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Kandidaten müssen sich auch nach dem Wahlkampf in die Augen sehen können

Kommentar zur Bürgermeisterwahl: Sieg nicht um jeden Preis

Die Konstellation ist denkbar unglücklich. Nach vielen Jahren voller Streit, Beleidigungen und einer insgesamt unwürdigen Vorstellung ist im Stadtrat seit Kurzem etwas Ruhe eingekehrt. Seit Beginn des vergangenen Jahres zählt endlich wieder die Sacharbeit. Der Wahlkampf gefährdet nun diesen Burgfrieden.

veröffentlicht am 04.02.2021 um 16:35 Uhr

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Stv. Chefredakteur zur Autorenseite

Mehrere Faktoren heizen die Situation an. Einerseits die personelle Schwäche der heimischen SPD. Viele wichtige Zugpferde sind weit im Rentenalter und treten zum letzten Mal an. Der Nachwuchs bleibt blass. Oder kennt offenbar Bedeutung und Ansehen seiner Position nicht und profiliert sich deswegen im Internet mit unwürdigen Vorwürfen der politischen Konkurrenz.

Teile der CDU waren schon im Wahlkampf gegen Thomas Priemer um keinen miesen Trick verlegen, um ihn zu diskreditieren. Auch bei Joachim Steinbeck beginnt man bereits, ihn persönlich und beruflich zu diskreditieren.

Die WGS hat ihre tiefe Spaltung der zurückliegenden anderthalb Jahre kaum überwunden, da tut sich nun ein neuer Zankapfel auf. Nicht alle werden Doris Neuhäuser unterstützen. Die Partei hat mit Gert Armin Neuhäuser, Heinrich Sasse und neuerdings Markus Schwenk drei angriffslustige Juristen, die aber allesamt gerne über die Stränge schlagen.

Natürlich wird Gert Armin Neuhäuser den Wahlkampf seiner Frau unterstützen. Ob er sich dabei auf die Sachebene beschränken kann, wird für ihren möglichen Wahlsieg entscheidend sein. Gleichzeitig darf sie nicht für seine Verfehlungen in der Vergangenheit in Sippenhaft genommen werden.

Entscheidend wird auch sein, wie Steinbeck und Neuhäuser mit der FDP-Herausforderin umgehen. Schafft man es, Elisabeth Dietz auf der Sachebene in die Schranken zu weisen, kann man politisch punkten. Wer sie aber auf Alter, Geschlecht und Schulabschluss reduziert, schießt sich ins politische Abseits.

Alle Kandidaten müssen sich klar sein, dass im Wahlkampf nur die sachliche Ebene zählen darf. Besonders bedeutsam ist das für Steinbeck und Neuhäuser. Denn sie müssen während und nach dem Wahlkampf vertrauensvoll zusammenarbeiten können. Sonst schaden sie Rinteln. Und das wird der Wähler nicht gutheißen.jak@szlz.de




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