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Berühmter Sohn der Stadt: Gedenktafel und Kaiserlinde für früheren Justizminister Rolf Krumsiek

Obernkirchener Freunde vergessen ihn nicht

Obernkirchen (sig). Er war zweifellos einer der herausragenden Söhne der Bergstadt und hat es verdient, nicht in Vergessenheit zu geraten. Rolf Krumsieks noch immer großer Freundeskreis sorgt dafür, dass dies nicht geschieht. Deshalb wurde jetzt an der Außenwand des evangelischen Gemeindezentrums „Rote Schule“ eine Tafel angebracht, die an den früheren Landesminister erinnern soll.

veröffentlicht am 26.10.2010 um 17:38 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 06:22 Uhr

Wilfried Bartels enthüllt die Gedenktafel für Rolf Krumsiek an d

Der Ort wurde gewählt, weil Krumsiek in diesem Gebäude zur Schule gegangen war, bis er zum Gymnasium Adolfinum nach Bückeburg wechselte und dort sein Abitur machte. Nach dem Jurastudium und seiner Dissertation zum Thema „Das Bergrecht Schaumburg-Lippes und der Grafschaft Schaumburg“ startete er seine erfolgreiche berufliche Laufbahn als Jurist bei der Verwaltung des früheren Kreises Schaumburg-Lippe.

Der gebürtige Obernkirchener arbeitete 1964 zunächst bei der Landeshauptstadt Hannover und war nebenamtlich in der Geschäftsführung des Niedersächsischen Städtetages tätig. Nach einer Zwischenstation in Göttingen wurde er 1970 Oberstadtdirektor in Wuppertal.

Der damalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Johannes Rau, berief Rolf Krumsiek als Staatssekretär in das Amt des Chefs der Staatskanzlei. Spätere Stationen: Minister für Wissenschaft und Forschung sowie Justizminister in Nordrhein-Westfalen. Bis er sich 1995 aus der Politik verabschiedete, gewann Krumsiek zweimal als Direktkandidat für die SPD den damaligen Wahlkreis Lübbecke.

Zu seinem Obernkirchener Freundeskreis, den er nie aufgab, zählten unter anderem der frühere Bürgermeister Adolf Bartels und dessen Cousin Wilfried Bartels, der beim Regierungspräsidenten in Hannover seine Karriere begann und später als Leitender Ministerialrat der Landesregierung in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt angehörte.

Wilfried Bartels war es dann auch, der, leider bei Dauerregen, die Gedenktafel enthüllte, die mit Erlaubnis der evangelischen Kirchengemeinde an der „Roten Schule“ angebracht wurde. Das geschah in Gegenwart von Krumsieks Witwe Theresia, seiner Schwester Heidemarie, der Kinder und Enkelkinder sowie zahlreicher Freunde des Verstorbenen.

Rolf Krumsiek sei, so Bartels, ein außergewöhnlicher Mensch gewesen, der schon zu Lebzeiten zu den berühmten Persönlichkeiten der Bergstadt gehörte. 1981 habe er das viel beachtete Buch „Obernkirchen – Chronik einer Stadt“ herausgegeben. 2008 wurde er Gründungsmitglied des Förderkreises des Obernkirchener Stiftes.

Die Gedenktafel weist auf die wichtigen Stationen des Mannes hin, der im vergangenen Oktober im Alter von 75 Jahren nach einer schweren Operation in Münster verstorben ist. Nach dem Enthüllen der Tafel begaben sich die Teilnehmer zum Jupp-Franke-Platz. Dort pflanzten Hans-Hermann Lücke, ein alter Obernkirchener, und Dr. Andreas Ziegler, der ehemalige Leiter des Wuppertales Presseamtes, zur Erinnerung an diesen Tag und an eine herausragende Persönlichkeit der Bergstadt eine Kaiserlinde, welche genauso wie die Tafel auch noch in vielen Jahren an den erfolgreichen Sohn der Stadt erinnern soll.

Das Treffen endete mit einer Andacht, die Dr. Hermann Müntinga in der „Roten Schule“ hielt.

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