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Großer Andrang in der Stadtbücherei

Bücher-Flohmarkt hat über 600 Besucher am ersten Tag

RINTELN. Als „Ansturm“ bezeichnet Büchereileiterin Andrea Tuschke das, was am ersten Tag im Büchereigebäude los war. Schon bevor die Türen sich öffneten, hatten sich Menschen vor der Klosterstraße 21 a gesammelt. Ein Bücher-Flohmarkt lockte.

veröffentlicht am 01.11.2017 um 17:08 Uhr
aktualisiert am 01.11.2017 um 17:40 Uhr

Vor allem „Frauenromane“ in Taschenbuch-Format sind es, die am Montagnachmittag beim Bücherflohmarkt noch übrig sind. Die besten Titel sind gleich am Anfang weg. Foto: mld
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Marieluise Denecke Redakteurin / Online zur Autorenseite
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RINTELN. Da liegen sie, gebeutelt teilweise, mit angerauten Kanten und geknickten Rücken, und hoffen auf neue Besitzer: die Bücher des Bücherflohmarkts der Stadtbücherei. Bücher für einen Euro, Magazine, Kinder- und Jugendbücher, DVDs und Hörbücher: Für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel war etwas dabei am vergangenen Sonntag und Montag. Doch natürlich gilt: Wer bei einem zweitägigen Flohmarkt erst am zweiten Tag kommt, muss damit rechnen, dass die beste Ware schon weg ist.

Als „Ansturm“ bezeichnet Büchereileiterin Andrea Tuschke das, was am ersten Tag im 3. OG des Büchereigebäudes los war. Schon bevor die Türen sich öffneten, hatten sich Menschen vor der Klosterstraße 21 a gesammelt. Teilweise standen sie dann so dicht gedrängt vor den Büchertischen, dass kein Durchkommen mehr war. Weit über 600 Besucher zählte Tuschke – allein an diesem ersten Tag. Die Kaffee- und Kuchentheke der Stiftung für Rinteln musste bereits am frühen Nachmittag neu bestückt werden.

Tuschke freut dieser Andrang: Bei manchen Flohmärkten sei sehr viel weniger los gewesen. „So findet jedes Buch ein neues Zuhause“, sagt sie.

Einmal im Jahr findet er statt, stets hat er einen leicht anderen Schwerpunkt; in diesem Jahr waren das Kinder- und Jugendbücher sowie Romane. Aus Platzgründen müssen die Bücherei-Mitarbeiter rigoros sein: Was zwei Jahre nicht gelesen wurde, wird aussortiert.

Verkauft werden auch Bücherspenden. Tuschke erinnert sich an eine große „Reader‘s Digest“-Sammlung, die vor einigen Jahren plötzlich vor der Büchereitür stand. Unverkäuflich, dachte Tuschke. Die Bücher sehen mit ihren goldbeschrifteten Einbänden zwar schön aus, beinhalten jedoch nur einzelne Abschnitte aus Büchern oder Kurzgeschichten und gelten ab einem gewissen Alter als unverkäuflich. Beim Bücherflohmarkt wurde sie sie jedoch los: Ein Ehepaar suchte schöne Bücher als Deko-Gegenstände für eine neue Schrankwand. So erfüllen die Bücher immerhin noch einen Zweck – „besser als Entsorgung“, erinnert sich Tuschke lächelnd.

Manche, auch sehr gut erhaltene, Bücher sind allerdings schwer zu vermitteln. Sogar Antiquariate haben inzwischen kaum mehr Interesse. Auch Kinderbücher können es schwer haben: Wenn das Cover nicht mehr aktuell aussieht, wird es nur noch ungern mitgenommen.

Die nicht verkauften Bücher werden noch einmal durchsortiert. Und erhalten so doch vielleicht noch eine Chance auf eine neue Heimat.

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