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Verdacht auf Serien-Brandstiftung steht im Raum

Brandstiftung? Drei Gaststätten ausgebrannt

STEINHUDE. Zwei Wochen nach zwei Brandstiftungen musste die Feuerwehr in der Nacht zu Sonntag erneut ein großes Feuer in Steinhude löschen. Am Ratskellergelände, fast direkt am Ufer, brannten Gaststätten. Dabei ist nach ersten Schätzungen der Feuerwehr wohl allein an den Gebäuden mehr als eine halbe Millionen Euro Schaden entstanden. Niemand wurde verletzt. Aus der benachbarten Pension Lüerßen mussten zeitweilig allerdings vorsorglich zehn Besucher geholt werden.

veröffentlicht am 25.02.2018 um 18:34 Uhr

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Autor:

Sven Sokoll

Die Feuerwehr wurde um 3.30 Uhr alarmiert, nachdem eine Anwohnerin einen Knall gehört hatte und dann auch Flammen sah, die aus einem der Gebäude schlugen. Nach Angaben von Pressesprecher Marcel Nellesen standen beim Eintreffen der Helfer bereits die vorderen beiden Gaststätten in Vollbrand. Beim Einsatz konnte nicht verhindert werden, dass auch die dritte Gastronomie ausbrannte. Durch die ganze Ladenzeile zogen erhebliche Mengen Rauch.

Schwierig waren bei dem Einsatz die niedrigen Temperaturen. Die Feuerwehr hatte mit dem gefrierenden Wasser zu kämpfen, auch weil es die Flächen vor den Gebäuden gefährlich glatt machte. Das sorgte auch dafür, dass ein Feuerwehrmann ausrutschte und ins Wasser fiel, der aber schnell wieder herauskam. Die Situation besserte sich, als Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofs Streumittel verteilten.

Als schwierig erwies sich auch die Leichtbauweise und die Dachkonstruktion mit mehreren Lagen Teerpappe, unter denen immer wieder Glutnester auftraten. Als die Steinhuder Feuerwehr gerade schon ihre Fahrzeuge wieder aufgeklart hatte, musste sie gegen 10 Uhr erneut ausrücken, weil Rauch aus dem Dach aufstieg. Insgesamt waren in der Nacht 120 Feuerwehrleute aus acht Wunstorfer Ortsfeuerwehren, der Hagenburger Feuerwehr und von der Einsatzleitgruppe im Einsatz gewesen.

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Auch Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt sah sich am Morgen an der Brandstelle um. Er gab der Befürchtung Ausdruck, die viele andere beim Anblick der Brandruine teilten: Dass es sich jetzt um eine Serie von Brandstiftungen handelt. Vor zwei Wochen waren Wertstoffcontainer am Schulzentrum und ein Ferienhaus an der Lütjen Deile in Brand gesetzt worden.

Offiziell ist aber noch nichts, dazu nehmen die Brandermittler der Polizei jetzt die Ermittlungen auf. Weil immer wieder Glutnester aufflammten, konnte die Experten den Brandort zunächst noch nicht genauer ansehen und werden das in den nächsten Tagen tun. Dann wird auch die Höhe des Schadens genauer zu beziffern sein. Zeugenhinweise nimmt der Kriminaldauerdienst in Hannover unter Telefon (05 11) 1 09 55 55 entgegen.

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