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40 Mitarbeiter betroffen

Aus für Firma Fahrzeugbau

STADTHAGEN. Das Aus für ein weiteres Stadthäger Unternehmen: Bei der seit einigen Monaten insolventen Firma Fahrzeugbau Stadthagen GmbH gehen endgültig die Lichter aus. Die Produktion ist stillgelegt, wie Insolvenzverwalter Manuel Sack auf Anfrage bestätigt. Nun stehe lediglich noch die Abwicklung des Betriebs an.

veröffentlicht am 18.06.2017 um 18:23 Uhr

Autor:

Stefan Rothe
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Vor einiger Zeit hatte das Unternehmen an der Nordsehler Straße, das auf die Panzerung von Geländewagen spezialisiert war, noch mehr als 50 Mitarbeiter. Zum Schluss waren es nach Angaben von Sack noch 40 Beschäftigte, denen mittlerweile allen gekündigt worden ist. Einen Sozialplan gibt es für diese nicht: „Es gibt in der Firma keinen Betriebsrat, also gibt es auch keinen Sozialplan.“

Bis vor Kurzem seien noch einige Restaufträge abgearbeitet worden, berichtete der Insolvenzverwalter. Neue Aufträge seien aber nicht mehr zu aquirieren gewesen: „Die Firma lebte fast ausschließlich von öffentlichen Auftraggebern in In- und Ausland, und bei denen sind Aufträge für insolvente Unternehmen nahezu ausgeschlossen.“

Das Aus für die Firma sei schließlich unumgänglich geworden, weil sich kein Käufer gefunden habe, berichtete der Insolvenzverwalter weiter. Er habe mit „einer Handvoll“ potenzieller Kaufinteressenten für eine Übernahme des Betriebs in Kontakt gestanden, führte Sack aus: „Letztlich hat aber keiner ein Angebot abgegeben.“ Ein Hauptgrund dafür sei die Tatsache, dass keine Aufträge vorhanden sind. „Ein Übernehmer müsste also erstmal für eine gewisse Phase eine Zwischenfinanzierung hinbekommen, was die Sache schwierig mache, erläutert Sack. Ein Mitbewerber, für den die Übernahme eine sinnvolle Kapazitätsausweitung bedeutet hätte, hatte nicht angebissen, „weil der Standort geografisch nicht passte“, so Sack.

Auf die Ursachen für die Pleite angesprochen, reagiert der Insolvenzverwalter eher allgemein: „Es hat Führungs- und Finanzierungsprobleme gegeben.“ Letztere hätten vor allem damit zu tun, „dass es keine vernünftige Vorfinanzierung für große Aufträge mehr gegeben hat“. Die Bankkredite hätten dafür zum Schluss nicht mehr ausgereicht, das habe in die Liquiditätskrise geführt.

In den kommenden Wochen stehen laut Sack die Kündigung des Mietverhältnisses für die Immobilie und die Beendigung aller Vertragsverhältnisse an. Insolvenzforderungen müssen bis zum 19. Juni bei Sack angemeldet werden. Eine Gläubigerversammlung, bei der der Insolvenzverwalter Bericht erstatten wird und die angemeldeten Forderungen geprüft werden, findet am 25. Juli statt.

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