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Weihbischof Jaschke nimmt Abschied

Anfang und Ende in Bückeburg

BÜCKEBURG. Seine erste Messe hat der 2016 in den Ruhestand getretene Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke vor 50 Jahren in Bückeburg gehalten. Nun schloss sich der Kreis mit seiner letzten. Landesbischof Karl-Hinrich Manzke war voll des Lobes über einen der profiliertesten und bekanntesten deutschen Geistlichen.

veröffentlicht am 06.02.2017 um 17:33 Uhr
aktualisiert am 06.02.2017 um 22:30 Uhr

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Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. Mit Hans-Jochen Jascke ist im vergangenen Jahr einer der profiliertesten und bekanntesten deutschen Geistlichen in den Ruhestand getreten. Der Weihbischof aus dem Erzbistum Hamburg, der vor 50 Jahren in Osnabrück seine Priesterweihe erhielt, erreichte im September 2016 das 75. Lebensjahr. In diesem Alter ist es in der römisch-katholischen Kirche üblich, als Bischof beim Vatikan sein Rücktrittsgesuch einzureichen. Am vergangenen Sonntag feierte der emeritierte Weihbischof in der katholischen Kirchengemeinde St. Marien Bückeburg seine Goldene Primiz, also das 50. Jubiläum seiner ersten als Hauptzelebrant durchgeführten Heiligen Messe nach der Priesterweihe.

Diese erste eigene Messe hat Hans-Jochen Jaschke nämlich seinerzeit auch in Bückeburg gehalten, wo der 1941 im oberschlesischen Beuthen geborene Theologe nach dem Zweiten Weltkrieg aufwuchs und auch sein Abitur ablegte. Bis 1970 wirkte er als Vikar in Bremen und absolvierte anschließend sein Promotionsstudium in Regensburg, übrigens bei einem gewissen Professor Joseph Ratzinger. 1994 wurde Hans-Jochen Jaschke von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof des Erzbistums Hamburg bestellt. Bis heute pflegt der 75-Jährige intensive berufliche wie persönliche und familiäre Kontakte in die historische Residenzstadt. So wohnt nach wie vor einer seiner Brüder mitsamt seiner Familie in Bückeburg.

Eine „ganz wunderbare Freundschaft und ökumenisch geradezu exemplarische Zusammenarbeit“ verbinde ihn mit Hans-Jochen Jaschke, erklärte Karl-Hinrich Manzke, Landesbischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe, am Ende der Heiligen Messe zur Feier der Goldenen Primiz. Der Landesbischof machte bei seinem Grußwort keinen Hehl daraus, diese „wunderbare brüderliche Erfahrung“ jetzt schon zu vermissen: „Vielleicht sollte die katholische Kirche einmal über die Pensionierungszeiten ihrer Bischöfe nachdenken“, regte er unter lautem Beifall der Gottesdienstbesucher an. In der heutigen Zeit großer Verunsicherung in der Bevölkerung komme der Zusammenarbeit der großen christlichen Konfessionen eine besondere Bedeutung zu, so Manzke: „Wir sind in der Glaubwürdigkeit auch unseres Zeugnisses darauf angewiesen, entschieden ökumenisch zu handeln und zu leben und zu wissen, dass wir die Erfahrung der jeweils anderen Konfession brauchen, damit das Zeugnis von Jesus Christus sichtbar und klar und gemeinschaftlich in die Welt gebracht wird.“

Landesbischof Manzke
  • Landesbischof Manzke

Zelebriert wurde die Heilige Messe von Hans-Jochen Jaschke selbst sowie dem langjährigen früheren Pfarrer der Gemeinde, Probst i.R. Benno Wessels, der für vier Wochen Pater Thomas Thannippara vertreten hatte. Beide erhielten von der Vorsitzenden des Pfarrgemeinderats Patricia Böer Dankesgeschenke überreicht. Weitere Grußworte für den Hamburger Weihbischof gab es im Anschluss bei einem Empfang im Gemeindehaus.

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