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Zur neuen Saison

MTVO: Der Herren-Handball kehrt zurück

OBERNKIRCHEN. Die sportlich beste Nachricht gibt es zur Halbzeit der Jahreshauptversammlung: Jörg Mevert, zuständig für den MTVO-Handball, teilt mit, dass nach vielen Gesprächen mit ehemaligen aktiven Handballern zur neuen Saison eine Herrenmannschaft gemeldet werden kann – nach zwei Jahren Abstinenz.

veröffentlicht am 16.04.2018 um 11:09 Uhr
aktualisiert am 16.04.2018 um 15:50 Uhr

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Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
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OBERNKIRCHEN. Die sportlich beste Nachricht gibt es zur Halbzeit der Jahreshauptversammlung, als unter Tagesordnungspunkt sechs die Spartenleiter vortragen. Jörg Mevert, zuständig für den Handball, teilt mit, dass nach vielen Gesprächen mit ehemaligen aktiven Handballern zur neuen Saison eine Herrenmannschaft gemeldet werden kann – nach zwei Jahren Abstinenz.

Mevert sah es so: Es sei ein „Glücksgriff“, vor allem für die A-Jugendlichen, um in den Herrenbereich behutsam hineinzuschnuppern. Zur Saison 2018/19 sei vorgesehen, mit fünf Mannschaften in den Spielbetrieb zu gehen, neben der Herrenmannschaft noch eine männliche Mannschaft im A-, B- und C-Jugendbereich sowie ein gemischtes Team bei der D-Jugend. Er könne sich jedenfalls nicht erinnern, so Mevert, „dass wir jemals vier Jugendmannschaft von der A- bis zur D-Jugend gemeldet hatten“.

Seinen Jahresrückblick hätte Vorsitzender Kurt Otto auch in wenigen Worten zusammenfassen können: Die Zusammenarbeit im Vorstand sei harmonisch und effizient, die Kassenlage gesund, und die letzten zwölf Monate seien „um einiges weniger belastet“ als die beiden Jahre zuvor. Finanzchef Hans Gimmel fasste es später so zusammen: „Gute Arbeit, gutes Team“, er sprach vor allem Otto ein großes Lob aus: Ohne ihn hätte es den Verein 2014 nicht mehr gegeben, Otto sei ein „Vollprofi“, er sei eingesprungen und habe viel Erfahrung eingebracht, „ein alter Besen, der die Ecken kennt“. Wenige Minuten später war Otto erneut zum Vorsitzenden gewählt, „ein Jungbrunnen ist es ja nicht gerade“, witzelte er selbst über seine Wahl. Auch Claudia Edler wurde in ihrem Amt bestätigt, sie ist für Jugend und Soziales zuständig.

Über 440 Mitglieder verfügt der MTVO in seinem 155. Jahr, die Mehrzahl übt Breitensport aus, anschließend folgen die Handballer, mit 90 Mitgliedern. Fast 30 Prozent der Mitglieder finden sich im Altersbereich von null bis 18 Jahren, über 60 sind 120 Mitglieder.

Aufgelöst habe sich die zweite Mix-Volleyballgruppe, teilte Otto mit. Trainingsleiter Andreas Weihmann sei nach dem Tod von Günter Szallies und anfänglicher Bereitschaft nicht in der Lage oder willens gewesen, die sieben bis zehn Dauergast-Volleyballer aus etwa sieben anderen Vereinen in eine MTV-Mitgliedschaft zu führen und sei anschließend zum Jahresende aus dem Verein ausgetreten. Otto sah es so: „Eine deutliche Überzahl an nicht zahlenden Dauergästen zu den wenigen MTV-Mitgliedern konnte in dieser Gruppe vom Vorstand nicht akzeptiert werden.“

Naturgemäß spielten die Kosten für die Sportstättennutzung im Rückblick von Otto eine Rolle, er sieht den MTVO hier im Vergleich zu anderen Vereinen in anderen Städten und Kommunen deutlich benachteiligt, denn der Verein muss für die Nutzung ein Drittel zahlen, den Rest teilen sich Stadt und Landkreis. Otto zog Rinteln und Bückeburg als Vergleich heran, dort würden die anteiligen Kosten zu 100 Prozent von den beiden Städten übernommen. Es gebe nicht so viele Städte und Gemeinde, in denen die Sportstättennutzung „so radikal“ wie in Obernkirchen umgesetzt werde, stellte der alte und neue Vorsitzende fest.

4400 Euro habe man 2017 zahlen müssen, für die Hallen- und Sportstättennutzung, rechnete Otto vor, der Anteil für die Kinder und Jugendlichen liege dabei bei rund 1900 Euro jährlich. „Diese Belastung empfinden wir vom Vorstand als unangemessen hoch, da hier im Wesentlichen die Gesellschaft von unserem sozialen und gesundheitsbezogenen Engagement profitiert, um diesen Altersbereich sinnvoll zu betreuen.“ Dazu kämen noch rund 8000 Euro pro Jahr für Übungsleiter-Kosten in der Kinder- und Jugendarbeit, die der MTVO investiere.

Denn, so Otto, „alles ist schwieriger geworden, trotzdem investiert man“.

Ehrungen gab es auch, und zwei davon fielen ein bisschen aus dem gewohnten Rahmen. Die Goldene Ehrennadel gab es für Eva-Maria Everding (seit 39 Jahren dabei), Giovanni di Noto (35 Jahre), Michael Schmeding (36 Jahre) und Hermann Beck (43 Jahre). Sonderehrungen erhielten Heinz Watermann und Rolf Frevert. Watermann war früher Handball-Torwart und ist dem Verein 1957 beigetreten, Frevert ist Gründungsmitglied der Handballsparte von 1955; beide sind noch heute aktiv im Vereinssport tätig. Man habe, erklärte Otto, die Protokolle der Jahreshauptversammlung durchgesehen, und dabei habe man festgestellt, „bei den Ehrungen fehlen doch welche, obwohl wir wissen, sie sind schon lange dabei“. So war es bei Watermann und Frevert.

Wie der Volksmund sagen würde: Besser spät als nie.

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