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Verein Rintelner Zahnärzte rüstet für den Notfall aus

Boxen, die es in sich haben

RINTELN. Ein Fußball trifft das Gesicht – ein Schneidezahn wird ausgeschlagen. Solche Unfälle kommen öfter vor, als man denkt: Allein beim Schul- oder Freizeitsport erleidet nach Angaben der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung etwa jedes dritte Kind eine Verletzung der Zähne. In einem solchen Fall muss schnell gehandelt werden, will man den Zahn wieder einsetzen.

veröffentlicht am 12.10.2017 um 13:19 Uhr

Eine Zahnarzthelferin zeigt die Zahnrettungsbox mit dem Fläschchen, in das ein ausgeschlagener Zahn nach einem Unfall gelegt werden soll. Foto: leo
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Autor

Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite
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Der Verein Rintelner Zahnärzte trifft Vorsorge, hat flächendeckend in der ganzen Stadt 25 Zahnrettungsboxen stationiert. „Man sollte auf einen solchen Notfall vorbereitet sein, auch, wenn er nicht alle Tage vorkommt“, sagt Dr. Jürgen Ludwig vom Verein Rintelner Zahnärzte. „Ist jemandem ein Zahn herausgefallen, kann er sich an der nächsten Station eine Zahnrettungsbox geben lassen und den Zahn in ein Fläschchen mit einer speziellen Nährlösung geben. Danach sollte man schnellstmöglich einen Zahnarzt aufsuchen“, erklärt Dr. Ludwig das Prinzip. Ob diese zahnrettenden Behandlungen Erfolg haben werden, hänge unter anderem davon ab, in welchem Zustand sich das Zahnbruchstück oder der ausgeschlagene Zahn befindet, so die Bundesvereinigung. Denn: „Ausgeschlagene Zähne trocknen ohne Vorkehrung innerhalb weniger Minuten aus. Dabei sterben die an der Wurzeloberfläche haftenden Zellen nach und nach ab, sodass letztlich nicht mehr genügend Zellen für ein funktionsgerechtes Einheilen zur Verfügung stehen.

Die Zahnrettungsbox enthält eine spezielle Zellnährlösung: Sie verhindert das Austrocknen des Zahns und ermöglicht ein Überleben der Zellen über 24 bis 48 Stunden.“ Das ist der Grund, weshalb Dr. Ludwig und seine Vereinskollegen die Rettungsboxen verteilt haben. „Die Lösung bewirkt, dass der Zahnhalteapparat am Leben erhalten wird.“ Dadurch steige die Chance, dass der herausgeschlagene und wieder eingesetzte Zahn später wieder anwächst, erklärt der Experte.

Auf der Internetseite www.zahnunfall24.de können Betroffene auf einer interaktiven Karte sehen, wo die nächste Zahnrettungsbox stationiert ist. Dr. Ludwig ist überzeugt: „Die Zahnrettungsboxen tragen dazu bei, Rinteln sicherer zu machen.“ Der Verein hat an der ARAL-Tankstelle (Auf der Bünte), an den beiden Raiffeisen-Tankstellen in Rinteln und Krankenhagen, in der Kreisporthalle, und den Hallen- und Freibädern die Boxen hinterlegt. Die Tankstellen hätten lange geöffnet, und die Schwimmbäder und Sporthallen seien Unfallschwerpunkte, so der Verein Rintelner Zahnärzte. Darüber hinaus seien in allen Zahnarztpraxen, die Mitglied im Verein sind, die Zahnrettungsboxen deponiert worden.

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