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Dieselkraftstoff läuft in die Bückeburger Aue – und sorgt für aufwendigen Feuerwehreinsatz

Folgenreicher Fehler

HEEßEN. Ein auf der Bückeburger Aue treibender Ölfilm hat einen Einsatz der freiwilligen Feuerwehr erforderlich gemacht. Bemerkt worden war die Umweltverschmutzung von einer aufmerksamen Anwohnerin, die den Geruch von Diesel wahrgenommen hatte. Sie hatte daraufhin die Polizei informiert, die wiederum die Feuerwehr alarmierte.

veröffentlicht am 13.06.2018 um 13:37 Uhr
aktualisiert am 13.06.2018 um 16:00 Uhr

Das in die Bückeburger Aue mündende Betonrohr hatte die Feuerwehr bis zur Beendigung der Kanalspülung mit einem aufblasbaren Dichtkissen verschlossen. Foto: wk
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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Um eine weitere Ausbreitung des Ölfilms zu verhindern, wurde unterhalb der nahe der Ecke Im Wiesengrund/Schulstraße gelegenen kleinen Auebrücke (Fußgängerbrücke) eine Ölsperre in dem Fließgewässer installiert, berichtete der stellvertretende Gemeindebrandmeister Thomas Hahne, der mit mehreren Einsatzkräften der Ortsfeuerwehr Luhden und Bad Eilsen vor Ort war. Zudem habe man vor der Ölsperre ein Bindemittel auf dem Wasser ausgebracht und den durch diese Maßnahme aufgefangenen, respektive gebundenen Dieselkraftstoff dann von der Wasseroberfläche abgesaugt.

Die Suche nach der Ursache für die Umweltverschmutzung führte die Einsatzkräfte zu einem etwa 200 Meter oberhalb der kleinen Auebrücke in die Bückeburger Aue mündenden Betonrohr eines gemeindeeigenen Regenwasserkanales, aus dem heraus Kraftstoff in das Gewässer rann, so Hahne. Mit einem aufblasbaren Dichtkissen verschloss die Feuerwehr die rund einen halben Meter im Querschnitt messende Kanalöffnung, um ein weiteres Nachlaufen des Diesels zu unterbinden. Als Quelle der Umweltverschmutzung machten die Brandschützer aufgrund des Rohrverlaufes ein „Grundstück oberhalb der Hauptstraße“ aus – konkreter wurde Hahne bezüglich des Schadenverursachers jedoch nicht.

Nach unseren Recherchen soll die Umweltverschmutzung ihren Anfang auf dem Gelände eines dortigen landwirtschaftlichen Lohnunternehmens genommen haben. Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte Hans-Jürgen Döring, Verwaltungsmitarbeiter im Amt für Kreisstraßen, Wasser- und Abfallwirtschaft beim Landkreis Schaumburg, dass dies tatsächlich der Fall ist. Im Zuge von Reinigungsarbeiten sei auf dem Hofgrundstück versehentlich Diesel in eine Gosse gelaufen, die an den Regenwasserkanal angeschlossen sei, erklärte er. In das Fließgewässer selbst sei aber nur „wenig“ Diesel gelangt.

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Zwar gebe es auf dem Betriebsgelände eine Anlage zum Abscheiden von ausgelaufenem Öl oder Kraftstoff, die auch regelmäßig überprüft werde. Doch wenn ein Mitarbeiter einen „Fehler“ mache, nutze der vorhandene „Koaleszenzabscheider“ nichts, ergänzte Döring. Worin der „Fehler“ jenes verantwortlichen Mitarbeiters lag, wollte er indes nicht darlegen. Der auf dem Hofgelände mit Diesel verunreinigte Bereich wurde laut Döring mit Bindemittel gestreut und gesäubert. Ebenso sei der Regenwasserkanal von der Gosse bis zur Einmündung in die Bückeburger Aue von der Feuerwehr gespült worden.

Vor der Kanalspülung hatten die Einsatzkräfte mit einem von einem Mitglied der Feuerwehr zur Verfügung gestellten Metalldetektor unweit des Mündungsrohres nach einem in einer Pferdewiese verborgenen Kontrollschacht gesucht. Nachdem der Schacht gefunden war, wurde dieser mit Spaten freigegraben. Somit konnte das von der Feuerwehr auf dem Grundstück des landwirtschaftlichen Lohnunternehmens in den Regenwasserkanal eingeleitete Spülwasser an dem Kontrollschacht mit einem Spezialfahrzeug herausgepumpt werden. Hiermit war eine auf Kanalreinigungen spezialisierte Firma beauftragt. Nach Abschluss der Kanalspülung wurde das in das Mündungsrohr eingesetzte Dichtkissen wieder entfernt.

„Es ist sehr schnell gelaufen“, hatte Döring vor Ort die Arbeit der freiwilligen Feuerwehr gelobt. Die Kosten für den Einsatz der Rettungskräfte und die Beseitigung der Umweltverschmutzung müsse allerdings der Verursacher (hier: der Betreiber des landwirtschaftlichen Lohnunternehmens) tragen. Wegen der begangenen Ordnungswidrigkeit werde vom Landkreis Schaumburg zudem ein Verwarnungsgeld verhängt.

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