weather-image
18°
KSB-Geschäftsführer zieht erste Bilanz nach Vorstandsumstellungen / Arbeitsgemeinschaften gegründet

Absage ans Kirchturmdenken

veröffentlicht am 13.09.2017 um 16:08 Uhr

KSB-Geschäftsführer Hagen Rank will mit den Vereinen gemeinsame Sache machen. Foto: hga

Autor:

HEINZ-GERD ARNING

STADTHAGEN. Vor knapp einem Jahr hat sich der Kreissportbund Schaumburg (KSB) eine neue Vorstandsstruktur gegeben. Jetzt hat Geschäftsführer Hagen Rank eine erste Bilanz gezogen.

„So weit, so gut. Wir sind auf dem richtigen Weg“, bilanziert Rank zehn Monate nach der Ära Dieter Fischer die Umstellung. Im Oktober des vergangenen Jahres trat Fischer nach 16 Jahren im Amt des Vorsitzenden auf dem Kreissporttag nicht mehr an (wir berichteten). Bei den anstehenden Wahlen zum KSB-Vorstand wurde die Struktur geändert und der Zeit angepasst. Im Wissen darum, dass es immer schwieriger wird, ehrenamtlich Tätige für die zeitaufwendigen Arbeiten im Vorstand zu gewinnen, verschwand der Posten des Vorsitzenden. Dafür wurde ein Vorstandsteam mit Rank als hauptamtlichem Geschäftsführer installiert.

Aus dem Schatzmeister wurde der Vorstand Finanzen, dazu kamen Sportentwicklung, Vereinsentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit und Sportstättenbau. Rank kommt unter anderem die Aufgabe zu, die Arbeit der einzelnen Vorstandsressorts zu koordinieren. „Den klassischen Repräsentanten des KSB gibt es nicht mehr“, erklärt Rank. Diese Aufgabe übernahm mit seiner Wahl das Vorstandsteam. Bis auf Rank sind alle Vorstandsmitglieder ehrenamtlich tätig.

„Es wird seine Zeit brauchen, das klassische eine Gesicht des KSB zu ersetzen“, meint Rank. Der 48-Jährige studierte Sportmanagement sowie Vereins- und Steuerrecht, gehört seit 14 Jahren zum Team der Geschäftsstelle in Stadthagen. Die Verantwortung bei der Beratung und Unterstützung von Vereinen hat einen hohen Wert, oft geht es um komplizierte Fragen des Vereinsrechtes. Die Schaumburger Vereine hatten der Strukturänderung im Vorfeld zugestimmt, Akzeptanzprobleme gab es nicht.

Der Weg in die Zukunft stellt sich für Rank deutlich dar. „Es geht nur miteinander, sonst haben wir verloren“, beschreibt der Geschäftsführer die Vorstellung von einer guten Zusammenarbeit mit den Vereinen, aber auch mit den benachbarten Kreissportbünden. Das betrifft zunächst die Sportregion Weserbergland, die Kooperation mit den Kreissportbünden Hameln-Pyrmont und Holzminden. Bei Tagungen und Gesprächen gebrauche der Landessportbund den Begriff Kreissportbund schon nicht mehr, sondern rede von Sportregionen. Dahinter steht der um sich greifende Fusionsgedanke, wie er schon in der Leichtathletik und beim Fußball für Unruhe sorgt.

„Wir stehen erst am Anfang einer Zusammenarbeit. Von einer Fusion mit Hameln-Pyrmont und Holzminden sind wir ganz weit weg“, sagt Rank und weist vor allem auf die sehr unterschiedliche Aufstellung der Kreissportbünde hin. Ganz aktuell sieht Rank die Sportentwicklungsplanung in Schaumburg auf einem guten Weg. Nach Bildung von Arbeitsgemeinschaften (AG) in Rinteln und Bückeburg hat auch in Stadthagen eine solche AG die Arbeit aufgenommen.

„Der KSB Schaumburg begleitet diese AG, die Vereine sind gefordert, sich mit einzubringen.“, so Rank. Zurzeit bearbeitet die AG in Stadthagen das Thema Sportstättenmanagement. Mit am Tisch sitzen Mitarbeiter aus Politik und Verwaltung, dazu kommen Fachreferenten des Landessportbundes. Neben der Öffentlichkeitsarbeit und Sportstättenmanagement gehört das Ehrenamt mit seinen vielen Facetten zu den Schwerpunkten der Stadthäger AG. „Es geht dabei viel um Kommunikation zwischen den Beteiligten, um die Interessen der Vereine zu bündeln“, meint Rank.

Diese seien gut beraten, sich frühzeitig über ihre Zukunft Gedanken zu machen. Traditionalisten und Kirchturmdenkenden erteilt der Geschäftsführer eine klare Absage. „Lasst uns nach Gemeinsamkeiten suchen“, formuliert Rank noch einmal den Wunsch nach Zusammenarbeit und Kooperation in allen den Sport betreffenden Bereichen.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare