr

Friedlicher Protest gegen Rechts: Das hat sich „Bad Nenndorf ist bunt“ mit Anmelder Steffen Holz vom DGB zum Ziel gesetzt. Foto: tes

Bad Nenndorf (tes). Der Verein „Bad Nenndorf ist bunt“ (BNib) lässt sich nicht abbringen von der bewährten Strategie, friedlich gegen den alljährlichen Trauermarsch der Neonazis zu protestieren und bunte Zeichen gegen Rechts zu setzen. Das haben die Mitglieder bei einer Versammlung auch der Vertreterin des „Bündnisses gegen NS-Verherrlichung“ klargemacht, die über den aktuellen Stand der Blockade-Vorhaben informieren wollte und nach heftiger Diskussion kurzerhand des Saales verwiesen wurde.

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Bad Nenndorf (tes). Der Verein „Bad Nenndorf ist bunt“ (BNib) lässt sich nicht abbringen von der bewährten Strategie, friedlich gegen den alljährlichen Trauermarsch der Neonazis zu protestieren und bunte Zeichen gegen Rechts zu setzen. Das haben die Mitglieder bei einer Versammlung auch der Vertreterin des „Bündnisses gegen NS-Verherrlichung“ klargemacht, die über den aktuellen Stand der Blockade-Vorhaben informieren wollte und nach heftiger Diskussion kurzerhand des Saales verwiesen wurde.

Auslöser war der publizierte Eskalationsaufruf des antifaschistischen Bündnisses, der nach eigenen Aussagen nicht mit dem friedlichen Protest von BNib vereinbar ist. Das Bündnis gegen NS-Verherrlichung distanziert sich mittlerweile auch von der landesweiten Initiative „Kein Naziaufmarsch in Bad Nenndorf“, die eine Massenblockade plant und eine Demo an der Horster Straße angemeldet hatte.

Die Wahl der Mittel im Kampf gegen Rechts trennt die Nazigegner. „Wir provozieren nur mit unserem Gesang“, machte Sigrid Bade vom VfL klar. Friedlich und gewaltfrei gegen Nazis protestieren: Doch genau diesen Passus im Aufruf von BNib wollten die Antifaschisten nicht in ihre Resolution aufnehmen. „Statt uns zu unterstützen, stehen sie uns im Weg“, forderte BNiB-Vorsitzender Jürgen Uebel eine Stellungnahme: „Ein Bündnis beinhaltet, Respekt voreinander zu haben.“

Foto: DIALOG

Da half auch die Beteuerung der Sprecherin vom „Bündnis gegen NS-Verherrlichung“ nichts. Sie betonte, dass der Aufruf, „Bad Nenndorf eskalieren lassen“, nicht bedeute, „Bad Nenndorf in Schutt und Asche zu legen“. Vielmehr sei der Aufruf „politisch gemeint“, er solle „nur provozieren.“

Provoziert und diskreditiert fühlten sich am Ende nur Mitglieder von „Bad Nenndorf ist bunt“, die hinter der offensiv aggressiven Kampagne der Antifaschisten eine Aktion des Verfassungsschutzes vermuteten. Nach dem Kommentar von Klaus Strempel: „Du bist hier fehl am Platz“ verließ die junge Frau die Versammlung und kündigte zum Abschied eine eigene Demo der Antifaschisten an, „um keine Kompromisse eingehen zu müssen“.

Der Regionssekretär vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), Steffen Holz, der seit 2009 die Demos von BNib anmeldet, erkennt im Aufruf des „Bündnisses gegen NS-Verherrlichung“ eine „unerträgliche Demagogie“, die eine Zusammenarbeit unmöglich mache: „Wir haben uns für friedlichen Protest positioniert“. Durch den Aufruf zur Eskalation habe sich das Bündnis von „Bad Nenndorf ist bunt“ distanziert, Holz sehe nun keine Grundlage mehr für eine Kooperation. „Wir haben unseren Standpunkt früh klargemacht, der Bruch war vorprogrammiert.“

Mittlerweile sorgt ein Bremer für Verwirrung bei den Bad Nenndorfer „Trauermasch“-Gegnern. Der Mann habe für den 4. August eine zusätzliche Demo angemeldet, und zwar „auf unserer Route mit Start auf der Bornstraße“, berichtet Holz. Irritierend sei zudem, dass der Name „Bündnis gegen Rechts“ in Nenndorf noch nie in Erscheinung getreten sei und nur in der Anmeldung beim Landkreis auftauche. „Ein Grad der Desinformation, der uns skeptisch macht“, betont Holz: „Wir bestehen auf unserer Route und der Abschlusskundgebung am Mahnmal an der Kurhausstraße.“




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