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Schausteller ziehen durchmischte Bilanz

Adventszauber zu Ende gegangen

RINTELN. Musik von der RIO-Band, ein voller Marktplatz, und tatsächlich: ein bisschen Schnee. Am Freitagabend ist der Adventszauber stimmungsvoll zu Ende gegangen. Die Schausteller ziehen derweil eine durchmischte Bilanz:

veröffentlicht am 29.12.2017 um 20:30 Uhr

Viele Menschen, stimmungsvolle Lichter, und sogar ein bisschen Schnee vom Himmel: Der Adventszauber schien sich stimmungsvoll verabschieden zu wollen. Die Bilanz der Schausteller fällt hingegen gemischt aus. Foto: mld

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Fenja Hentschel Und Marieluise Denecke

RINTELN. „Pünktlich um 18 Uhr beginnt es in Rinteln zu schneien“, sagte Sänger Giovanni der RIO-Band gestern Abend, als er von der Bühne aus über den noch einmal gut besuchten Adventszauber sah. Und, tatsächlich – bei frostigen Temperaturen rieselte es noch ein bisschen Schnee vom Himmel. Der Adventszauber 2017 schien sich noch einmal stimmungsvoll verabschieden zu wollen. Die RIO-Band tat mit Hits etwa von den Eagles oder Lionel Richie ihr Übriges.

Die Bilanz der Schausteller hingegen fällt eher durchwachsen aus. Sie hatten vor allem eine Herausforderung zu meistern: Da Heiligabend auf den vierten Adventssonntag fiel, ist die Adventszeit in diesem Jahr besonders kurz. Der Markt hatte also fast eine Woche kürzer geöffnet als im vergangenen Winter.

Jessica Sohler aus Bückeburg verkauft zum zweiten Mal ihre handgearbeiteten Unikate. Gemeinsam mit vier weiteren Frauen haben sie eine Hütte mit Blick auf den erleuchteten Marktplatz und die Kirche gemietet. Für anderthalb Wochen stelle sie nun ihre Sachen aus. An sich sei sie zufrieden mit dem Umsatz, aber man merke schon, dass es ein sehr verregneter Monat war. „Letztes Jahr haben mir die Leute einen Tag vor Heiligabend die Hütte eingerannt, deswegen hatte ich in diesem Jahr eine Freundin dabei.“ Der große Ansturm sei aber ausgeblieben.

Steffi Winkelhake und Jessica Sohler verkaufen auf dem Adventszauber gemeinsam ihre handgearbeiteten Stücke. Foto: feh
  • Steffi Winkelhake und Jessica Sohler verkaufen auf dem Adventszauber gemeinsam ihre handgearbeiteten Stücke. Foto: feh
Viel Musik, ein bisschen Schnee: Der Adventszauber endete gestern stimmungsvoll. Foto: mld
  • Viel Musik, ein bisschen Schnee: Der Adventszauber endete gestern stimmungsvoll. Foto: mld
Adventszauber-Abschluss vor toller Kulisse auf dem Marktplatz. Foto: mld
  • Adventszauber-Abschluss vor toller Kulisse auf dem Marktplatz. Foto: mld
Die RIO-Band steuerte ihr Übriges zur festlichen Stimmung bei. Foto: mld
  • Die RIO-Band steuerte ihr Übriges zur festlichen Stimmung bei. Foto: mld
Am letzten Abend war noch einmal richtig viel los auf dem Adventszauber. Foto: mld
  • Am letzten Abend war noch einmal richtig viel los auf dem Adventszauber. Foto: mld
Tänzchen gefällig? Die RIO-Band sorgte für Stimmung am letzten Adventszauber-Abend. Foto: tol
  • Tänzchen gefällig? Die RIO-Band sorgte für Stimmung am letzten Adventszauber-Abend. Foto: tol
Steffi Winkelhake und Jessica Sohler verkaufen auf dem Adventszauber gemeinsam ihre handgearbeiteten Stücke. Foto: feh
Viel Musik, ein bisschen Schnee: Der Adventszauber endete gestern stimmungsvoll. Foto: mld
Adventszauber-Abschluss vor toller Kulisse auf dem Marktplatz. Foto: mld
Die RIO-Band steuerte ihr Übriges zur festlichen Stimmung bei. Foto: mld
Am letzten Abend war noch einmal richtig viel los auf dem Adventszauber. Foto: mld
Tänzchen gefällig? Die RIO-Band sorgte für Stimmung am letzten Adventszauber-Abend. Foto: tol

Auch bei Veit Rauch, Inhaber des WeserCurry, sei der Umsatz „dem Wetter entsprechend gewesen“: „Letztes Jahr hatten wir deutlich weniger Regen am Stück und der Markt ging sechs Tage länger.“ Das beeinflusse den Umsatz schon, bilanziert er. Aber man müsse zufrieden sein.

Am 1. Dezember eröffnete der Adventszauber. Nach nun 25 Tagen schloss er mit dem Abschlusskonzert der RIO-Band. Der Weihnachtsmarkt gehört zwar nicht unbedingt zu den größten seiner Art, doch besticht er vielmehr durch seine heimelige Atmosphäre. „Das Ambiente hier ist einfach toll, so gemütlich“, findet Besucher Hendrik Fischer (27). Er gehe oft nach Feierabend mit den Kollegen oder Freunden auf den Weihnachtsmarkt. Meist hole er sich dann eine Bratwurst und dazu darf „der eine oder andere Glühwein ja nicht fehlen“, schmunzelt er.

Lara Espenhain freut sich gerade über ihre volle Stempelkarte, das nächste Heißgetränk ist also umsonst. Sie wohne zwar in Wiesbaden, komme aber ursprünglich aus Rinteln. „Ich bin zwei Wochenenden im Dezember hier gewesen und freue mich jedes Mal auf den Weihnachtsmarkt.“ Am liebsten trinke sie eine heiße Schokolade mit After-Eight. Oder einen Weihnachtslikör, der warm serviert wird. Den bekommt sie am Stand der Bodega.

„Unseren Christmas-Shot haben wir selbst entwickelt und den gibt es auch nur zur Weihnachtszeit“, erzählt Betreiber Arif Sanal. In diesem Jahr sei der Christmas-Shot schon vor Heiligabend leer gewesen, „im nächsten Jahr müssen wir dann mehr zubereiten.“ Auch der weiße Glühwein mit Schuss sei bei den Kunden super angekommen.

In seinem zweiten Jahr auf dem Rintelner Weihnachtsmarkt zieht Sanal trotz durchwachsenem Wetter eine positive Bilanz: „Wir haben gut verkauft und sind zufrieden.“ Die Überdachung an seiner Hütte, die in diesem Jahr gebaut wurde, habe sich gelohnt. Die Kunden hätten sich wohlgefühlt und nicht vom Wetter abhalten lassen.

Marlon Klassen, Betreiber der Weihnachtspyramide und Sprecher der Rintelner Schausteller, zieht ein durchwachsenes Fazit: „Die 14 Regentage haben vielerorts für Umsatzrückgänge gesorgt. Wir liegen, was das betrifft, in diesem Jahr im zweistelligen Prozentbereich, verglichen mit den vergangenen Marktzeiten. Trotzdem sind wir immer noch zufrieden und gehen positiv hier aus dem Weihnachtsgeschäft.“

Für ihn sei es eine „Herzensangelegenheit, die Pyramide auf dem Rintelner Adventszauber zu betreiben.“ Er bediene viele Stammkunden und es sei einfach schön, dass man zwischendurch auch mit der Kundschaft ein nettes Gespräch führen könne. Neben dem hausgemachten Eierpunsch nach dem Rezept seiner Oma ist der Glühwein „immer noch der Renner auf der Karte“.

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