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66-Jähriger baut kurz hintereinander zwei Unfälle - und gibt Gas

Autofahrer verfolgen Flüchtigen

KLEIN BERKEL. An der Werkstraße in Klein Berkel war die Verfolgungsfahrt zu Ende. Zuvor hatte der Fahrer eines Renault Scénic kurz hintereinander zwei Verkehrsunfälle gebaut – und jedes Mal Gas gegeben. Couragierten Autofahrern ist es zu verdanken, dass der Flüchtende nicht unerkannt das Weite suchen konnte. Sie waren dem Wagen gefolgt und hatten der Polizei ständig via Handy mitgeteilt, wo er sich befand.

veröffentlicht am 23.02.2017 um 13:35 Uhr
aktualisiert am 23.02.2017 um 14:15 Uhr

Gleich zwei Unfälle baute der Fahrer des Renaults. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Der Reihe nach: Am Donnerstagvormittag gegen 11.40 Uhr prallte der Renault des 66 Jahre alten Mannes am Grasbrink gegen das Heck eines dort am Fahrbahnrand abgestellten VW Polo. Der Senior aus Coppenbrügge hielt nicht an, er fuhr in Richtung B1 weiter und bog dann nach links in Richtung Groß Berkel ab. Autofahrer nahmen die Verfolgung auf. Augenzeugen berichteten, der Renault-Fahrer sei längere Zeit auf der Gegenfahrbahn der Bundesstraße „als Geisterfahrer“ unterwegs gewesen. Dadurch sollen Autofahrer gefährdet worden sein. Sie hätten die Lichthupe betätigt.

In Höhe Möbel Heinrich verließ der Renault-Fahrer die Bundesstraße. Beim Abbiegen in die Werkstraße prallte sein Wagen jedoch gegen einen Ampelmast. Dieser Vorfall wurde von Leuten beobachtet, die gerade an der Haltestelle auf den Bus warteten. Zahlreiche Notrufe gingen ein. Zwei Streifenwagen fuhren nach Klein Berkel, um den Unfallfahrer zu stoppen. „Als wir ankamen, mussten wir nicht mehr tätig werden“, sagte ein Ermittler. „Der Mann hatte bereits angehalten.“ Er muss zuvor in der Sackgasse gewendet haben.

Alkohol oder Medikamente scheiden nach Angaben der Polizei als Unfallursache aus. Der Coppenbrügger sagte im Gespräch mit der Dewezet, er könne sich das Ganze selbst nicht erklären. Er will sich verfahren und deshalb auf dem Grasbrink gewendet haben. Als es krachte, habe er sich nichts weiter dabei gedacht. „Ich war davon überzeugt, dass ich da gegen einen Bordstein gefahren bin“, behauptet der 66-Jährige. Er sei von der Kupplung abgerutscht, sagte er den Ermittlern. Die Verfolger hat er sehr wohl bemerkt. Sie scheinen ihn durcheinandergebracht zu haben. Jemand hinter ihm habe seinen Arm aus dem Seitenfenster gehalten, die Hand zur Faust geballt und geschrien: ,Halt an, du Schwein!‘“, erzählt der Mann. In der ganzen Hektik habe er dann wohl den Ampelmast gestreift.“

Foto: obe
  • Foto: obe

Die Polizei nahm dem Tatverdächtigen den Autoschlüssel ab und stellte den Führerschein des Coppenbrüggers sicher. Sie leitete zwei Strafverfahren ein – wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und wegen der beiden Fahrerflucht-Unfälle.

Weil Benzin ausgelaufen war, wurde die Feuerwehr tätig. Sie beseitigte die Umweltgefahr mit einem Spezialmittel.

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