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Zu: Eigene Stelle für Generation 50+

Ist das nötig?

Tanzkurse und fröhliche Treffen für die reifere Generation über 50, Theater- und Museumsbesuche: So etwas organisierte man früher in Nachbarschaften oder auf Vereinsebene, in Kirchengemeinden oder Dorfgemeinschaften. Braucht man dafür heute eine Koordinatorin?

veröffentlicht am 29.03.2019 um 00:00 Uhr

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Autor

Stefan Reineking Chefredakteur zur Autorenseite

Der Beschluss des Sozialausschusses zur unbefristeten Beibehaltung der Stelle der Koordinatorin 50+ zeigt zweierlei: Die früher als Politik des goldenen Zügels gebrandmarkte Vorgehensweise des Bundes, Kommunen durch hohe Zuschüsse zu Investitionen zu nötigen, funktioniert auch heute noch; die gesellschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte scheint zumindest aus Sicht der Regierenden verheerend und falsch zu sein.

Denn anders lässt es sich nicht erklären, dass in einer Kleinstadt wie Rinteln jährlich 44 500 Euro aufgebracht werden müssen, um eine Koordinationsstelle für Dinge zu schaffen, die früher von allein funktionierten: etwa Tanzkurse und fröhliche Treffen für die reifere Generation über 50, Gemeinschaftskocherlebnisse für Jung und Alt oder gemeinsame Theater- und Museumsbesuche. So etwas organisierte man früher in Nachbarschaften oder auf Vereinsebene, in Kirchengemeinden oder Dorfgemeinschaften. Auch die von der psychotherapeutisch fortgebildeten Fachkraft durchgeführten Beratungsgespräche erfolgten früher (natürlich ohne Fachausbildung) von Mensch zu Mensch.

Bleibt die Frage: Ist unsere Gesellschaft so kaputt, dass sie solche Angebote benötigt? Oder ist der Blick aus dem Elfenbeinturm der Regierenden auf uns als Volk so herablassend, dass uns Eigeninitiative nicht mehr zugetraut wird?




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