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Augenerkrankung als Ursache?

Anklage gegen Unfallfahrer erhoben

STADTHAGEN/BAD MÜNDER. Die Staatsanwaltschaft Hannover hat nach dem tödlichen Unfall, bei dem ein Stadthäger Straßenwärter getötet wurde, Anklage gegen den Autofahrer erhoben. Ihm wird vorsätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung sowie fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen.

veröffentlicht am 12.10.2017 um 18:25 Uhr

In Bakeke ist der Audifahrer in die Wanderbaustelle der Stadthäger Straßenmeisterei gefahren. Foto: jhr

Autor:

Verena Insinger
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Wie berichtet, war Ende April auf der Kreisstraße bei Bakede (Bad Münder) ein 71 Jahre alter Audi-Fahrer auf ein Fahrzeuge der Straßenmeisterei Stadthagen aufgefahren. Bei dem Unfall wurde der 59-Jährige tödlich verletzt. Er erlag noch am Unfallort seinen Verletzungen. Ein 26 Jahre alter Kollege wurde verletzt, da das Auto über sein Fuß rollte.

Die polizeilichen Ermittlungen der Unfallursache waren umfangreich. „Die Absicherung dieser Wanderbaustelle war ordnungsgemäß, entsprach genau den Vorgaben“, sagte Markus Brockmann, Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln, kurz nach dem Vorfall im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Mitarbeiter seien vorschriftsmäßig mit spezieller Schutzkleidung ausgerüstet gewesen. Auch sei der Autofahrer als Münderaner ortskundig gewesen – zumal die Strecke schnurgerade verläuft und die Wetterverhältnisse an diesem Tag unbedenklich waren.

Doch jetzt ist klar: Der Unfallfahrer leidet an einer Augenerkrankung. Offenbar hatte der 71-Jährige die Wanderbaustelle schlicht übersehen, heißt es vonseiten der Staatsanwaltschaft. Nun lautet die entscheidende Frage: Wusste der Münderaner von seiner Erkrankung und fuhr trotz dieser Beeinträchtigung Auto? Sollte ihm das vor Gericht nachgewiesen werden, fällt die Strafe im Falle einer Verurteilung sicherlich höher aus.

Wann der Prozess vor dem Amtsgericht Hameln beginnt, ist noch nicht bekannt. Allein bei einer Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung erwatet den Unfallfahrer eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder aber eine Geldstrafe.

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