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Sommeruni-Redaktion, Teil 1: Die Unterkünfte / Mädchen schlafen in Klassenräumen – Jungs müssen in den Keller

„Die Mädchen wohnen im paradiesischen Wohnhaus…“

„Ey Leute, hat jemand meine Bürste gesehen?“ oder „Wo ist eigentlich mein Handtuch?“ Morgendliche Ausrufe wie diese sind in dieser Woche öfter aus den Klassenzimmern der Hildburgschule zu hören – die Realschule ist nämlich im Rahmen der Sommeruni zum Schlafquartier umfunktioniert worden.

veröffentlicht am 19.07.2010 um 20:03 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 21:41 Uhr

Die Mädchen sind mit ihrer Unterbringung in Klassenräumen zufrie

Autor:

Pauline Kleier,Gesa Rosenbusch und Janine Rügge

Bis zu 20 Leute pro Raum belagern mit ihren Matratzen die Böden, da ist das Chaos logischerweise vorprogrammiert. Die Unterkunft ist kostenlos, was die Schüler sehr begrüßen. Während die Mädchen im Erdgeschoss in einzelnen Klassenräumen einquartiert sind, sieht es bei den Jungs etwas anders aus. Kai Lange (17) aus Nienburg: „Im Gegensatz zum paradiesischen Mädchenwohnhaus wurden wir in den Keller verfrachtet.“ Jedoch hat der dunkle Keller mit den kleinen Fenstern einen Vorteil: Kühle Luft, was bei der Hitze durchaus angenehm ist, wie Rico Stickan (17) aus Wunstorf meint.

Die Atmosphäre in den Schlafräumen unterscheidet sich bezüglich der beiden Geschlechter: Bei den Mädchen herrscht keinerlei Zickenkrieg, während die Jungs es als „anstrengend“ ansehen, mit so vielen Leuten in einem Raum zu schlafen. Sicher sind sie sich aber alle in einem Punkt: Hier entsteht schnell eine Gemeinschaft, und man lernt sich untereinander besser kennen.

Dies dauert bei den Pendlern, die nur zu den Seminaren anreisen, etwas länger, da sie nicht so viel Zeit in der Gruppe verbringen. Die jedoch haben den Vorteil, in ihren eigenen Betten zu schlafen und keinem morgendlichen Konkurrenzkampf um Waschbecken und Toilette ausgeliefert zu sein. Zudem genießen sie eine Privatsphäre, die in der Hildburgschule kaum gegeben ist, da sich Waschbecken und Duschen in einem Raum befinden und nur Sammelumkleidekabinen vorhanden sind.

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Andererseits nimmt eine tägliche Anreise aber auch viel Zeit in Anspruch, denn die Pendler müssen früher aufstehen, um die Fahrt nach Rinteln anzutreten. Während die anderen also noch auf ihren Matratzen dösen können, sitzen die Pendler schon im Auto. „Das ist ein Grund mehr, trotz benachbarten Wohnorts über Nacht hier zu bleiben“, sagt der 18-jährige Denni.

Außerhalb des breit gefächerten Seminarangebots bietet die Sommeruni ein vielseitiges Freizeitprogramm mit sportlichen Aktivitäten an – und jeder hat die Möglichkeit, Rinteln auf eigene Faust zu erkunden. „Es ist gut, dass die Schule sehr zentral gelegen ist und man alles sehr schnell zu Fuß erreichen kann“, findet Leonie Danner, 17 Jahre, aus Barsinghausen. Trotzdem würde sich die 16-jährige Sophia Rehn aus Barsinghausen über einen Billardtisch und Tischtennisschläger als Zeitvertreib auf dem Schulgelände, in dem sie untergebracht sind, freuen, da viele der Freizeitangebote anmeldepflichtig sind. Weil man aber ständig neue Leute kennenlernt, bietet es sich auch einfach an, gemeinsam loszuziehen und in diesem heißen Wetter vielleicht ein Eis zu essen. Oder man lässt sich von den einheimischen Pendlern die Gegend ziegen – denn in neu geschlossenen Gemeinschafen ist der Spaßfaktor doppelt so hoch.




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