Haste (tes). Als Protest gegen den Naziaufmarsch in Bad Nenndorf am 4. August hat die Gemeinde Haste eine Demonstration angemeldet, und sie ruft die Bürger der Nordgemeinden zum gemeinsamen Fahrradkorso auf. Am Freitag, 3. August, soll ab 14 Uhr in Kooperation mit der Grundschule Haste das Bahnhofsgelände mit Girlanden und wetterfesten, bunten Stoffwimpeln geschmückt werden.
Damit wollen die Haster den Rechtsextremisten schon bei deren Anreise klarmachen, dass im Ort kein Platz ist für Feinde der Demokratie. „Zunehmend müssen wir feststellen, dass auch Haste von Nazis beeinträchtigt wird“, erklärte Bürgermeister Sigmar Sandmann. Und: „Wir wollen unseren Bahnhof auch an diesem Wochenende in Anspruch nehmen.“ Haste wehre sich gegen Ausnahmezustand, ausgelöst von aus ganz Deutschland anreisenden Rechtsextremisten. „Wir wollen nicht zulassen, dass unsere Gemeinde von fremden- und ausländerfeindlichen Organisationen und Personen jährlich wiederkehrend missbraucht und für Aktivitäten genutzt wird, die gegen die Demokratie und Menschenwürde gerichtet sind“, heißt es in der einstimmig vom Rat verabschiedeten Resolution.
In dem Papier werden die verantwortlichen Stellen aufgefordert, „alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen“, ein Auftreten rechtsextremistischer Gruppen zu verhindern. Zivilcourage sei erwünscht und werde gefördert. Schulleiterin Birgit Flacke-Schröder ist ebenso dabei wie Vertreter der Vereine. Alle gesellschaftlichen Gruppen der Gemeinde sind bereit, aktiv mitzuwirken.
Die Lokalpolitiker wollen ihre Mitbürger ermuntern, Flagge zu zeigen und am 4. August die Proteste in Bad Nenndorf zu unterstützen. Der Fahrradkorso startet um 10 Uhr.