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Aida Stahlhut will beim Marathon unter drei Stunden bleiben

Auf Rekordjagd

veröffentlicht am 14.07.2017 um 21:13 Uhr

Aida Stahlhut (Mitte) im Gespräch mit „Rivale“ Sebastian Höltje (links) und Jobst von Palombini. Foto: hga

Autor:

Heinz-Gerd Arning

LANDKREIS. Sie läuft und läuft und läuft: Aida Stahlhut vom TuS Niedernwöhren scheint in der Schaumburger Laufszene unschlagbar zu sein. Zur Halbzeit der Laufsaison 2017 verzeichnet die 34-Jährige Kreisrekorde im Halbmarathon sowie über die Distanzen 10 000, 5000, 1500 Meter und die Meile.

Eine erfolgreiche Halbzeitbilanz. Die nur 1,50 Meter große Läuferin hat bei bisher sechs von insgesamt acht Läufen der Laufserie 2017 die 10 000-Meter-Distanz gewonnen. Alle Läufe zu gewinnen und den Erfolg aus 2016 zu wiederholen, steht als Ziel im Raum. Stahlhut stellt den personifizierten Ehrgeiz dar, bei bis zu drei Wettkämpfen pro Woche sind Motivationsprobleme überhaupt nicht zu erkennen.

Dabei stößt die Läuferin auch schon mal an Grenzen. Im Wunstorfer Barne-Stadion startete sie über die ungewohnte Distanz von 1500 Metern. Es war das 2. landesoffene Abendsportfest. Sie habe sich vor dem Lauf keine großartigen Gedanken gemacht, so die gebürtige Bolivianerin. Die wegen ihrer hohen Schrittfrequenz auch als „laufende Nähmaschine“ bezeichnete Stahlhut gewann zwar in 5:18,83 Minuten, zollte anschließend aber der ungewohnten Kurzstrecke Tribut. „Ich war total platt“, erinnert sie sich, denn die Distanz passt so gar nicht in das Trainingsprofil.

Das große Ziel, die Marathon-Strecke unter drei Stunden zu laufen, hat sie aufgeschoben. Im Winter lief die Vorbereitung für den Hannover-Marathon im April dieses Jahres, da wollte Stahlhut das Ziel angehen. Doch während der Vorbereitung mit mehr als 400 Trainingskilometern in der Woche machte ihr eine seit 2015 bestehende Knochenhautentzündung an den Schienbeinen einen Strich durch die Rechnung.

Vermutlich entstand die Verletzung durch Überbelastung. Nach längerer Pause verschwand die Entzündung zwar nicht vollständig, war aber bei den Läufen beherrschbar. „Ich habe alles gemacht, es geht nicht weg“, sagt Stahlhut. Nun war die Vorbereitung auf den Marathon zu intensiv, sie musste abbrechen, eine Pause einlegen, das Ziel korrigieren: Stahlhut startete in Hannover beim Halbmarathon und lief in 1:26,53 Stunden einen neuen Kreisrekord. Dennoch blieb eine Erkenntnis: „Sprich ab und zu mit deinem Körper.“

Der nächste Marathon steht bereits im Fokus. Allerdings will Stahlhut im Oktober beim Marathon in Amsterdam „aus Spaß“ starten. Aber da ist noch eine andere Sache, die sie motiviert. „Es gibt noch einige Männer, die ich schaffen muss“, meint sie lachend. So liefert sie sich mit Sebastian Höltje (VfL Bückeburg) einen Zweikampf. Beim Stadtlauf in Rinteln und dem Ohndorfer Kanallauf war die „Nähmaschine“ schneller, im Bad Nenndorfer Kurparklauf hatte Höltje die Nase vorn. „Das sind nur ein paar Sekunden“, sagt sie lachend.

Das Fazit für 2017 fällt bis hierhin positiv aus, wenn auch wegen der hartnäckigen Verletzung mit Abstrichen. Ein Rennen ragt in ihrer Erinnerung heraus: Im holländischen Breda lief sie einen Marathon in 3:08:00 Stunden. Es war ein Charity-Lauf der Serie „Wings of Life“, deren Läufe weltweit an einem Tag durchgeführt wurden. Stahlhut belegte weltweit in der Altersklasse vier den 59. Platz.

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