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Vor Gericht: 41-Jährige muss 300 Euro zahlen

Beide Autofahrerinnen sehen „Grün“ – dann kracht’s

RINTELN. Nach einem Verkehrsunfall an der Konrad-Adenauer-Straße ist das Verfahren gegen eine 41 Jahre alte Autofahrerin eingestellt worden. Die Frau, die an der Kreuzung zur Umgehungsstraße mit dem Wagen einer Rintelnerin (27) kollidierte, muss als Auflage binnen drei Monaten 300 Euro an die Landeskasse zahlen.

veröffentlicht am 28.02.2018 um 15:58 Uhr

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RINTELN. Beide Unfallbeteiligten behaupteten in der Verhandlung, sie hätten grünes Licht gehabt. Bei dem Zusammenstoß erlitt die 27-Jährige Prellungen, musste zur Beobachtung ins Krankenhaus und war danach zweieinhalb Wochen krankgeschrieben.

An einem Vormittag im Mai 2017 fuhr die 41-Jährige nach dem Tanken mit circa 50 km/h stadtauswärts auf die Kreuzung zur Umgehungsstraße zu. „Ich bin fest davon überzeugt, dass ich Grünlicht hatte“, schilderte sie zu der Situation. Von rechts kam dann ein Autofahrer von der Schnellstraße und bog in Richtung Innenstadt ab. „Warum fährt der, ich habe doch Grün“, war ihr erster Gedanke. Im gleichen Moment fuhr die 27-jährige Rintelnerin, von der Schnellstraße kommend, als zweites Fahrzeug in den Kreuzungsbereich. Ihr Auto wurde im vorderen Bereich getroffen, die Airbags öffneten sich. „Ich hatte erst mal Panik“, erzählte die Verletzte und versicherte, sie selbst sei definitiv bei Grün gefahren. Sie habe zuvor mehr als fünf Sekunden an der roten Ampel gestanden und sei dann langsam bei Grün in die Kreuzung gefahren. In der Verhandlung wurde die Frage aufgeworfen, ob es in der Vergangenheit schon öfters Überschneidungen der Gelbphasen in dem damaligen Baustellenbereich gegeben hatte. Am Tag des Vorfalls konnte das von Polizisten jedoch nicht festgestellt werden. Gleich vier Beamte überprüften intensiv die gesamte Ampelanlage, schauten sich die Schaltphasen an und konnten keine Unregelmäßigkeiten notieren.

Gut drei Monate nach dem Unfall erging ein Bußgeldbescheid gegen die 41-Jährige. Er sah unter anderem ein vierwöchiges Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg vor. Sie legte dagegen Einspruch ein und erschien nun mit ihrem Rechtsanwalt Alexander Berndt vor Gericht. Nachdem die Beteiligten den Sachverhalt geschildert hatten, regte Staatsanwalt Timo Goldmann einen Verfahrenswechsel an: Aus der bisherigen Ordnungswidrigkeit solle der Übergang in ein Strafverfahren (fahrlässige Körperverletzung) vollzogen werden. Diesem Vorschlag entsprach Richter Simon Langer. Anschließend einigten sich die Prozessbeteiligten auf eine Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage.maf

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