weather-image
27°
Brandermittlungen ohne konkrete Ergebnisse / Hausbewohner beziehen Wohnung im Nachbarhaus

„Duke“ schlägt nicht an

Die Experten der Brandursachenkommission haben die Brandruine in Rehren unter die Lupe genommen, ohne konkrete Ergebnisse. Es gibt weder Hinweise auf eine Brandstiftung noch auf einen technischen Defekt.

veröffentlicht am 24.05.2018 um 15:57 Uhr

„Duke“ hat die Stelle gefunden, wo sein Herrchen einen Tropfen Benzin in den Balken gespritzt hat.
Kerstin Lange

Autor

Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

REHREN. Es ist nichts mehr übrig von dem 1817 erbauten Familiensitz der Baules in Rehren. Der Großbrand am Pfingstsonntag (wir berichteten) hat alles vernichtet – das Wohnhaus und den alten Pferdestall. Außerdem blieb den Einsatzkräften der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks (THW) keine andere Wahl, als den Dachstuhl abzutragen, um Brandnester im Stroh löschen zu können, und Teile des Hauses einzureißen, um auch letzte glühende Teile aufzuspüren.

Für die Mitarbeiter der Brandursachenkommission der Polizei, die am Donnerstagmorgen vor Ort waren, sind die Ermittlungen nicht einfach gewesen.

„Wir versuchen, uns ein Bild davon zu machen, wo der Brand ausgebrochen ist“, erklärte der Brandermittler Klaus Franke vom Landeskriminalamt. Unterstützt wurde das Team bei der Ursachenforschung von „Duke“. Der Belgische Schäferhund ist einer von sechs Brandmittelspürhunden in Niedersachsen und top ausgebildet für seine Aufgabe. „,Duke‘ sucht nach Brandbeschleunigern“, erklärte Hundeführer Stefan Meyer von der Polizeidirektion Göttingen.

„Duke“ wird aus dem Obergeschoss der Brandruine abgeseilt.
  • „Duke“ wird aus dem Obergeschoss der Brandruine abgeseilt.
270_0900_93900_a_brand_nachklapp1.jpg

Nachdem sich die Ermittler einen ersten Eindruck verschafft hatten, kam „Duke“ zum Einsatz. Über eine Leiter ging es ins Obergeschoss des abgebrannten Wohnhauses. „Rauf kommt ,Duke‘ mit etwas Hilfe, aber runter müssen wir ihn abseilen. Aber das beherrscht er inzwischen perfekt“, erzählt Meyer.

Angeschlagen hat „Duke“ nicht. Was bedeutet, dass er keinen Brandbeschleuniger ausmachen konnte. So wurde er abgeseilt, durfte im Auto ausruhen und das Ermittlerteam sah sich weiter in der Brandruine um. Nach knapp zwei Stunden stellte Franke fest: „Wir haben keinen konkreten Hinweis auf eine Brandlegung gefunden. Es konnte weder eine Brandstiftung noch ein technischer Defekt festgestellt werden.“

Die Brandstelle werde jetzt zeitig freigegeben und der Besitzer müsse für eine Räumung der Bauruine sorgen.

„Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht“, sagte Heinrich-Wilhelm Baule. Seine Eltern, die in dem Haus gelebt haben, konnten bereits provisorisch eine Wohnung im Nachbarhaus beziehen. „Jetzt kommt hier erst mal ein Bauzaun rum und dann sehen wir weiter“, so Baule, der froh ist, dass weder Menschen noch Pferde bei dem Brand verletzt wurden.

„Duke“ hatte noch keinen Feierabend. „Der braucht jetzt noch sein Erfolgserlebnis“, erklärte Meyer. Mit einer Spritze brachte er einen winzigen Tropfen Benzin in einen der verkohlten Eichenbalken ein, holte „Duke“ aus dem Auto und ließ ihn suchen. Der Hund brauchte keine zwei Minuten, um die Stelle aus dem riesigen Schutthaufen herauszuschnüffeln. „Fein gemacht“, lobte Meyer seinen Hund – und der war sichtlich zufrieden.

Mehr Artikel zum Thema
Anzeige
Anzeige
Kommentare