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Rückblick 2017 – Ausblick auf 2018

Anerkennung aus der Fachwelt für das Museum Eulenburg

RINTELN. „2017 war mit über 7400 Besuchern für die Eulenburg ein sehr gutes Jahr“, freut sich Museumsleiter Dr. Stefan Meyer. Dazu habe nicht zuletzt die aktuelle Mitmach-Ausstellung „Mini-Mathematikum“ beigetragen, die seit Ende November mehr als 1000 Kinder ins Museum führte.

veröffentlicht am 02.01.2018 um 16:09 Uhr
aktualisiert am 02.01.2018 um 17:20 Uhr

Auch am Neujahrstag gut besucht: die Mitmach-Ausstellung Mini-Mathematikum. Foto: cm
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Autor

Claudia Masthoff Reporterin
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Den Grußworten und Kommentaren im Gästebuch lässt sich zudem entnehmen, dass besonders eine Ausstellung, nämlich „Living Colours“, viele Besucher auch aus weiter entfernteren Gegenden angelockt hat. „Da dürfte die überregionale Berichterstattung in RTL und NDR eine Rolle gespielt haben“, so der Museumsleiter.

Das eigentliche Rückgrat des Museums und damit der Schlüssel für die positive Entwicklung, betont Meyer, seien die vielen ehrenamtlich Aktiven. Ohne diese rund 40 meist älteren Unterstützer, deren Arbeit von Regina Zwirkowski koordiniert wird, ließen sich beispielsweise die besucherfreundlichen Öffnungszeiten, sechs Tage die Woche und jeden Sonn- und Feiertag, nicht verwirklichen. Auch bei handwerklichen oder technischen Aufgaben könne er stets auf prompte Unterstützung zählen. „Solche vielköpfige Hilfe kann man gar nicht genug wertgeschätzen“, meint Meyer. „Sie ist in diesem Umfang, soweit ich das überblicke, nahezu einmalig in der norddeutschen Museumslandschaft.“

Einleuchtend: Wenn man Aufgaben des Alltags delegieren kann, entsteht Raum für das Entwickeln neuer Ideen und Konzepte. Ein Schwerpunkt sei hier derzeit die Weiterentwicklung der Universitätsgeschichtlichen Abteilung. Seit Mai 2017 gibt es dort ein großes Modell der früheren Kollegiengebäude zu bewundern, und für das neue Jahr hat die Sparkassenstiftung Fördermittel bereitgestellt, die zur Anschaffung von „Experimentiereinheiten“ eingesetzt werden sollen. Und ganz „nebenbei“ hat Meyer zudem über die Feiertage die heimische Waschküche in ein Chemielabor verwandelt und eine handballgroße Schwefelkugel gegossen, wie sie Otto von Guericke um 1660 für seine aufsehenerregenden Versuche zur statischen Elektrizität benutzt hat. Der Nachbau soll mit anderen Versuchsgerätschaften bei Führungen, die so immer spannender zu werden versprechen, zum Einsatz kommen.

Sehr anschaulich: das Modell der Kollegiengebäude in Zeiten, in denen Rinteln Universitätsstadt war. Foto: cm
  • Sehr anschaulich: das Modell der Kollegiengebäude in Zeiten, in denen Rinteln Universitätsstadt war. Foto: cm
Die Universitätsgeschichtliche Abteilung nimmt immer mehr Gestalt an. Ihr Eingang sieht geradezu edel aus. Foto: cm
  • Die Universitätsgeschichtliche Abteilung nimmt immer mehr Gestalt an. Ihr Eingang sieht geradezu edel aus. Foto: cm
Das Gästebuch verrät: Um „Living Colours“ zu sehen, kamen Besucher auch von weit her. Foto: cm
  • Das Gästebuch verrät: Um „Living Colours“ zu sehen, kamen Besucher auch von weit her. Foto: cm

Auch vonseiten der Museumsfachwelt gebe es Anerkennung für die in der Eulenburg geleistete Arbeit. „Die Wanderausstellung ‚Achtung Hochspannung‘ tourt seit 2014 durch ganz Deutschland und ist zurzeit im Naturkundemuseum Bielefeld zu sehen, und die im vorletzten Jahr in Rinteln gestaltete Ausstellung ,DDR – Schlaglichter auf Staat und Alltag‘ startet im Februar als Wanderausstellung im Stadtmuseums Aurich und geht dann weiter ins Südsauerlandmuseum nach Attendorn“, berichtet Meyer. „Wanderausstellungen zu konzipieren ist ja eigentlich nicht unsere Kernaufgabe, aber sie schaffen uns Kontakte, machen Rinteln und das Museums auch an anderen Orten bekannt und, last but not least, bringen uns erhebliche zusätzliche Einnahmen. Dieses Geld steht dann ergänzend für Sonderausstellungen in der Eulenburg zur Verfügung.“

Was das Programm für 2018 angeht, gibt sich Meyer noch etwas bedeckt. Zwar sei das Veranstaltungsprogramm des Heimatbundes für das kommende Halbjahr gerade erschienen, doch gleichzeitig wisse man jetzt schon, dass etliche Veranstaltungen noch kurzfristig hinzukommen würden. Fest stehe, dass am Donnerstag, 18. Januar, die nächste Sonderausstellung mit dem Titel „Möllenbeck, Stemmen Varenholz. Filme und Fotografien 1900 bis 2000“ eröffnet wird. Danach stünden die Planungen für eine Ausstellung zum „Roten Jahrzehnt“ zwischen 1967 und 1977“ im Mittelpunkt.

Ganz aktuell freue er sich darüber, so Meyer, Band 1 einer neuen regionalhistorischen Schriftenreihe und Produkt einer frisch entstandenen engeren Zusammenarbeit mit dem Schaumburg-lippischen Heimatverein in den Händen zu halten. Dieses Projekt werde in den kommenden Wochen ausführlicher in der Presse vorgestellt.

Auch das Erzählcafé habe in diesem Halbjahr wieder einiges zu bieten. Unter anderem hätten Baudezernentin Elena Kuhls und Museumsleiter Mirko Ignatz vom benachbarten Besucherbergwerk Kleinenbremen ihr Kommen zugesagt, kündigt Meyer an, und eines wird im Gespräch mit dem Museumsleiter ganz klar: Die Eulenburg lebt, entwickelt sich beständig weiter, sodass es sich lohnt, dem Stadt- und Universitätsmuseum immer mal wieder einen Besuch abzustatten.

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