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„Luthersause“ macht Wirkenszeit des Reformators lebendig

Reise in die Vergangenheit

FUHLEN. „Luthersause“ in Fuhlen: Anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums nahm die Theatergruppe das Publikum in ihrem Spiel mit an die bedeutenden Stationen in Luthers Leben. Musikalisch untermalt wurde das Szenenspiel vom Projektchor der Grundschule Sonnental sowie dem Mittelalter-Duo „Zeit-Sprung“.

veröffentlicht am 13.08.2017 um 16:17 Uhr
aktualisiert am 13.08.2017 um 20:10 Uhr

Die Theatergruppe – hier Lea Bücher und Marcel Pyzik – macht Stationen aus dem Leben von Martin Luther anschaulich. Foto: sbr
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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FUHLEN. „Wolken, die über den Himmel ziehen, ohne Regen zu geben, sind die Gerechtigkeit des Gesetzes, das viel verheißt, aber nichts gibt als Schauspielerei.“ – dieses Zitat wird Martin Luther zugeschrieben. Bei der „Luthersause“ in der Kirche zu Fuhlen anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums gab es beides: jede Menge Regen und Schauspielerei. Das unbeständige Wetter hatte es verhindert, dass die Luthersause wie geplant unter freiem Himmel im Pfarrgarten stattfinden konnte. Ausweichquartier wurde die Kirche, die bis auf den letzten Platz gefüllt, eine herrliche Kulisse für das Szenenspiel bot.

Die Theatergruppe Fuhlen – das sind Marcel Pyzik, Lea Bücher, Christina Grabbe, Philipp Loges, Antje Eggers, Heiner Becker, Oliver Schwaldt und Torben Meyer-Gattermann – nahmen das Publikum in ihrem Spiel mit an die bedeutenden Orte und Stationen in Luthers Leben. Erster Stopp war die Schlosskirche zu Wittenberg, wo der Reformator seine 95 Thesen an die Eingangstür nagelte. Darüber hinaus wurden die Besucher Augen- und Ohrenzeuge der Entführung Luthers auf die Wartburg, erlebten eindrucksvoll mit, wie der Reformator den Teufel mit dem Tintenfass in den Bann schlug und waren eingeladen, im Schwarzen Kloster, dem Wohnort der Familie Luther, Mäuschen zu spielen, als Katharina von Bora, die Ehefrau Luthers, sich in ihrer Tischrede auf „sächsisch“ über den Umgang mit den besitzanzeigenden Fürwörtern im Hause des Doktor Martin Luther ausließ.

Musikalisch untermalt wurde das Szenenspiel vom Projektchor der Grundschule Sonnental unter der Leitung von Sabine Sieg-Windeler sowie dem Mittelalter-Duo „Zeit-Sprung“. Gudrun Woznitza und Antje Schmidt faszinierten nicht nur mit beeindruckendem Gesang, zum Teil in französischer Sprache, sondern brachten mit Schalmei, Altblockflöte und Krumhorn das Mittelalter auch instrumental in die 884 Jahre alte Fuhlener Kirche. An die Gastfreundschaft im Hause Luther erinnerte im Anschluss an das Schauspiel die lange Tafel im Pfarrgarten. Für die Besucher gab es Erbsensuppe, natürlich war auch der Backofen im örtlichen Backhaus angeheizt worden, um rustikales Brot zur Suppe reichen zu können, wie Pastorin Susanne Behnke berichtet, aus deren Federkiel übrigens auch das szenische Spiel stammte. Die zur „Luthersause“ erarbeitete Ausstellung mit den Werken der Schüler und Schülerinnen der Grundschule Sonnental kann noch bis zum Reformationstag in der Kirche besucht werden.

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