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Ehemalige treffen sich zum „British Military Hospital Rinteln Reunion 2017“ in der Lebenshilfe

British Military Hospital in Rinteln: Ein Wiedersehen

RINTELN. Von 1945 bis 1997 war das Britische Militärhospital (BMH) an der Waldkaterallee eine Art Großbritannien im Kleinformat. Nicht wenige Armee-Angehörige und Zivilangestellte fanden hier ihre Ehepartner und erlebten in Rinteln die Geburt ihrer Kinder. Die Erinnerungen an die Heimat auf Zeit und an meist glückliche Jahre wirken bis heute bei vielen nach und haben am Wochenende zu einem ersten Wiedersehenstreffen geführt. 33 Ehemalige waren der Einladung zum BMH Reunion auf dem heutigen Gelände der Lebenshilfe Rinteln e.V. gefolgt. Und „fantastic“ oder „amazing“ waren die spontanen und begeisterten Aussprüche, die beim Wiedersehen mit der früheren Wirkungsstätte vermutlich am häufigsten zu hören waren.

veröffentlicht am 13.08.2017 um 17:43 Uhr
aktualisiert am 13.08.2017 um 22:10 Uhr

Rob Olver, Deutschland-Reporter für „BFBS-TV“, begleitet die Gäste beim Trip durch ihre BMH-Vergangenheit in Rinteln. Fotos: who
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Autor

Werner Hoppe Reporter
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Rein zufällig fiel das Treffen mit dem alljährlichen Besuch einer Delegation aus Rintelns britischer Partnerstadt Kendal am Altstadtfest-Wochenende zusammen. Aber obwohl auch für die Gäste aus Kendal der Besuch der Lebenshilfe zum Trip nach Rinteln dazu gehörte, hat beides nicht unmittelbar etwas miteinander zu tun, erklärten Michael von Müller und Alan Legge, die das BMH Reunion seit dem Erstkontakt im März dieses Jahres vorbereitet hatten. Hintergrund: Alan Legge war als letzter RSM (Regimental Sergeant Major) der ranghöchste Unteroffizier am Britischen Militärhospital Rinteln.

In dieser Funktion und als Verantwortlicher für Verwaltungsangelegenheiten hatte er die Aufgabe, die Auflösung des BMH Rinteln zu organisiere und die britische Flagge am 29. September 1998 an die Stadt Rinteln zu übergeben. Damit war auch das letzte britische Militärhospital in Deutschland Geschichte.

Michael von Müller ist Leiter des Wohnheimes Katharina und Koordinator der Beziehungen der Lebenshilfe Rinteln mit der Partner-Organisation WOSP in Kendal. Er hatte die Aufgabe übernommen, auch das Besuchsprogramm für das BMH Reunion zu organisieren.

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Am anderen Ende meldet sich zwar niemand mehr, aber Alan Legge genießt das Wiedersehen mit Relikten der BMH-Vergangenheit der Lebenshilfe Rinteln. Als Regimental Sergeant Major hat er im Jahr 1998 die offizielle Übergabe des Komplexes an den deutsche
  • Am anderen Ende meldet sich zwar niemand mehr, aber Alan Legge genießt das Wiedersehen mit Relikten der BMH-Vergangenheit der Lebenshilfe Rinteln. Als Regimental Sergeant Major hat er im Jahr 1998 die offizielle Übergabe des Komplexes an den deutschen Staat organisiert. foto: who

„Es war ein trauriger Tag, als das letzte BMH in der Region“ und damit auch das letzte in Deutschland überhaupt aufgelöst wurde, erinnerte sich Alan Legge an die Aufgabe, die ihm während seiner Dienstzeit in Rinteln sicherlich am schwersten gefallen ist. Davon abgesehen hätten die Jahre in Rinteln aber zu den schönsten während all seiner Jahre in der Royal Army gehört. Das versicherte er, bevor er am Samstagmittag mit den anderen Ehemaligen auf den Wiedersehens-Trip mit der BMH-Vergangenheit ging. Und „eigentlich kennen wir uns gar nicht“, outete sich Legge, der heute in Ostercappeln bei Osnabrück lebt. Wie viele andere ehemalige Army-Angehörige ist er nach Beendigung seiner Dienstzeit in Deutschland geblieben, hat hier seine Ehefrau kennen gelernt und seine zweite Heimat gefunden.

Die Erinnerung an den traurigen Tag der Auflösung des Rintelner BMH ist längst verflogen, spätestens seit März 2017. Denn da hat mit Gründung der Facebook-Gruppe „bmh rinteln reunion 2017 - in rinteln“ das Projekt Wiedersehenstreffen Fahrt aufgenommen, erzählt Alan Legge. 366 Mitglieder (Stand vom Wochenende) habe die Gruppe inzwischen, und so sei der Wunsch zum Treffen auf dem ehemaligen BMH-Gelände aufgekommen.

Vor allem die Geburtsabteilung ist es, die dem BMH Rinteln den Spitznamen Baby Factory (Baby-Fabrik) und weltweite Bedeutung für die Briten eingebracht hat, spricht Allen Legge ein Thema von nahezu historischer Tragweite an. Denn reichlich über 55 000 britische Babys dürften es wohl sein, die seiner Einschätzung nach aufgrund der archivierten Listen in Rinteln geboren worden seien. Damit korrigiert er früher in Rinteln gehandelte Zahlen deutlich nach oben.

Das Treffen könnte der Beginn eines neuen Kapitels der Geschichte der persönlichen Beziehungen zwischen Rinteln und Ehemaligen sein, sieht Alan Legge voraus. Denn abgesehen davon, dass er überraschend selber einen Kameraden aus gemeinsamen Army-Zeiten wieder getroffen hat, der in Rinteln seine Familie gegründet hat und auch hier sesshaft geworden ist, soll das BMH Reunion weiter bekannt gemacht werden. Nächster Schritt dazu ist Rob Olvers Reportage, heute auf „BFBS-TV“ zu sehen.


HINWEIS: Die Reportage ist nach Erscheinen auf www.forces.net oder auf Facebook unter „TheForcesNetwork“ zu sehen.

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