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Schütte-Chor singt vor vollem Haus gegen das Weihnachtslieder-Einerlei an

Bis in die Nuancen stimmig

Bückeburg. Mit einem stimmungsvollen Konzert hat der Schütte-Chor die Adventszeit eingeläutet. In der voll besetzten Jetenburger Kirche zeigte sich das Ensemble von seiner besten Seite.

veröffentlicht am 29.11.2015 um 14:17 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 13:41 Uhr

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Autor:

Michael Grundmeier

Ein Erster-Advent-Wochenende ohne den Schütte-Chor? Das mag man sich lieber nicht vorstellen. Schon seit Langem ist der Auftritt in der Jetenburger Kirche eine lieb gewordene Tradition – mit Grund, wie sich auch diesmal wieder zeigte. Denn statt dem üblichen Weihnachtslieder-Einerlei hat der Schütte-Chor „alle Jahre wieder“ ein in sich stimmiges Programm zu bieten. Weltliches trifft hier auf geistliches, neues und altes. Es hat einen Grund, warum schon weit vor 17 Uhr kaum noch ein Platz frei ist. Zurück zum Programm: Den Anfang macht diesmal das zurückgenommene „Lobe den Herrn, meine Seele“ – ein harmonischer Einstand. Es folgen „Tebje pajom“ und „All mein Gedanken“, bei dem der Chor einmal mehr zeigt, wie gut ihm das Folkloristische liegt.

Zum weithin bekannten „Ännchen von Tharau“ hat Chorleiter Jürgen Schütte die eher unbekannte Entstehungsgeschichte mitgebracht. Oder wussten Sie, dass das Liebeslied auf das Ännchen von einem Adligen verfasst wurde, der aber unerhört blieb (Ännchen heiratete lieber einen geistlichen und nach dessen Tod: seinen Nachfolger). Eigentlich eine traurige Begebenheit – immerhin: Die Musik hat diese Liebe unsterblich gemacht.

Wunderschön auch: „Come again“ von John Dowland, ein echter Ohrwurm, den der Chor leicht verzögert und damit schön transparent singt. Richtig mitwippen möchte man bei „Live a humble“, einem Gospel von Jesler Hairston, der in die Beine geht. Trotz des schaurigen Themas (die Apokalypse, Schwert und Feuer) wird hier eine fröhliche Melodie aufgespannt, die vor allem vom tiefen Bass getragen wird. Toll! Nach „This little light of mine“ (und einem ausdrucksstarkem Sopran) folgen Advents- und Weihnachtslieder aus aller Welt. Von „Jul, jul, stralande jul“ über „El naciemiento“ bis hin zu „Ring, Christmas bells“.

Insgesamt ein wirklich großartiges Konzert, bei dem sich der Chor wieder einmal von seiner besten Seite präsentiert hat. Der Schütte-Chor zeigt sich wie ein gutes Instrument – bis in die Nuancen gestimmt. Volle, satte Männerstimmen bilden das Fundament für den glockenhellen Sopran und den Alt. Ein großartiges Ensemble, das über viele Jahre hindurch zusammengewachsen ist.

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