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Die meisten Adoptionen erfolgen durch Stiefeltern

15 Paare hoffen auf Nachwuchs

LANDKREIS. Paare, die keine eigenen Kinder bekommen können und hoffen, Nachwuchs zu adoptieren, müssen großes Glück haben. Denn die Nachfrage ist im Landkreis, genauso wie im gesamten Bundesgebiet, weitaus größer, als es zu vermittelnde Kinder gibt. Deutschlandweit liegt die Quote bei eins zu acht. In Schaumburg stehen aktuell 15 Paare auf der Liste der Adoptionsstelle, die sich ein Kind wünschen

veröffentlicht am 11.10.2017 um 18:46 Uhr

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Autor:

Mira Colic
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2016 sind im Landkreis fünf Kinder adoptiert worden. Davon zählen allerdings zwei zu den sogenannten Stiefkindadoptionen. In diesen Fällen wurden die Kinder von ihren Stiefvätern beziehungsweise -müttern adoptiert, ein leibliches Elternteil war vorhanden. Nur in den drei anderen Fällen wurden die Mädchen und Jungen von ihnen fremden Paaren aufgenommen.

Während sich die Zahlen in den vergangenen Jahren kaum geändert haben – zwischen fünf und acht in den Jahren seit 2012 –, sind die Gründe für die Mütter, ihr Kind zur Adoption freizugeben, andere geworden, wie Rüdiger Bähr, Teamleiter für Adoptionen, weiß: „Die Gesellschaft hat sich gewandelt und alleinerziehende oder unverheiratete Mütter werden sozial nicht mehr stigmatisiert.“ Zudem hätten sich die Betreuungsangebote deutlich weiterentwickelt und seien eine große Hilfe, ebenso wie die Mutter-Kind-Einrichtungen. „Auch das Bild des Jugendamtes hat sich gewandelt und wird als Hilfsangebot verstanden. Vor 30 oder 40 Jahren waren wir noch eine Behörde, zu der niemand wollte“, erläutert Rüdiger Bähr.

„Wir kooperieren natürlich auch mit anderen Einrichtungen, wie der Awo, die eine Schwangerschaftskonfliktberatung anbietet“, fügt Kreisrätin Katharina Augath hinzu. Die Frauen wüssten heute: „Du bist nicht allein.“

Auch Auslandsadoptionen kommen kaum noch vor, weiß der Teamleiter für Adoptionen. Neben dem hohen bürokratischen käme ein enormer finanzieller Aufwand hinzu.

Die 15 qualifizierten Paare, die der Landkreis auf der „Warteliste“ hat (467 niedersachsenweit), müssen einige gesetzliche Vorgaben erfüllen, um in Betracht gezogen zu werden. Sie müssen mindestens 25 Jahre alt ein, der Altersabstand zum Kind darf nicht mehr als 40 Jahre betragen. Zudem müssen die Interessenten körperlich und geistig gesund sein. Dieser letzte Punkt ist eine Ermessenssache und muss individuell geprüft werden. Denn was bedeutet das etwa für jemandem im Rollstuhl? Die Behörden werfen auch einen Blick aufs Konto, denn „die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit“ muss gegeben sein, erklärt Jugendamtsleiter Hans-Ulrich Born: „Schließlich bekommen die Paare anders als etwa Pflegeeltern keine Unterstützung des Staates. Sie nehmen das Kind mit allen Rechten und Pflichten an.“

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