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Schatten und Licht in den Beeten

Bauhof beklagt tot gepinkelte Buchsbaumkugeln am Pferdemarkt

RINTELN. Während die zunehmende Bereitschaft von Bürgern, sich um die Pflege städtischer Anlagen zu kümmern, den Bauhof entlastet, ist das Verhalten vieler Hundebesitzer dem Bauhofchef ein Dorn im Auge. Am Pferdemarkt leiden wertvolle Buchsbaumkugeln unter der fortwährenden Pinkelei von Hunden.

veröffentlicht am 21.04.2017 um 10:31 Uhr

Tot gepinkelt: Heino Stemme vom Bauhof zeigt unserer Zeitung die kläglichen Überreste der Buchsbäume am Pferdemarkt. Fotos: jan
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Jan Oldehus Reporter zur Autorenseite
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RINTELN. Schon die ollen Römer rahmten ihre Gartenbeete mit Buchsbaumhecken ein. Heute findet man diese Art der Gartengestaltung in vielen Paradiesen heimischer Naturliebhaber. Beliebt ist die sehr langsam wachsende Pflanze auch in Kugelform. Solche „Buchse“ zieren den Eingangsbereich zum Blumenwall am Pferdemarkt. Zusammen mit blühenden Frühlingsblumen und im Rund stehenden Bänken ergibt das Ganze ein hübsches, einladendes Entree. Eine Zierde sind die Buchsbaumkugeln jedoch inzwischen nicht mehr.

„Bürger lassen ihre Hunde auf die Pflanzen pinkeln“, ärgert sich Gärtnermeister Klaus-Ulrich Hartmann, Leiter des Baubetriebshofs. Und auch Heino Stemme, sein Stellvertreter und selbst Besitzer eines Vierbeiners, zeigt kein Verständnis für das Verhalten solcher Hundehalter, als er unserer Zeitung das Hunde-Pissoir zeigt. Einige der Pflanzen sind bereits regelrecht tot gepinkelt, klaffen in der Mitte auseinander und müssen als immergrüne Mülleimer herhalten. „Bald beschweren sich andere Bürger über diesen Anblick“, ahnt Hartmann. Und auch für seine Mitarbeiter sei das keine schöne Sache. „Die freuen sich normalerweise über ihre eigene Arbeit.“ Wenn Hunde ihr Geschäft an einer dicken Eiche verrichten, sei ihm das egal, sagt der Bauhofchef, „aber so etwas muss nicht sein“. Es sei für seine Leute schon eine Zumutung, mit dem Benzin-Rasentrimmer die „Hundekackstraßen“ zu mähen. „Wenn die nicht aufpassen, fliegt ihnen der Kot um die Ohren.“ Hartmann appelliert an alle Hundebesitzer, „Kackitüten“ zu benutzen.

Erfreulich entwickelt sich in seinen Augen die Bereitschaft von Einwohnern, insbesondere in den Ortsteilen, Verantwortung für städtisches Grün und Spielplätze zu übernehmen. So hätten sich einige Väter gemeldet, die auf dem Spielplatz am Falkenweg in Exten an diesem Wochenende neuen Sand aufbringen und Bänke streichen wollen. Andere Eltern verschönern die Dorfgemeinschaftsanlage in Hohenrode. „Manche gießen nur einen Baum, aber wir sind für all das echt dankbar“, sagt Hartmann. Er lädt alle Rintelner ein, Patenschaften auch für Pflanzbeete zu übernehmen. Das heißt: an trockenen Sommertagen mal gießen und schauen, ob die Pflanzen in Ordnung sind. Allzu viel Arbeit (Stichwort: Unkraut zupfen) machen neuerdings mit Mineralsubstrat plus Humus angelegte Ziergrünflächen nicht mehr. „Fremde Samen trocknen schnell ab und finden so schlechte Keimbedingungen“, erläutert der Stadtgärtnermeister. „Zwischen den Pflanzen sieht der Boden zwar aus wie Magerbeton, dafür lässt sich ungewolltes Kraut aber gut entfernen.“ In Rinteln hat der Bauhof solche Beete zum Beispiel auf der Bünte, am Pferdemarkt und an der Seetorstraße angelegt.

Pflegeleicht: modernes Mineralsubstrat-Beet an der Seetorstraße.
  • Pflegeleicht: modernes Mineralsubstrat-Beet an der Seetorstraße.
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