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„Collegium Musicum“ und Konrad Maria Engel liefern sich dramatischen Wettstreit zwischen Klavier und Orchester

Minutenlanger Applaus für eine Zugabe des Pianisten

Rinteln (cok). Herzklopfen, ja, und beinahe Tränen in die Augen, das konnte man bekommen. als das „Collegium Musicum“ der Leibniz-Universität Hannover am Freitag im Brückentorsaal aufspielte. Das überwiegend aus jungen Leuten bestehende Orchester und Dirigent Thomas Posth, der seine Musiker nach besonders gelungenen Passagen immer wieder strahlend anlächelte, sie waren gekommen, um Beethoven, Schuhmann und Schostakowitsch sprechen zu lassen. Und zwar dafür, dass die „Auenlandschaft Oberweser“ unter den Schutz des Nabu gestellt werden soll.

veröffentlicht am 09.07.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 12:22 Uhr

Dafür wählten sie mit Bedacht äußerst gefühlsbetonte Kompositionen in Moll, die sie gleichwohl mit grandios kontrollierter Spannung vortrugen: Beethovens Ouvertüre zu Goethes Freiheitskämpfer-Drama „Egmont“ mit seinem eingängigen, mitreißenden Grundmotiv; Robert Schuhmanns einziges Klavierkonzert, das Pianist Konrad Maria Engel als dramatischen Wettstreit zwischen Klavier und Orchester inszenierte, und schließlich – umwerfend – die 5. Sinfonie von Dimitri Schostakowitsch, die man als Ausdruck des verzweifelten, nicht gänzlich hoffnungslosen Widerstandes eines Individuums gegen die Übermacht eines diktatorischen Systems auffassen kann.

Nicht oft ist ein fast 80-köpfiges Orchester in Rinteln zu Gast, das mit Instrumenten wie zwei Harfen, dem Flügel, Pauken, Trommeln und Becken, dazu Xylofon, Glockenspiel, Hörnern und Tuba fast ein Drittel des Brückentorsaales ausfüllt, dazu noch von einem Pianisten wie Konrad Maria Engel begleitet, dessen Spiel so begeistern konnte, dass der minutenlange Applaus erst endete, als er sich zu einer Zugabe bereit erklärte.

Überhaupt der Applaus: Er war so endlos stürmisch und galt sowohl den in zwangloser Einheit agierenden Musikern, den hervorragenden Solisten an Querflöte, Hörnern, Klarinette, und dem charismatischen Dirigenten Thomas Posth, als auch insgesamt dem ehrenamtlichen Engagement des „Collegium Musicum“.

Das Konzert in Rinteln, dem übrigens auch Ursula Helmhold (Die Grünen) und der Nabu-Landesvorsitzende Dr. Holger Buschmann beiwohnten, soll der Auftakt für eine ganze Reihe weiterer Benefiz-Konzerte sein, mit denen Naturschutzprojekte im Land unterstützt werden.




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