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Dreharbeiten zu dem Kinofilm „Glück ist was für Weicheier“ haben begonnen

„Achtung! Aufnahme ...“

RINTELN. „Und bitte!“, schallt es aus dem feuerroten Megafon. Es ist die Stimme von Regisseurin Anca Miruna Lazarescu, die das „Go“ für den Dreh der nächsten Szene gibt. In Rinteln haben die Dreharbeiten zu dem Kinofilm „Glück ist was für Weicheier“ begonnen.

veröffentlicht am 17.10.2017 um 18:01 Uhr
aktualisiert am 17.10.2017 um 23:30 Uhr

Regisseurin Anca Miruna Lazarescu (M.) und ihr Filmteam drehen in der Straße „Im Kleinen Löök“ für den Kinofilm. Foto: Leo
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Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite
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Ein Mädchen fährt auf einem Fahrrad los. Davor steht ein umgebauter Golf-Caddy, auf dem neben Lazarescu der Kameramann Christian Stangassinger und der Oberbeleuchter Christoph Dehmel sitzen. Stangassinger verfolgt das Fahrrad, auf dem Hauptdarstellerin Ella Frey sitzt, mit dem Kamerawagen. Kurz darauf ruft der erste Regieassistent Hellmut Fulss: „Die Szene ist im Kasten!“

Geschafft! Regisseurin Anca Miruna Lazarescu – ausgezeichnet mit den Gopo Awards und dem Young Hope Award – und ihr Team haben für diese Einstellung extra die Straße „Im Kleinen Löök“ sperren lassen. Die in Rumänien geborene und in Bad Pyrmont aufgewachsene Regisseurin dreht derzeit in Rinteln den Kinofilm „Glück ist was für Weicheier“. In der Stadt ist das Filmteam im Hallenbad, im Gymnasium Ernestinum und eben auf der Straße im Einsatz. „Wir wollen den besonderen Kleinstadt-Charme einfangen und Menschen aus Rinteln zeigen. Deswegen haben wir auch Einwohner der Stadt als Komparsen gewählt“, erzählt Lazarescu. Die Wahl sei aber auch deswegen auf Rinteln gefallen, weil sie gerne in der Umgebung ihrer Heimat Pyrmont drehen wollte. Zudem habe man ein nicht allzu modernes Hallenbad als Drehort gesucht. „Das hier in Rinteln passt perfekt“, erklärt die Regisseurin. „Wir hätten den Film auch in Bayern drehen können“, sagt Lazarescu.

In der Straße „Im Kleinen Löök“ durften dann auch die zuvor im Hallenbad gecasteten Komparsen vor die Kamera. Auf Inlinern rollen fünfzehn Darsteller durch das Bild. Zwischen die Rintelner Laienschauspielern haben sich aber auch bekannte TV-Mimen wie Tina Ruland und Stephan Grossmann gemischt.

Auf dem Tieflader steht der Kleinwagen, durch dessen Seitenscheibe der Kameramann während der Fahrt filmt. Foto: leo
  • Auf dem Tieflader steht der Kleinwagen, durch dessen Seitenscheibe der Kameramann während der Fahrt filmt. Foto: leo

Die Szene wird ein paar Mal wiederholt. Immer wieder rollen Komparsen und Schauspieler auf Inlinern die Straße hinunter, vorbei an Kameramann und Regieassistent – direkt auf die Hauptdarstellerin Ella Frey zu. „In dieser Szene soll Ella mit dem Rad die Straße entlang fahren. Plötzlich kommt ihr eine Gruppe von Inlineskatern entgegen“, erklärt Lazarescu.

Das Filmteam dreht aber auch noch andere Szenen in Rinteln. Für Aufsehen dürfte ein Tieflader gesorgt haben. Auf den haben die Filmemacher einen Mini Cooper gestellt. Auf dem Lastwagen ist jede Menge Technik verbaut. Neben den Scheinwerfern, Tongeräten und Kameras sitzen Lazarescu und ihr Team. Das auffällige Fahrzeug fährt langsam durch die Innenstadt von Rinteln. Kameramann Christian Stangassinger hat sich neben der Fahrertür auf dem sogenannten Trailer postiert. Er filmt während der Fahrt durch die Seitenscheibe in den Innenraum des Kleinwagens. Die Filmemacher wollen so später im Film die Autofahrt darstellen. „Der Aufwand muss sein“, weiß Produktionsleiterin Anne Lessnick. „Ohne den Tieflader würden wir nicht die richtigen Kameraeinstellungen bekommen“, erzählt Lessnick. „Man kann zwar die Aufnahmen zum Teil auch mit einem Kameraausleger, der am Auto montiert wird, machen, aber dann hätte das Auto Überbreite, müssten wir die Straßen sperren lassen“, erklärt die Produktionsleiterin im Gespräch mit unserer Zeitung.

Noch bis zum 26. Oktober dreht das Team um Anca Miruna Lazarescu in der Region um Rinteln und danach noch drei Tage in München. Schauplätze sind neben Rinteln unter anderem Herford, Bielefeld und Bad Salzuflen.

Die Tragikomödie „Glück ist was für Weicheier“ handelt von einem Mädchen, dass in der Schule gemobbt wird. „Die Zwölfjährige versucht, ihrer schwer erkrankten Schwester zu mehr Glück zu verhelfen und ihr das Leben auf eine sehr skurrile Art und Weise lebenswerter zu machen“, verrät Hellmut Fulss. „Das ist ein spannender Film, der über die ganz eigene Welt von Jugendlichen erzählt.“

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