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Grundschule Am Harrl

„Bufdi“-Stelle: unverzichtbar

BÜCKEBURG. Ein „Bufdi“, das ist jemand, der sich ein Jahr lang freiwillig sozial engagiert und dafür ein minimales Taschengeld bekommt. Für die Grundschule Am Harrl sind diese freiwilligen Helfer besonders kostbar. Für deren Bezahlung muss die Schule selber aufkommen.

veröffentlicht am 15.04.2018 um 15:48 Uhr
aktualisiert am 15.04.2018 um 16:30 Uhr

An den zahlreichen Flohmarktständen gab es ein breites Angebot an Spielsachen. Foto: gn

BÜCKEBURG. „Für unsere tägliche pädagogische Arbeit möchten wir nicht mehr auf die Hilfe durch die Bufdis verzichten“, sagte die Schulleiterin der Grundschule Am Harrl, Antje Kronenberg, im Rahmen des Elternsprechtags und des Spielzeugflohmarktes in den Räumlichkeiten der Schule. Zurzeit absolviert Sabrina Stube dort ihr Freiwilliges Soziales Jahr und ist damit ein „Bufdi“.

Ein Elternsprechtag bringt viele Eltern in die Schule. Wenn gleichzeitig ein Spielzeugflohmarkt aufgebaut ist, kommen auch viele Kinder mit. Auf den Fluren im Erdgeschoss wurden auf Decken Feen, Puppen, Lego, Playmobil, Ponys, Autos, Bücher und Spiele, einfach alles, was im Kinderzimmer nicht mehr benutzt wird, ausgebreitet. Eine Standgebühr von drei Euro musste vorher bei der Sekretärin bezahlt werden.

In der Mensa bot der Schulelternrat selbst gebackenen, gespendeten Kuchen sowie Kaffee und Getränke an. Das eingenommene Geld in der Cafeteria und die Standgebühr vom Flohmarkt werden für die Bezahlung der Mitarbeiter des Bundesfreiwilligendienstes (Bufdi) verwendet. Auch Einnahmen beim Winterbasar und Unterstützung vom Förderverein sind nötig, um die „Bufdi“-Stelle zu finanzieren.

Die eifrige Bedienung am Kuchenbuffet: Schulsozialarbeiterin Oxana Hielscher (v.l.), Praktikantin Dilara Demir, Christina Schiller vom Förderverein, Schulleiterin Antje Kronenberg und „Bufdi“ Sabrina Stube. Foto: gn
  • Die eifrige Bedienung am Kuchenbuffet: Schulsozialarbeiterin Oxana Hielscher (v.l.), Praktikantin Dilara Demir, Christina Schiller vom Förderverein, Schulleiterin Antje Kronenberg und „Bufdi“ Sabrina Stube. Foto: gn

Die Schulleiterin: „Seit fünf Jahren arbeiten wir mit Bufdis. Sie sind aus unserer täglichen Arbeit nicht mehr wegzudenken.“ Die Stadt Bückeburg hat zwar die organisatorische Abwicklung des Projektes übernommen, die finanzielle Seite muss die Schule jedoch selber stemmen.

Ein Bufdi bekommt im Jahr 2600 Euro für seine Arbeit. Dieses Geld ist wirklich nur als Anerkennung und Taschengeld gedacht. Es wird vorausgesetzt, dass der Bufdi weiterhin bei seinen Eltern lebt, dort isst und bekleidet wird.

Sabrina Stube sieht ihr Engagement im sozialen Bereich als Nutzen für beide Seiten. Sie kann sich ein Jahr lang über ihren beruflichen Weg in die Zukunft klar werden und intensiv in die Arbeit an einer Grundschule hineinschnuppern. Die Schule kann eine pädagogische Hilfskraft einsetzen, die aufgrund ihres Alters, kurz nach dem Abitur, noch nah an den Schülern dran ist und durch ihre Motivation, sich ein Jahr lang sozial zu engagieren, beste Voraussetzungen mitbringt.

Den Vormittag verbringt Sabrina Stube oft zusammen mit der Sozialarbeiterin Oxana Hielscher im Trainingsraum. Hierher werden Schüler geschickt, die im Unterricht gegen die Regeln verstoßen haben. Sie gehen für eine Auszeit dorthin und sprechen über ihr Fehlverhalten. Oft bringen diese Kinder schon Probleme von zu Hause oder Konflikte aus den Pausen mit, die dann zu problematischem Verhalten in der Klasse führen. Meist kann hier durch Zuwendung und ruhige Gespräche viel erreicht werden.

Sabrina Stube geht aber auch mit in die Klassen, um einzelne Kinder beim Lernen zu unterstützen. Sie hilft beim Mittagessen in der Mensa, bei den Hausaufgaben, bei den Angeboten im Ganztag oder fährt mit bei Ausflügen.

Während ihr Berufswunsch zunächst noch nicht genau definiert war – es war auch Pferdewirtin im Gespräch –, tendiert sie jetzt zum Abschluss ihrer Findungsphase in Richtung Lehrerberuf. gn

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