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Timon Paasch nutzt die Krise für einen Neustart / Nach acht Jahren beim VfR Evesen wechselt der 29-Jährige zum SV Obernkirchen

Als Sechser geht es gar nicht

veröffentlicht am 07.09.2017 um 18:33 Uhr

Timon Paasch wechselt nach acht Jahren beim VfR Evesen vor dieser Saison zum SV Obernkirchen. Foto: jö

Autor:

Jörg Bressem

OBERNKIRCHEN. Timon Paasch nutzte die Krise für einen Neustart. Als er sich vor über einem Jahr verletzte, als ihm deshalb eine gesamte Fußballsaison verloren ging, da machte er sich seine Gedanken. „Ich hatte schon zuvor häufiger über eine Veränderung und einen neuen Impuls nachgedacht“, sagt er. Am Ende der Pause war es dann so weit. Nach acht Jahren VfR Evesen wechselte der 29-Jährige zum SV Obernkirchen. Wir unterhielten uns mit ihm über Beweggründe und Zukunftsaussichten.

Der VfR Evesen hatte Sie nach einem Jahr Verletzungspause nicht mehr als Abgang auf dem Zettel. War der Kontakt völlig verloren gegangen?

Ich verletzte mich im Juli 2016 bei einem Vorbereitungsspiel am Knie. Die Diagnose zog sich hin. Erst nach einer MRT-Untersuchung war klar, dass ich für den Rest der Saison pausieren muss. Am Anfang habe ich mir einige Spiele des VfR Evesen angeschaut. Danach habe ich die Wochenenden häufig für Besuche bei der Familie genutzt. Das Verhältnis zum Verein war aber nicht gestört.

Trotzdem der Wechsel zum SV Obernkirchen. Glaubten Sie, beim VfR Evesen angesichts der Konkurrenz, keine Chance mehr zu haben?

Das war es nicht. Ich wollte ein neues Umfeld und weil viele gute Freunde in Obernkirchen spielten, lag dieser Wechsel nahe. Jetzt habe ich das Ziel, über ein oder zwei Jahre verletzungsfrei zu bleiben.

Vom Meisterschaftsfavoriten zum Abstiegskandidaten. Viele halten den SV Obernkirchen nach den vielen Qualitätsabgängen für kreisligagefährdet.

Am Anfang der Vorbereitung hatte ich auch meine Bedenken. Doch nach den ersten Spielen bin ich überzeugt, dass wir uns behaupten werden. Uns muss aber bewusst sein, dass wir in jedem Spiel an die Grenzen gehen müssen. Wir müssen halt mehr geben als die Gegner. Es sind gute junge Leute in der Mannschaft. Wenn sie sich in einigen Wochen an das Niveau gewöhnt haben und zunehmend ihre Scheu verlieren, können wir jede Mannschaft schlagen. Das war sogar gegen Evesen zu sehen.

Haben Sie verfolgt, warum es beim VfR Evesen in der letzten Saison nicht wie gewünscht lief?

Die Ambitionen waren vielleicht zu hoch. Duran Gök übernahm einen abstiegsbedrohten Haufen, festigte die Mannschaft und führte sie nach oben. Vom Potenzial der Einzelspieler her hat der VfR heute den stärksten Kader der Staffel. Steffen Mitschker brachte ein neues und sachlicheres System mit. Auch der Zusammenhalt scheint besser geworden zu sein. Deshalb könnte der Aufstieg in dieser Saison tatsächlich klappen.

Wir hatten Sie als Innenverteidiger in Erinnerung. Beim SV Obernkirchen spielen Sie jetzt auf der rechten Seite. Warum?

In der Jugend war ich ein Stürmer, wurde dann aber Stück für Stück nach hinten durchgereicht. Heute spiele ich eigentlich am liebsten in der Abwehr – innen, außen, das ist egal. Ich habe Martin Prange aber gesagt, er soll mich aufstellen, wo er will. Nur bitte nicht als Sechser, das geht bei mir gar nicht.

Interview: Jörg Bressem

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