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Informationen im Kühlschrank

Diese Dose kann Leben retten

RINTELN. In den Türen der Kühlschränke möglichst vieler Rintelner sollen sich demnächst nicht nur Getränke, Eier, Marmelade oder Senf befinden, sondern in einer kleinen grünen Kunststoffdose auch lebenswichtige Informationen. Die Stiftung für Rinteln hat die Anregung des Seniorenbeirats aufgegriffen und die Einführung der sogenannten Notfalldose initiiert. Im Rathaus wurde das Projekt jetzt vorgestellt.

veröffentlicht am 25.05.2018 um 12:05 Uhr
aktualisiert am 25.05.2018 um 12:47 Uhr

Die Notfalldose gehört in die Tür des Kühlschranks. Foto: kk
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Karsten Klaus Redakteur zur Autorenseite

„Eine gute Idee für Rinteln, die schnelle Hilfe möglich macht“, sagt Christel Grannemann-Bülte, Koordinatorin Generation 50+ bei der Stadt Rinteln. Über das Bürgerbüro im Rathaus ist der kleine Lebensretter zum Selbstkostenpreis von zwei Euro zu beziehen.

Immer mehr Menschen halten zu Hause zwar einen Notfall- oder Impfpass, einen Medikamentenplan, eine Patientenverfügung und ähnliche Informationen für den Notfall bereit. Nur ist es für Retter meist unmöglich herauszufinden, wo diese Notfalldaten in der Wohnung aufbewahrt werden. Wenn es nach den Initiatoren geht, steht die Lösung bald in vielen Kühlschränken. Persönliche Notfalldaten wie Allergien, Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme oder Ansprechpartner werden auf einem standardisierten Zettel notiert, der kommt in die Notfalldose, diese wird in die Kühlschranktür gestellt. An der Haustür und am Kühlschrank weisen kleine Aufkleber die Retter auf die Notfallinfos hin. Formblatt und Aufkleber stecken übrigens schon in der Dose und müssen nur noch ausgefüllt und angebracht werden.

Die Grundüberlegung: Einen Kühlschrank hat jeder, das Konzept funktioniert ganz einfach und ohne viel Aufwand. Eine Vorgehensweise, die sich im Ausland und in anderen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen oder Hessen bereits bewährt hat. Im Landkreis ist Rinteln die erste Kommune, die die Idee propagiert und umsetzt. „Nachahmer sind aber herzlich willkommen“, sagt Bürgermeister Thomas Priemer und verspricht, offensiv für die Notfalldose zu werben. Das Projekt soll unter anderem beim Blaulichttag am 2. Juni und beim großen Flohmarkt zum Ferienbeginn am 28. Juni vorgestellt werden.

Stiftung für Rinteln, städtische Gremien, Polizei und Rettungsdienst: Alle ziehen an einem Strang, um in Rinteln die Notfalldose zu etablieren. Foto: kk
  • Stiftung für Rinteln, städtische Gremien, Polizei und Rettungsdienst: Alle ziehen an einem Strang, um in Rinteln die Notfalldose zu etablieren. Foto: kk

Es richtet sich nicht nur an Senioren oder Alleinstehende. Denn in der Stresssituation eines medizinischen Notfalls gelingt es erfahrungsgemäß auch Angehörigen in den seltensten Fällen, wichtige und richtige Angaben zu machen. Hand aufs Herz: Wer weiß schon, welche Medikamente der andere nimmt?!

„Je mehr Informationen die Retter schnell zur Hand haben, desto besser“, bestätigt auch Bernd Gerberding. Der Geschäftsführer des DRK Rettungsdienstes und Krankentransports im Landkreis Schaumburg begrüßt die Aktion Notfalldose uneingeschränkt. Er gibt aber auch zu bedenken, dass natürlich niemand seinen Kühlschrank unterwegs dabei habe. Darum gehöre auch eine Notfallkarte in jede Geldbörse oder Handtasche.

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