weather-image
17°
Kreuzungsumbau: Bürger fragen

Am Anfang chaotisch

STEINBERGEN. „Wie kommen wir aus unserem Ort heraus und wieder hinein, ohne kilometerlange Umwege fahren zu müssen, wenn die Kreuzung der Bundesstraßen 83 und 238 umgebaut wird?“ Um dieses Problem drehten sich die meisten Fragen, die die Bürger den Verantwortlichen stellten. Zum Baustart dürfte es chaotisch werden.

veröffentlicht am 15.02.2017 um 15:48 Uhr
aktualisiert am 15.02.2017 um 18:11 Uhr

Die Gesprächspartner (v. li.) Heiner Bartling (Ortsbürgermeister), Andreas Buchmeier (Ordnungsamt), Markus Brockmann, Holger Fröhlingsdorf und Dr. Joachim Steinbeck (Stadtjurist). Foto: tol
Avatar2

Autor

Hans Weimann Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

STEINBERGEN. „Wie kommen wir aus unserem Ort heraus und wieder hinein, ohne kilometerlange Umwege fahren zu müssen, wenn die Kreuzung der Bundesstraßen 83 und 238 in Steinbergen umgebaut wird?“ Um dieses Problem drehten sich die meisten Fragen, die die Bürger am Dienstagabend an Markus Brockmann, Leiter des Geschäftsbereiches Hameln der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, und den Ingenieur und Projektleiter Holger Fröhlingsdorf hatten. Der Saal im „Steinberger Hof“ reichte nicht aus, alle Bürger zu fassen, die sich informieren wollten.

„Was passiert, wenn Autofahrer die Sperrung an der Bundesstraße 238 Richtung Steinbergen ignorieren?“ Fröhlingsdorf: „Wir bauen an drei verschiedenen Stellen Sperrbaken auf, wer durchfährt, macht sich strafbar.“

„Ich wohne in der Bergstraße. Muss ich jedes Mal bis Bad Eilsen fahren, wenn ich in Richtung Hameln möchte, die Bundesstraße 83 in der letzten Bauphase aber in diese Richtung gesperrt ist?“ „Nein“, sagt Fröhlingsdorf. „Es gibt eine Schleife hinter der Kreuzung auf die Bundesstraße 238, die dann Richtung Rinteln offen ist.“ Nach fast jeder Wortmeldung beschworen Brockmann wie Fröhlingsdorf die Anwohner, doch die Sache in Ruhe auf sich zukommen zu lassen. Brockmann betonte, er sei überzeugt, die von seinen Fachleuten ausgearbeitete Verkehrsführung werde funktionieren. Und wenn an einzelnen Stellen nicht, werde man sofort nachbessern.

Brockmann räumte ein, „die ersten Tage werden sicher chaotisch“, aber nach seiner Erfahrung von der Großbaustelle Ohr bei Hameln, wo die Bundesstraße 83 komplett gesperrt war, werde sich das einspielen. „Ortskundige suchen sich neue Wege.“ So können beispielsweise Anwohner, die aus Rinteln kommen, über die Steinberger Straße fahren und ab der Grafensteiner Höhe wieder in den Ort, wenn die B 238 gesperrt ist.

Wo bleiben die Schulbusse, was passiert, wenn etwas passiert? Brockmann versicherte, alle Umleitungsstrecken seien mit den Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs, Feuerwehr und Rettungsdiensten abgestimmt.

Im März ist Baubeginn, Ende November sollen die Bauarbeiter wieder abrücken. Zwei Millionen Euro werden dann verbaut sein. Am meisten Zeit, schilderte Brockmann, brauche man für den Bau der „Nebenanlagen“, das sind Rad- und Gehwege, die Fahrbahnentwässerung, eine Gabionenwand.

Grundsätzlich gilt, eine Vollsperrung der Bundesstraße 83 wird es nicht geben, die sei immer wenigstens in einer Richtung befahrbar. Weil es an der Kreuzung keine Ampel gibt, wird der Verkehr voraussichtlich ohne Störung zunächst in beiden Richtungen, in der letzten Bauphase nur aus Richtung Hameln durch Steinbergen rollen. Umleitungsstress von März bis November werden die Anwohner in Engern bekommen – das wurde in der Diskussion klar. Denn während aller drei Bauphasen rollt der Umleitungsverkehr durch den Ort. Schlaglöcher und Schäden in der Fahrbahn der Landesstraße werden zurzeit beseitigt, damit die Straße den Umleitungsverkehr aushält.

In der Ortsdurchfahrt gilt dann Halteverbot, Ampeln werden aufgestellt. In den ersten beiden Bauphasen läuft der Verkehr aus dem Lipperland über die Landesstraße 438 bis Westendorf, wo er wieder auf die Bundesstraße 83 geleitet wird.

Auf der Autobahn werde es in der Bauzeit der Kreuzung keine Baustelle geben, versicherte Brockmann. LED-Tafeln an der Autobahn warnen davor, dass es in Steinbergen eine „dicke“ Baustelle gibt. Gebe es allerdings auf der Bundesstraße 83 einen Rückstau zur Autobahn „haben wir ein Problem“. Ganz auszuschließen ist das nicht, denn die Bauzeit fällt in die Sommerferien, damit in den Urlaubsverkehr. Brockmann versicherte, während der Bauzeit seien immer Ansprechpartner des Amtes vor Ort, die Polizei werde „massiv“ kontrollieren, das Ordnungsamt sei jederzeit bei Problemen ansprechbar.

Sein Versprechen: Nach Ausbau der Kreuzung werde es nur noch eine Wartezeit von 70 Sekunden an den Ampeln geben statt bisher drei Minuten, bis die nächste Grünphase kommt.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare