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Feuerwehreinsatz

Ätzende Flüssigkeit ausgetreten: Vier Verletzte

PORTA WESTFALICA VENNEBECK. Vier Personen wurden verletzt, als am Montagabend in einer Lagerhalle einer Spedition in Vennebeck Kanister mit Formaldehydlösung beschädigt wurden. Die Flüssigkeit ist ätzend. Die Feuerwehr absolvierte einen Großeinsatz.

veröffentlicht am 16.01.2018 um 10:33 Uhr

Ätzende Formaldehydlösung  ist ausgetreten - die ersten Einsatzkräfte werden dekontaminiert. Foto: Feuerwehr Porta/Michael Horst
PORTA WESTFALICA VENNEBECK. Die Freiwillige Feuerwehr Porta Westfalica wurde am Montagabend gegen 22.56 Uhr in den Ortsteil Vennebeck alarmiert. In einer Lagerhalle einer Spedition waren bei Verladearbeiten Kanister mit Formaldehydlösung beschädigt worden. Durch die ätzende Flüssigkeit wurden vier Personen verletzt, fünf weitere Personen wurden als Betroffene ebenfalls versorgt. Die Feuerwehr musste das Gefahrgut unter Vollschutz bergen.

 
Der Einsatzort befand sich in einer Lagerhalle einer Spedition im Ortsteil Vennebeck. Bei Be- und Entladearbeiten beschädigte wahrscheinlich ein Gabelstapler eine Palette mit Gefahrgut. Auf der Palette befanden sich zehn Kanister mit jeweils 30 Litern einer farblosen Flüssigkeit. Nach Austritt der Flüssigkeit klagten mehrere Personen über Atemwegsbeschwerden, Schwindel und Hustenreiz. Bei Eintreffen der Feuerwehr befanden sich alle Personen außerhalb der Halle.

 

Alle betroffenen Personen wurden in einem Sozialtrakt rettungsdienstlich und notärztlich versorgt. Dazu waren die Besatzungen von vier Rettungswagen und zwei Notärzte vor Ort. Vier Personen wurden als verletzt eingestuft, da sie mit dem Gefahrgut in Kontakt gekommen waren. 5 weitere Personen wurden als Betroffene eingestuft, da sie keine unmittelbaren Symptome zeigten. Alle Personen wurden zur weiteren Behandlung oder Beobachtung in die umliegenden Krankenhäuser Minden, Lübbecke und Bad Oeynhausen transportiert.

Die ätzende Flüssigkeit ist in einer Lagerhalle in Porta ausgetreten. Vier Personen wurden verletzt. Foto: Feuerwehr Porta/Michael Horst
Die ätzende Flüssigkeit und die Zahl der verletzten Personen löste einen Großeinsatz der Feuerwehr aus. Foto: Feuerwehr Porta/Michael Horst
Vorsichtig wird ein defekter Kanister mit der ätzenden Flüssigkeit abtransportiert. Foto: Feuerwehr Porta/Michael Horst

 

Die Feuerwehr sicherte die Halle und baute vorsorglich einen Löschangriff auf. Die Halle war zu diesem Zeitpunkt bereits belüftet, alle Tore waren geöffnet. Vor der Halle wurde ein Dekontaminationsplatz aufgebaut, ein Trupp rüstete sich zur Erkundung der Lage mit umluftunabhängigen Atemschutz und Chemikalienschutzanzügen aus. Der Trupp ging in die Halle vor und konnte die Unfallstelle schnell ausfindig machen, an der Palette befanden sich noch die Transportpapiere. Der ausgetretene Gefahrstoff hat die UN-Nummer 2209, es handelt sich um Formaldehydlösung mit mindestens 25 Prozent Formaldehyd.

 

Der Stoff wirkt ätzend und kann Haut, Augen und Atemwege schädigen. Bei Austritt des Stoffes entwickelt er ätzende und reizende Dämpfe, welche unsichtbar sein können. Formaldehydlösung kann Metalle angreifen und dabei Wasserstoffgas entwickeln, welches mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch bildet. Durch den Unfall waren zwei Kanister beschädigt worden, etwa 15 bis 20 Liter waren ausgetreten. Metalle befanden sich nicht im Bereich des Gefahrguts.

 

Die Informationen zum Gefahrstoff wurden an den Rettungsdienst weitergegeben um die weitere Behandlung danach auszurichten. Die Feuerwehr bereitete die Bergung des Gefahrguts vor. Weitere Trupps rüsteten sich mit umluftunabhängigen Atemschutz und Chemikalienschutzanzügen (Vollschutz) aus. Die beiden beschädigten Kanister wurden durch einen Trupp unter Vollschutz geborgen und in ein geeignetes Gefäß umgeladen. Die ausgelaufene Flüssigkeit wurde mit Bindemittel abgestreut und aufgenommen. Die Spedition lässt die Entsorgung durch eine Fachfirma durchführen. Mit der Meßtechnik des CBRN-Erkunders wurden vor Ort Wisch- und Umluftproben genommen. Die Bergung des Gefahrguts wurde gegen 1.15 Uhr abgeschlossen.

 

Nach Abschluss der Arbeiten wurden die Trupps unter Vollschutz am Dekontaminationsplatz gereinigt und konnten danach die Ausrüstung ablegen. Alle eingesetzten Mittel wurden zurückgenommen, der Einsatz wurde gegen 1.40 Uhr beendet.

 

Einsatzleiter: Detlef Bake; Eingesetzte Kräfte: Hauptamtliche Feuer- und Rettungswache, Ehrenamtliche Löschgruppen Holzhausen, Holtrup-Vennebeck-Costedt, Fachgruppe ABC Messen mit CBRN-Erkunder, Tanklöschfahrzeug 4000 (Veltheim-Möllbergen), Gerätewagen Atemschutz (Neesen-Lerbeck), Einsatzdokumentation, Einsatzführungsdienst. 4 Rettungswagen, 2 Notärzte.

 

Quelle Text/Fotos: Feuerwehr Porta/Michael Horst

 

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