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Gut, eine solche Trauerstätte zu haben

Trauerstätte in Buchholz: Fehlt es an Empathie?

Es ist schon sehr traurig, dass sich einige Buchholzer Bürger an der kleinen Gedenkstätte stören. Können sich diese Leute nicht vorstellen, wie schlimm es für Eltern ist, das eigene Kind zu verlieren? Der Kommentar von SZ/LZ-Reporter Michael Werk:

veröffentlicht am 09.07.2020 um 11:11 Uhr
aktualisiert am 09.07.2020 um 17:31 Uhr

Michael_Werk

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Es ist schon sehr traurig, dass sich einige Buchholzer Bürger an der kleinen Gedenkstätte stören. Können sich diese Leute nicht vorstellen, wie schlimm es für Eltern ist, das eigene Kind zu verlieren? Und ist der Gedanke so fern, dass Hinterbliebene Trost darin finden, an der Unfallstelle ein Holzkreuz aufzustellen und davor Engelsfiguren, Kerzen und Blumen zu platzieren? Auch wenn inzwischen schon viele Jahre ins Land gegangen sind, muss die Trauerarbeit der Angehörigen noch lange nicht abgeschlossen sein. Mitunter verwindet man den Tod eines geliebten Menschen nie. Und da ist es für manch einen gut, eine Anlaufstelle wie eben solch eine kleine Gedenkstätte zu haben.

Rechtlich dürfte die Sache klar sein: Das Holzkreuz steht auf fremdem Grund und Boden, ergo kann der Grundstückseigentümer verlangen, dass dies entfernt wird. Die Frage ist aber halt, ob man eigenes Recht unbedingt durchsetzen muss, zumal das Holzkreuz und die anderen dort drapierten Dinge doch nicht wirklich stören.

Die diesbezüglich kritischen Buchholzer könnten das Ganze übrigens auch so sehen: Vielleicht nimmt der eine oder andere an dieser Stelle vorbeikommende Kraftfahrer beim Anblick der kleinen Trauerstätte ja gerade deswegen den Fuß vom Gaspedal statt mit überhöhter Geschwindigkeit durch den Ort zu rasen.




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