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Verstöße gegen Gewaltschutzgesetz

Übergriffe auf Ex-Frau: Gescheiterte Beziehung endet vor Gericht

RINTELN. Für eine Reihe von Übergriffen auf seine Ex-Frau und Auseinandersetzungen mit weiteren Personen hat ein Rintelner (34) eine Bewährungsstrafe von insgesamt zehn Monaten kassiert.

veröffentlicht am 09.11.2017 um 11:30 Uhr
aktualisiert am 09.11.2017 um 16:41 Uhr

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RINTELN. Zum Abschluss eines dreitägigen Prozesses verurteilte Richter Christian Rost den Arbeiter unter anderem für ein halbes Dutzend Verstöße gegen das Gewaltschutzgesetz, weil er das Annäherungsverbot gegenüber seiner geschiedenen Frau wiederholt missachtet hatte. Darüber hinaus wurde der Mann wegen Nötigung, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und Beleidigung mehrerer Polizisten sanktioniert.

Im Mittelpunkt des Verfahrens stand eine spannungsgeladene und letztlich gescheiterte Beziehung. Vor vielen Jahren lernte der Angeklagte eine Frau kennen, die er dann auch heiratete. Aus dieser Verbindung stammt ein Sohn. Die Ehe verlief nicht so gut, Alkohol und Drogen spielten bei ihm eine große Rolle. Das Verhältnis wurde immer angespannter, schließlich musste er ausziehen. Er verlor den Halt, hatte keine Arbeit und konnte sich mit der Trennung nicht abfinden. Im Sommer 2015 wurde das Paar geschieden, der Sohn wohnt bei der Mutter. Der Mann sieht ihn regelmäßig, er erweist sich als guter Vater. Der heute 34-Jährige wollte aber ständig wissen, wo sich sein Sprössling gerade aufhält. Bereits vor der Scheidung traf das Familiengericht im April 2015 erstmals eine für sechs Monate geltende einstweilige Anordnung. Nach diesem Beschluss war es dem Angeklagten untersagt, sich seiner Partnerin zu nähern. Dies gestaltete sich schwierig, wenn er seinen Sohn sehen wollte. Das ehemalige Paar hatte so immer wieder Kontakt.

Trotz dieses Annäherungsverbots tauchte der Mann einmal einfach im Kindergarten auf, wo gerade Mutter und Sohn waren. Zwei Monate später erhielt die Frau eine SMS mit dem Inhalt: „Verlass die Stadt, geh, du Hure, bevor der Tod aus meinen Händen kommt.“ Dazwischen hatte er im Streit um eine Zigarette aber auch einen Mann attackiert: Er versetzte dem Opfer einen Kopfstoß. Der Mann erlitt dabei eine Platzwunde an der Augenbraue, die genäht werden musste. Danach kam es zu einem erneuten Übergriff auf seine Ex-Frau. Diese war mit dem gemeinsamen Sohn im Freibad und saß auf einer Bank, während das Kind im Becken planschte. Der Angeklagte schlug ihr mit der flachen Hand ins Gesicht, weil er meinte, sie müsse nach dem Kleinen schauen.

Kurz nach Weihnachten tauchte der Mann mal wieder vor ihrer Haustür auf, sie rief die Polizei. Die Beamten konnten den aufgebrachten 34-Jährigen kaum beruhigen. Es kam zu Auseinandersetzungen, die Polizisten wurden wüst beschimpft. Ein anderes Mal kam es zu einer zufälligen Begegnung des Ex-Paares vor einer Tankstelle. Diese lief aus dem Ruder. Er schrie herum, sie flüchtete in einen Lagerraum. Beim letzten Vorfall stellte sich der Rintelner mit seinem Roller quer, als sie ihm mit dem Auto entgegenkam. Zunächst konnte sie nicht ausweichen, später gelang ihr dies.

Gemäß dem Gutachten eines medizinischen Sachverständigen leidet der Angeklagte an einer Persönlichkeitsstörung. Demnach ist er nicht in der Lage, Impulse zu kontrollieren, neigt zu sprunghaftem, teils aggressivem Verhalten. Zu seinen Gunsten wurde deshalb eine verminderte Schuldfähigkeit angenommen.maf

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