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Lara Hustedt gewinnt Namenswettbewerb für Maskottchen / Alarmierend: Nur 20 Prozent der Eltern lesen ihren Kindern vor

Ab jetzt macht „Lillyhüpf“ den Kindern Lust aufs Lesen

Bückeburg (wk). Ein lustig dreinschauendes Känguru ist das Maskottchen der Aktion „Lesestart Niedersachsen“, mit der deren Initiatoren – die Bücherzentrale Niedersachsen, das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie die Stiftung Lesen – zwei Ziele verfolgen: Zum einen sollen Eltern darüber informiert werden, wie wichtig es für Sprachentwicklung und Bildung ihrer Kinder ist, durch regelmäßiges Vorlesen frühzeitig ans Lesen herangeführt zu werden.

veröffentlicht am 05.01.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 21:41 Uhr

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Daneben soll aber auch bei den Kindern selbst die Lust an der Beschäftigung mit Büchern geweckt werden. In der Praxis sieht das Ganze dann so aus, dass den Eltern anlässlich der ärztlichen „U6“-Untersuchung ihrer ein Jahr alt gewordenen Sprösslinge vom Kinderarzt eine „Lesestart-Tasche“ überreicht wird, in der jede Menge Infomaterial und ein altersgerechtes Kinderbuch enthalten sind. Und diese Offerte tut offenbar auch bitter not.

Entsprechenden Studien nach lesen gerade mal 20 bis 30 Prozent aller Eltern ihren Kindern regelmäßig etwas vor, berichtet Kathrin Bormann, die Leiterin der Stadtbücherei. Vor allem in bildungsfernen Familien seien Bücher dagegen oftmals nicht angesagt. Als Konsequenz hat die Stadtbücherei daher bereits 2011 insofern eine Art Schlüsselposition in Sachen „Lesestart“-Aktion besetzt, indem sie die in Bückeburg ansässige Kinderarztpraxis Dres. Florian mit den „Lesestart-Taschen“ beliefert. Als Bücherei habe man sich ja ohnehin der Leseförderung verschrieben, erklärt Bormann. Und von daher habe es dann einfach nahegelegen, den Lieferservice für die „Lesestart-Taschen“ zu übernehmen, um auf diese Weise enger mit den Medizinern zusammenzuarbeiten – kostenlose Eigenwerbung inklusive. In Zahlen: 2011 wurden insgesamt rund 380 dieser Informationspakete von der Stadtbücherei ausgegeben, wobei den Taschen seit dem Herbst zusätzlich zwei Gutscheine für jeweils ein Buchgeschenk beigelegt werden. Den einen können die Kinder im Alter von drei Jahren in der Bücherei einlösen, den zweiten im Alter von sechs Jahren in der von ihnen dann besuchten Grundschule.

Als jüngstes Projekt hat die Stadtbücherei laut Bormann zudem eine Kooperation mit Bückeburger Tagesmüttern und der hiesigen Kindertagespflege „SOS 24“ angestoßen. Auf dem Programm stehen dabei regelmäßige Besuche von Mitarbeitern der Bücherei, die den von den Tagesmüttern betreuten, bis drei Jahre alten Kindern aus mitgebrachten Büchern vorlesen sowie der Sprachentwicklung dienende Sing- und Fingerspiele mit ihnen machen.

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  • „Ich finde Lesen gut, weil man dabei Neues kennenlernen kann“, sagt Martha Crämer (von links), die mit ihrer kleinen Schwester Frieda an einer Veranstaltung der „Lese-Uni“-Reihe teilgenommen hat. Mit im Bild: die ehrenamtliche „Dozentin“ Uta Steinhorst.

Eine weitere Säule der Leseförderung ist die von der Stadtbücherei im zweiwöchentlichen Rhythmus ausgerichtete „Lese-Uni“ für Kinder bis zehn Jahre. Auch bei diesem Konzept, dessen Ursprünge bis 2003 zurückreichen, stehen Bücher im Mittelpunkt, erläutert Bormann. Doch zusätzlich zu den bei diesen Treffen anstehenden, gut frequentierten (Vor-)Lesungen wird den mindestens vier Jahre alten Teilnehmern ein zum jeweiligen Thema passendes Beiprogramm in Form von etwa Malaktionen und Wortschaftübungen geboten, während etwaige jüngere Kinder und deren Eltern dagegen bei gemeinsamen Sing- und Fingerspielen mitmachen können.

Noch einmal zurück zum „Lesestart“-Maskottchen: Vor Kurzem hatte die Stadtbücherei Kinder dazu aufgerufen, Vorschläge einzureichen, wie dieses Känguruh heißen sollte. Als Motivation waren für die drei besten Ideen kleine Sachpreise ausgelobt worden. Inzwischen sind die eingegangenen Namensvorschläge – insgesamt 55 an der Zahl – von einer Jury gesichtet und die Preisträger gekürt worden: Auf Platz Eins landete Lara Hustedt, die für ihre Wortschöpfung „Lillyhüpf“ mit einem Buch belohnt wurde. Elisa Kossendey schaffte es mit „Leseruh“ auf Rang Zwei (ein Hörbuch), gefolgt von der „Schmökerkängu“-Erfinderin Katharina Schubert, die sich über eine Jahreskarte der Stadtbücherei freute.

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