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Gäste des „Erzählcafés“ im Museum staunen

Wie der Verschönerungsverein das Rintelner Stadtbild prägt

RINTELN. Er sei der schönste, interessanteste, traditionsreichste Verein, so stellte Museumsleiter Dr. Stefan Meyer den Verschönerungsverein im „Erzählcafé“ vor. Dieser Eindruck bestätigte sich durchaus, als dann der Vorsitzende Marco Vogt vom 140-jährigen ehrenamtlichen Engagement für die Verschönerung Rintelns berichtete.

veröffentlicht am 16.04.2018 um 16:18 Uhr
aktualisiert am 16.04.2018 um 17:40 Uhr

Marco Vogt erzählte vom Verschönerungsverein. Foto: cok
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Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite
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Ohne den Verein und seine aktuell knapp 190 Mitglieder hätte Rinteln ein anderes, ein weniger attraktives Gesicht.

Der Klippenturm als eine Art Wahrzeichen unserer Stadt und der „Waldkater“ als Ausflugslokal, von dessen Beliebtheit ein über hundert Jahre altes und mit begeisterten Kommentaren gefülltes Gästebuch zeugt, sie gehören zu den sichtbarsten Erfolgen des Verschönerungsvereins. Doch lang ist auch die Liste all der kleineren und größeren „Schönheitsoperationen“ in und um die Stadt herum.

Das Archivhäuschen wurde renoviert, der Weserkran eingeweiht, Bombecks Eck mit Treppe, Tisch und Bänken eingerichtet; dazu entstand in der Brennerstraße die Schweinegruppe unter den Händen des Bildhauers Peter Lechelt und das Fischrelief an der Wallmauer; überall in der Stadt trifft man auf die Foto-Schaukästen mit Bildern des historischen Rinteln, unter der Weserbrücke prangt ein riesiges Panoramabild, und neben vielen anderen Aktionen mehr ist auch das gepflasterte Schachbrett auf dem Kirchplatz dem Verschönerungsverein zu verdanken.

Das alles konnte erreicht werden, weil der Verein nicht nur mit der Stadt zusammenarbeitet, sondern immer auch von großzügigen Sponsoren unterstützt wird. An erster Stelle allerdings steht die Begeisterung der Vorstands- und Beiratsmitglieder für ihre Verschönerungs-Aufgabe, die sie über Generationen hinweg in Angriff nahmen und nehmen, mit offenem Auge dafür, was der Stadt guttun könnte, und mit ihrem persönlichen Einsatz für die Umsetzung ihrer Ideen. Das große Klippenturmfest könnte nicht jedes Jahr so viele Gäste anziehen, wenn nicht ein ganzer Mitgliedertrupp samt Familienanhang Organisation und Planung übernähme; auch der Blumenschmuck-Wettbewerb braucht seine Juroren, die durch die Stadt wandern und durch ihre Preise die Bürger ermutigen, selbst verschönernd das Stadtbild zu prägen.

Was vielen der Zuhörer im Erzählcafé gar nicht so bewusst war: Für fast jedes Vorhaben muss nicht nur Geld aufgetrieben, es müssen auch Bauanträge gestellt und weitere rechtliche Angelegenheiten geprüft werden. Da passt es gut, dass Marco Vogt Anwalt ist und Vorstandsmitglied Marion Steding ihr Büro für Baustatik führt.

Es gibt noch viel zu planen und zu tun: Die korrekte Beschilderung der Wanderwege überprüfen; ein Ruhebank-Kataster erstellen; den „Roland“ und andere Denkmäler von Grünspan säubern; eine Webcam am Klippenturm installieren; die Hünenburg-Ruine wieder zur Attraktion machen oder eine neue Festschrift für den 150. Geburtstag erstellen. Auch die Blumenschmuck-Jury sucht neue Teilnehmer. Eine Mitgliedschaft im Verschönerungsverein ist schon für 15 Euro jährlich möglich. Darüber hinaus ist jeder willkommen, der sich mit eigenen Vorschlägen einbringen und an den regelmäßigen Planungssitzungen teilnehmen will. Auf der Webseite des Verschönerungsvereins findet man entsprechende Anregungen und Informationen.

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