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„Inklusion – ein großes Thema“

Behinderten-Sportverband Niedersachsen will weiter wachsen

BÜCKEBURG. Die Gewinnung zusätzlicher Mitglieder sowie die Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Handicaps sind Themen bei einer im Hotel „Ambiente“ ausgerichteten Tagung des Hauptausschusses des Behinderten-Sportverbandes Niedersachsen (BSN) gewesen.

veröffentlicht am 09.11.2017 um 16:28 Uhr
aktualisiert am 13.11.2017 um 21:40 Uhr

Im Bückeburger Hotel „Ambiente“ hat der Hauptausschuss (unser Bild) des Behinderten-Sportverbandes Niedersachsen getagt. Unter anderem mit dabei: der BSN-Präsident Karl Finke (6. v. li.). Foto: wk
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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Dies vor dem Hintergrund, dass der Verein hinsichtlich seiner bisherigen Mitgliederentwicklung an sich keinen Grund zum Klagen hat.

In den vergangenen zehn Jahren sei der Mitgliederbestand von rund 42 000 auf knapp 62 000 Mitglieder angewachsen, informierte das Präsidium um Karl Finke in einem Pressegespräch. Zudem habe man mittlerweile ungefähr 30 000 Leute pro Jahr, die an von den Kranken- und Rentenversicherungen bezuschussten Rehabilitationskursen der BSN-Ortsvereine teilnehmen. Das Problem sei jedoch, dass diese Kursteilnehmer keine enge Bindung an den BSN haben. Vielmehr würden diese lediglich die Reha-Kurse besuchen, nicht aber Vereinsmitglied werden.

Geplant ist laut Finke daher, den Teilnehmern noch vor Ablauf der Reha-Kurse gezielte Angebote zu unterbreiten, welche der von den jeweiligen BSN-Ortsvereinen offerierten Sportprogramme für die einzelnen Personen empfehlenswert sind. Dies eben mit dem Ziel, die Kursteilnehmer als Mitglieder zu gewinnen. Nicht zuletzt sollen auch die regelmäßigen „Sport-Informationstage“ gezielter dafür genutzt werden, neue Mitglieder zu werben.

Eine weitere Möglichkeit, die viel Potenzial zur Mitgliederwerbung hat, seien von den Vereinen ins Leben gerufene Inklusion-Gruppen, ergänzte Jutta Schlochtermeyer, eine der Vize-Vorsitzenden des BSN. Denn solche Gruppen bieten die Gelegenheit, gleich ganze Familien in die Vereine aufzunehmen, da die Familien in diesen Gruppen gemeinsam mit ihren beispielsweise behinderten Kindern Sport machen können. Voraussetzung hierfür seien freilich entsprechend „niederschwellige“ Sportangebote. Außerdem sollten für die Inklusion-Gruppen idealerweise Termine am Wochenende respektive an Samstagen gewählt werden, da berufstätige Eltern dann oftmals freihaben. „Inklusion ist ein großes Thema im Behinderten-Sportverband Niedersachsen“, betonte sie.

Vom BSN-Geschäftsführer Hannes Hellmann war zu erfahren, dass unter dem Dach des Behinderten-Sportverbandes Niedersachsen 38 Sportarten offeriert werden. Dabei habe man in den sechs „Schwerpunktsportarten“ Bogenschießen, Radfahren, Leichtathletik, Rollstuhl-Basketball, Schwimmen und Eishockey sogar Mitglieder, die bei den Paralympics oder Weltmeisterschaften antreten.

Ein Problem in Sachen Nachwuchswerbung sei, dass viele Kinder und Jugendliche mit Handicaps heutzutage keine Förderschulen mehr besuchen, sondern stattdessen im Rahmen der Inklusion in Regelschulen unterrichtet werden. Doch an den Regelschulen komme man aus Gründen des Datenschutzes nicht mehr an junge, förderungswürdige Sporttalente heran.

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