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Giovane Elber und Co. besiegen im Bückeburger Jahnstadion den TSV Hespe mit 11:3

Bayern-Legenden sorgen für Spaß

veröffentlicht am 12.11.2017 um 20:47 Uhr

Weltmeister, deutsche Meister, DFB-Pokalsieger gegen elfte Liga: Die Legenden des FC Bayern München stellen sich mit der Startelf des TSV Hespe zum Erinnerungsfoto.
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Uwe Kläfker Redakteur Sport zur Autorenseite

BÜCKEBURG. Elfte Liga, sprich TSV Hespe I, gegen ehemalige Spieler des FC Bayern München. Gibt’s nicht? Doch, am Sonnabend im Bückeburger Jahnstadion. „Einige von unseren Jungs waren sogar mal Weltklasse“, meinte Giovane Elber, und die Fans hatten ihren Spaß an den Fußballkünsten der Legenden und brauchten ihr Erscheinen nicht zu bereuen. Vor allem Paulo Sergio sorgte mit spaßigen Einlagen für eine entspannte Atmosphäre, der Funke sprang sofort auf die dicht besetzten Ränge über. Da auch eine Legende wie Elber, der übrigens als Erfinder der Bierdusche gilt, gelegentlich mit den Kräften haushalten muss („Wir trainieren nach der Karriere nicht mehr so viel“), legten die Bayern schnell vor.

Nach nicht einmal zehn gespielten Minuten hatten Luca Toni („Ist interessant, wie viel die anderen zugenommen haben“), Alexander Zickler und Sergio bereits drei Tore erzielt. Vor allem Sergio ließ sich von den Zuschauern für seinen Treffer feiern. Zickler war bereits in seiner aktiven Zeit eher Sprinter als Techniker und so wirkte seine Dynamik gegen die Jungs aus der 3. Kreisklasse immer noch beeindruckend. Während Toni, Elber oder Zvjezdan Misimovic den Ball streichelten und auch mal einen Übersteiger einfließen ließen, gab es bei Zickler nur eine Richtung, nämlich die zum gegnerischen Gehäuse. Die Fans rechneten die Torflut hoch, „ich lande beim Abpfiff bei siebzig“, meinte einer, der seine Rechnung aber ohne die Hesper gemacht hatte. Die spielten munter mit, suchten ihr Heil auch mal in der Offensive. René Thom verkürzte nach knapp 20 Minuten auf 1:3. Danach schnürte das euphorisierte Team von Trainer Bülent Yilmaz die Bayern für knapp 35 Sekunden vor deren Strafraum ein. Aber, auch im Legenden-Modus gilt: Reize die Bayern nicht. Die schlugen prompt zurück, der leicht ergraute Weltmeister Jorginho, der erste brasilianische Transfer-Volltreffer der Bayern (1994) über die rechte Seite, Marcel Witeczek über links, Flanke, Kopfball Elber – 4:1.

Der auffällige Thom prüfte erneut Harald Dax im Bayern-Kasten, der blieb diesmal Sieger, aber Zickler mit einem Solo und Misimovic stellten auf 6:1 für den Favoriten. TSV-Keeper Sebastian Wenzel empfahl sich mit einer tollen Parade gegen Elber für den Bayern-Kasten. „Eigentlich kann ich jetzt aufhören“, scherzte der Torhüter, hätte sich dann aber in Personalunion als TSV-Spartenleiter einen Nachfolger suchen müssen. „Meine Jungs machen das richtig gut. Allerdings lassen uns die Bayern auch im Spiel“, meinte Yilmaz zur Pause des Spaßkicks . Sein Pendant Klaus Augenthaler war mit dem Spiel seiner Mannen ebenfalls zufrieden und so ging es im zweiten Durchgang – natürlich mit Wenzel im TSV-Kasten – munter weiter. Elber, Sergio und Zickler erhöhten auf 9:1.

Giovane Elber mit Torriecher: Der Brasilianer steuert zwei Treffer zum 11:3-Erfolg bei. Foto: uk
  • Giovane Elber mit Torriecher: Der Brasilianer steuert zwei Treffer zum 11:3-Erfolg bei. Foto: uk
Der Italiener Luca Toni ist Liebling der Fans und ein begehrtes Foto-Objekt gewesen. Foto: hga
  • Der Italiener Luca Toni ist Liebling der Fans und ein begehrtes Foto-Objekt gewesen. Foto: hga

Dann sorgte einer für das Tor des Tages, der gar nicht bei den Bayern spielte: Marcel Fließ hämmerte die Kugel von der rechten Seite in den linken Winkel. Der TSV-Bomber feierte in Sergio-Manier mit den Fans – und den Bayern. Erst kam der Brasilianer zum Knuddeln, anschließend lagen sich fast die kompletten Legenden mit den Hespern in den Armen. Entsprechend entknotet wurde anschließend wieder Fußball gespielt. „Eisenfuß“ Martin Demichelis erhöhte auf 10:2, dann erhörte Yilmaz endlich die Sprechchöre der Fans (Bülent, Bülent) – und wechselte sich selber ein (65.). Der Routinier mit der Rückennummer 74, eher Baujahr als Alter, vermochte den elften Gegentreffer durch Misimovic nicht zu verhindern. Aber das letzte Wort hatte der TSV Hespe: Torjäger Fließ belohnte das gesamte Team mit dem dritten TSV-Treffer (70.). Unmittelbar danach fiel Schiedsrichter Lennard Braun das erste Mal auf – bei Unparteiischen ein gutes Zeichen – und machte den Schlusspfiff unter kurzweilige 70 Minuten. Eines ist sicher: Beim TSV Hespe wird man über dieses legendäre Spiel noch lange sprechen.

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