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IGHH schaltet Hannover wegen Abriss von Haus Reiche ein

Kulturminister soll es richten

BÜCKEBURG. Die Interessengemeinschaft Historische Herminenstraße (IGHH) hat sich in einem Schreiben an den Niedersächsischen Wissenschafts- und Kulturminister Björn Thümler (CDU) gewandt. Er soll sich dafür einsetzen, dass das Haus Reiche auf dem Krankenhausgelände Bethel und die historische Herminenstraße erhalten bleibt.

veröffentlicht am 16.05.2018 um 13:54 Uhr
aktualisiert am 16.05.2018 um 18:10 Uhr

Nun soll der Kultusminister dafür sorgen, dass Haus Reiche nicht abgerissen wird und das Bild der Herminenstraße erhalten bleibt. Foto: rc

Der Sprecher der IGHH, Dr. Christian Fricke-Neef, in dem Schreiben: „Wir versuchen zurzeit, eine unmittelbar bevorstehende stadtplanerische Fehlentscheidung in der historisch fast vollständig erhaltenen Herminenstraße abzuwenden. Dort steht die bis vor Kurzem denkmalgeschützte Villa Reiche auf dem Gelände des vormaligen Krankenhauses Bethel vor dem Abriss.“

Die rot-grüne Ratsmehrheit beabsichtige, im Juni einen Bebauungsplan zu verabschieden, der einen erheblichen Eingriff in die historische Straßenansicht bedeute und sie unwiederbringlich zerstören würde, so die IGHH. Die erst vor Kurzem öffentlich bekannt gewordene Planung berücksichtige „einseitig“ die Bedürfnisse des Erwerbers des Geländes, der IMMAC AG, die dort ein Seniorenzentrum errichten möchte.

Die IGHH kritisiert, dass im Zuge der Vorbereitung des B-Plans das Haus Reiche unter „fragwürdigen Umständen“ aus dem Denkmalschutz genommen worden sei und „ohne Not“ abgerissen werden soll. Der vom Erwerber beabsichtigte Neubau sei zu massiv, rücke in einem Teil zu sehr an die Straße heran und werde nicht wie ortsüblich parallel zur Straße geplant. Der beabsichtigte Neubau sei viergeschossig, obwohl alle übrigen Gebäude im unmittelbaren Umfeld der Herminenstraße maximal zweieinhalbgeschossig sind. Es sind vier historisierende Fassadenelemente geplant, die die übrigen historischen Fassaden entwerten. Die IGHH: „Besser wäre ein klares Bekenntnis zum Neubau.“ Die IGHH fordert daher einen Ensembleschutz für die gesamte Herminenstraße einschließlich Haus Reiche, denErhalt des Hauses Reiche, die Erteilung von Auflagen an den Erwerber, die sicherstellen, dass das historische Straßenantlitz erhalten bleibt, die Veränderung der Baulinie und Orientierung an dem Bestand sowie die Begrenzung der Geschosszahl.

Die IGHH in ihrem Schreiben an den Kulturminister: „Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie sich kurzfristig unseres Anliegens annehmen und Möglichkeiten prüfen könnten, gegenüber der Stadt Bückeburg und den beteiligten Behörden einschließlich des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege (NLD) zu intervenieren, damit das historisch einzigartige Straßenbild der Herminenstraße erhalten bleibt und nicht den Profitinteressen und Renditeerwartungen des Erwerbers zum Opfer fällt.“red/rc

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