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Herzlicher Beifall in Segelhorster Kirche / Nächste Station: Sonntag, 8. Juli, in St. Nikolai

Auftakt für "Schaumburger Sommerkonzerte"

Rinteln/Segelhorst (dis). Ach ja, die Zeitenändern sich, aber manches bleibt zum Glück nach vielen Jahren noch so, wie man es immer geschätzt hat. Ein gutes Beispiel sind die von Kreiskantor Wolfgang Westphal initiierten und geleiteten "Schaumburger Sommerkonzerte", die am letzten Sonntag in der evangelischen Kirche Segelhorst unter dem Titel "Jauchzet Gott alle Lande" begonnen haben.

veröffentlicht am 20.02.2009 um 15:36 Uhr

Ausführende waren Westphals ehemalige Orgelschülerin und jetzige Kreiskantorin in Bodenwerder, Christiane Klein, sowie die erfahrene Sopranistin Irmgard Weber aus Hannover. Für ganz alte Kompositionen und die Begleitung der Vokalistin benutzte Christiane Klein aus authentischen Gründen die mitteltonig gestimmte Truhenorgel, was gleich zu Beginn Campras lebhafter Motette "Jubilate Deo omnis terra" zu Gute kam. Den Partnerinnen gelang es hierbei wie in dem weich zelebrierten "Ich will den Herren loben allezeit" von Schütz, die strukturellen Besonderheiten zu erfassen und Gesangs- sowie Instrumental-Stimme ineinander zu verweben. Auch in des Près' zartem, andachtsvollen "In te Domine speravi" gingen Sprache und Musik eine unmittelbare Symbiose ein, die den Gästen im dicht besetzten Gotteshaus das Erschließen der barocken Werke leicht machte. Mit einer opernähnlichen Vortragsart, die auf dem Spiel mit Schattierungen, Kontrasten, Rezitativen und Arien basiert, konfrontierte das Duo bei zwei Kantaten. Die Rede ist von Carissimis koloraturengespicktem "Apritevi, Inferni" und dem lichten "Plaudite sonat tuba" von Fux. Die Künstlerinnen offerierten die Stücke auf bildhafte Weise, wobei besonders die aussagende und zugleich geschmeidige Führung des stark geforderten Soprans zu erwähnen ist. Christiane Klein schuf nicht nur die Basis für Irmgard Webers überzeugende Deklamation, sondern bewährte sich zudem als kundige Solistin. Weckmanns bewegte "Toccata in d" oder Sweelincks feingliedriges "Wir glauben all an einen Gott" waren bei ihr an der großen Orgel genauso treffend aufgehoben wie Scheidts farbenfrohes "In te Domine speravi" und Frescobaldis sanfte Aria "Se láura spira" an der kleinen Orgel. Als Dank für den herzlichen Beifall fügten die Interpretinnen ihren vielen Darbietungen mit Monteverdis "Laudate Domine" noch eine bemerkenswerte Variante hinzu. Die "Schaumburger Sommerkonzerte" werden am kommenden Sonntag, 8. Juli, um 17 Uhr in der Rintelner St.-Nikolai-Kirche fortgesetzt. Dann sorgen das "Männerchorensemble aus Dresden" (der ehemalige "Kreuzchor") und Wolfgang Westphal an der Orgel für viel Abwechslung im Musikprogramm.

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